Am Sonntag, 28. September, wird auf dem Gelände der Schule in Poxdorf ein Chili-Tag stattfinden. Das vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein (OGV) veranstaltete Dorffest beginnt um 11 Uhr. Es wird vom Kreisverbandsvorsitzenden und langjährigen Landrat Reinhardt Glauber eröffnet.

70 bis 80 verschiedene Chili-Sorten werden ausgestellt: vom klassischen mexikanischen Serrano bis zum Carolina Reaper, dem schärfsten Chili der Welt. Bananen- und Kürbispflanzen, vor allem aber viele Chili-Gewächse mit unterschiedlich geformten Früchten in Rot, Gelb, Violett, Braun oder Weiß werden die Turnhalle der Schule in einen exotischen Ort verwandeln.

Der Besucher wird dann nach Südamerika versetzt, in die Heimat jener Nachtschattengewächse, die heute als Paprika oder Chili in Gemüse- oder Gewürzform auch in unserer Küche eine wichtige Rolle spielen. Die Idee, einen solchen Chili-Tag zu veranstalten, haben Edmund Reck und Alfons Bischof ausgebrütet. Beide sind im Vorstand des OGV Poxdorf. Alfons Bischof fungiert sogar seit Jahren als Vorsitzender.

Bei der Vorbereitung und Gestaltung des von den Poxdorfern mit Spannung erwarteten Dorffestes ergänzen sich die beiden ideal. Edmund Reck zieht seit Mitte Februar dieses Jahres 65 Chili-Sorten in seinem Gewächshaus an der Baiersdorfer Straße.

Zum Teil hat er sie selbst ausgesät, zum Teil hat er sie als kleine Pflanzen gekauft. " Denn die schärferen Sorten brauchen länger bis zur Reife. Da muss man genau kalkulieren, damit sie Ende September wirklich ausgereift sind", erläutert Reck.

Seinen Beobachtungen zufolge haben sich die Essgewohnheiten der Menschen in den vergangenen Jahren verändert: "Man liebt schärfer gewürzte Speisen. Man interessiert sich für scharfe Gewürze." Reck muss es wohl wissen, hat er auf dem Erlanger Wochenmarkt einen Gewürzstand - und immer ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Kunden. Alfons Bischof ist der Organisator im OGV. Er lädt frühzeitig ein, zum Beispiel den Chili-Spezialisten Thomas Gruber aus Neusorg im Fichtelgebirge. Der wird etwa 15 Spezialsorten mit großen farbigen Früchten mitbringen.

Ein Brennen im Mund

Er plant den Ablauf des Festes, er bereitet die Pflanzentombola vor und er sorgt auch für die Verköstigung der Gäste. Dafür müssen ehrenamtliche Helfer gefunden werden, denn in der Aula oder auf dem Schulhof soll es allerlei Gegrilltes mit scharfen Saucen geben. Ferner können die Besucher zwischen Chili-Pasten als Brotaufstrich oder Pizzen zum Selbstbelegen. Immer mit Chili, versteht sich.

Auch an einen Probierstand ist gedacht, an dem jeder herausfinden kann, welche Chili-Sorte ihm mundet und welchen Schärfegrad er gerade noch verträgt.

Für die Schärfe ist das Capsaicin verantwortlich. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der das typische Brennen in Mund und Rachen verursacht. Er wird in der Einheit Scoville Heat Units (SHU) gemessen. Die ist benannt nach dem amerikanischen Pharmazeuten Wilbur Scoville, der im Jahr 1912 die Skala entwickelt hat. Auch heute noch werden damit die jeweiligen Schärfegrade gemessen.

Wahnsinnig feurig

So hat beispielsweise der klassische Serrano-Chili die Schärfe 6. Die nicht so scharfen Sorten Cherry oder Jalapena liegen bei 3-5. Das entspricht 2500-8000 SHU.

Der bekannte Cayenne-Chili weist dagegen Schärfen zwischen 5 und 8 auf - das entspricht 30.000 bis 50.000 SHU. Der Weltrekordhalter Carolina Reaper hat derweil die superfeurige Schärfe 10. Das ergibt sogar im Durchschnitt 1,56 Millionen SHU. Doch keine Angst, am Chili-Tag werden zwei Fachleute darauf achten, dass jeder Probant mit niedrigen Schärfen beginnt und sich dann erst ganz allmählich steigert. Auch Gegenmittel wie Joghurt oder Mascarpone auf Toast sind immer zur Hand. Sollte ein Besucher es doch einmal mit der Schärfe übertrieben haben, kann ein Sanitäter des BRK helfen. Auch sie werden am Sonntag nach Poxdorf kommen.
Ab 17 Uhr können dann alle ausgestellten Chili-Pflanzen käuflich erworben werden. Die Veranstaltung kostet einen Euro Eintritt. Der Gesamterlös kommt einem sozialen Zweck zugute.