Als das Tourismuskonzept für die Fränkische Schweiz in Obertrubach vor etwa einem Jahr definiert wurde, war für Bürgermeister Markus Grüner (CSU) klar, dass für seine Region ein Klettersteig ein attraktives Thema darstellt. Um es voranzubringen, lud er jetzt zu einem Gespräch vor Ort ein. Mit Ulrich Schürr, Vorsitzender der Sektion Forchheim des Deutschen Alpenvereins (DAV) und Bezirkstagskandidat (CSU), Martin Maier von Aktiv-Reisen Muggendorf und Gerhard Bauernschmidt, Vorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV) Obertrubach, hatte Grüner kompetente Partner zur Hand. Freizeit, die Einbindung in Heimat und Natur, sind Ziele des Tourismus. Dabei sind Klettern - Obertrubach kann auf eine namhafte Geschichte verweisen - und Mountainbiken klare Profilierungsthemen für die Region.

Überregional bewerben

"Ein Klettersteig wäre ein Magnet, den man regional und überregional bewerben kann und der das Klettern auf der Ebene von Familien abrundet", meinte Schürr beim Anblick der eindrucksvollen Tallandschaft. Die Felsstrukturen im Trubachtal bieten dafür gute Voraussetzungen. Der Klettersteig darf nicht zu schwierig sein als Einstieg für Familien. Gewonnene Erkenntnisse sind auch im alpinen Bereich anwendbar, Ausrüstung und Technik gleichen sich, so Schürr. Klettersteige erleben zurzeit einen Boom. Im Trubachtal bieten vielseitige technische Möglichkeiten die Einbindung in eine wunderschöne Landschaft. Genuss ist wichtiger Bestandteil des Tourismuskonzepts. Schürr verweis als Beispiel auf den sogenannten "Höhenglückssteig" in der Hersbrucker Schweiz, der top angenommen werde und eine hohe Bedeutung auch für den Kurztourismus habe.

DAV als Kooperationspartner

Der DAV Forchheim bietet sich für das Trubachtal als Kooperationspartner an. "Wir könnten uns als Alpenverein mit Pflege, Beratung und finanziellem Engagement durchaus anfreunden", zeigte Schürr eine Perspektive auf. Bei all dem hat die Naturverträglichkeit Priorität, Naturschutz und gesperrte Felsen sind zu berücksichtigen. Daher gelte es auch, viele ins Boot zu holen. Breit aufstellen und selbst den Bezirk Oberfranken mit einbinden, ist die Anregung von Schürr.

Nachfrage ist da

"Die Nachfrage ist da, es muss eben angepackt werden", betonte Bürgermeister Grüner. Sponsoren sind gesucht, den DAV als anerkannter Naturschutzverband oder auch die IG Klettern (Interessensvertretung für den Kletter- und Bergsport) kann er sich als Unterstützer vorstellen. "Je mehr Parteien helfen, desto höher die Chance der Realisierung", sagte Grüner. Es wäre zu prüfen, ob der Steig ganzjährig zu begehen ist und so helfen könnte, die Saison zu überbrücken, meinte Schürr. Martin Maier erwähnte die diversen Schwierigkeitsgrade von leicht bis sportlich anspruchsvoll. Der Klettersteig sollte Kinder und Erwachsenen dienen. Menschen bis ins hohe Alter haben demnach hier eine Perspektive. "Der FSV hat das Wanderkonzept mitentwickelt und steht dahinter", betonte Gerhard Bauernschmitt. Er könne bei Wegen und Erschließung mitwirken. Vorrangig sieht Grüner die Aufgabe in der Einbindung der Fels- und Grundstücksbesitzer und eine erste konkrete Abschätzung der Fachleute. Aufgabe der Kommune Obertrubach ist es dann, die Finanzierung zu klären. Landkreis Forchheim, Bezirk, Gemeinde, Vereine und private Investoren seien willkommen. Anschließend gilt es, ein aufwendiges Genehmigungsverfahren durchzustehen. Dann, so führte Ulrich Schürr aus, seien die Fachplaner gefragt. Schließlich müsse der Klettersteig attraktiv sein, schöne Aussichtspunkte, Quergänge oder auch Hängebrücken bieten. Andere Regionen wie Pottenstein (Kreis Bayreuth) haben in den Tourismus stark investiert. "Das Projekt würde der Fränkischen Schweiz helfen", zeigte sich auch Martin Maier überzeugt.