Die Gemeinde Kunreuth mit ihren Ortsteilen Weingarts, Regensberg und Ermreus hat viele erhaltenswerte Gebäude, die vielfach auch unter Denkmalschutz stehen. Die Einwilligung nach dem Denkmalrecht zu baulichen Veränderungen muss deshalb der Gemeinderat des Öfteren erteilen.

Auf der Tagesordnung stand die teilweise Innenrestaurierung der Kirche St. Georg in Weingarts. Das Gotteshaus soll eine neue Beleuchtung erhalten und die Altäre werden wieder hergerichtet. Die Kosten werden sich auf rund 160.000 Euro belaufen; ein Zuschuss in Höhe von 65 Prozent ist zugesagt. Die Weingartser haben bereits Erfahrungen mit dem Landesamt für Denkmalschutz auf Schloss Seehof (Kreis Bamberg), wusste Bürgermeister Konrad Ochs (CSU/BB). Es wird wie seinerzeit, als die Wände mit Kalkfarbe zu streichen waren, sich auch bei neuerlichen Vorhaben beteiligen.

Denkmalschutz

Ähnlich wird es bei dem privaten Sanierungsvorhaben in Weingarts verhalten. Die Erwerber eines denkmalgeschützten Wohnhauses wollen es umbauen. "Schön, wenn einer so was macht und so ein Haus kauft", fasste Manfred Brucker (SPD) die einhellige Ratsmeinung zusammen. Der Rat erteilte die denkmalschutzrechtliche Genehmigung hierfür und die für den Abriss einer Garage, die unmittelbar an den Gemeindebackofen grenzt.

Straße nach Regensberg

Mitte September wird die Gemeindeverbindungsstraße nach Regensberg erneuert. Die Maßnahme beginnt kurz hinter der Einmündung in die Staatsstraße nach Igensdorf und endet am Ortseingang. Insoweit hatte der Gemeinderat das Projekt schon vergeben. Nun erweitert man es um den Ast nach Rangen. Das sind rund 200 Meter. Deshalb erhöhen sich die Kosten auf nunmehr 218.000 Euro für 5400 Quadratmeter Straßenfläche.

Das empfand der Bürgermeister als angenehmes Ergebnis, lag doch schon einmal eine Kostenschätzung über 300.000 Euro vor. Die Straße wird abgefräst, ein Asphaltgewebe aufgebracht und anschließend eine neue Deckschicht.

Problematische Sperrung

Einziges Problem ist das nötige Sperren der Straße. Bis zum Abzweig nach Rangen geht das durch abschnittsweises Sperren. Schwieriger wird das letzte Teilstück, das auch die Gäste des Gasthofs Hötzelein passieren müssen. Der Gasthof hat zwar im Dezember geschlossen; das ist aber zu spät im Jahr für Arbeiten mit Teer. Bürgermeister Ochs setzt darauf, dass der Bauleiter eine Lösung finden wird, wie der ihm bereits zugesichert habe.

Kosten im Kindergartem

Kunreuth hat jedes Jahr ein Defizit von 200.000 Euro bei den Kindergartenkosten. Da nun Eltern für über dreijährige Kinder vom Freistaat 100 Euro pro Monat erhalten, haben die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) beschlossen, moderat ihre Gebühren anzuheben. Sie betragen jeweils 15 Euro, so dass bei einer Buchungszeit von drei bis vier Stunden statt bisher 85 Euro nun 100 fällig werden und so weiter. Das wird als eine Art Inflationsausgleich gesehen, denn die Gebühren wurden letztmals 2016 angehoben. "Wir müssen die Erhöhung so betrachten, als erhielten die Eltern keine Entlastung", betonte Hartmut Schmidt (Demokratie).

Die Krippengebühren bleiben gleich; Ochs wies darauf hin, dass ab kommenden Jahr auch hiefür Eltern Zuschüsse vom Staat erhalten werden. Diese sind allerdings einkommensabhängig. "Wir brauchen keine Erhöhung, nur weil alle anderen es machen", reagierte Edwin Rank (CSU/BB) und stimmte letztlich auch dagegen. Ob das Defizit nun 200.000 Euro oder nur 190.000 Euro betrage, sei in diesem Zusammenhang gleichgültig. Ochs stellte in den Raum, dass womöglich nun wegen des Zuschusses Eltern längere Zeiten für ihre Kinder buchen. Dann müsste die Gemeinde womöglich mehr Personal einstellen. Darin sieht er eine große Unsicherheit, die auf alle Gemeinden zukäme.

Straßenlampen

Weiter beschloss der Gemeinderat, 32 Straßenlampen auf LED umzurüsten. Es handelt sich um die Leuchten, die im Kontrollturnus liegen und durch einfaches Auswechseln der "Birne" umzustellen sind. Acht sind es in Ermreus um die Bushaltestelle, in Kunreuth selber 13, drei Leuchtstoffröhren in Regensberg und acht Lampen in Weingarts. Die Kosten belaufen sich auf knapp 2300 Euro. Dagegen steht eine jährliche Stromersparnis von 1200 Euro. "Ein Anfang wär's", sagte dazu Dietmar Vollrath (Demokratie). Die Gemeinde überlegt nun, ob nicht auch die anderen 97 Straßenlampen ausgetauscht werden sollten. Bei ihnen müssen aber die ganzen Leuchtkörper ausgetauscht werden, so dass pro Lampe höhere Kosten entstünden.

Linde am Friedhof

Nahe dem Kunreuther Friedhof steht eine stattliche Linde auf Gemeindegrund. Der Nachbar befürchtet Astbrüche bei starkem Wind. Deshalb will die Gemeinde den Baum zurückschneiden lassen. Hartmut Schmidt mahnte an, dass das Bachbett von eingeschwemmten Humus auszubaggern sei. Die inzwischen hochgewachsenen Pflanzen würden eine Gefahr des Über-die-Ufer-Tretens beim nächsten Hochwasser darstellen. Laut Ochs haben sich diese Arbeiten des Bauhofs verzögert, weil kein geeigneter Bagger mit einem Humuslöffel zu mieten war.