Mehr oder weniger unbemerkt kam es am Mittwoch erneut zu einem Zugausfall auf der Strecke der Gräfenbergbahn und somit zu erheblichen Verzögerungen von über 90 Minuten. Matthias Striebich, der Initiator der Petition zur Verbesserung der Gräfenbergbahn, äußerte nun seinen Unmut über das Störungs- und Krisenmanagement der Deutschen Bahn.

"Es ist auf der einen Seite verständlich, dass ein Zug einmal ausfallen kann, aber zum einen bleiben auf der Gräfenbergbahn leider häufig Züge liegen und zum anderen war das Störungs- und Informationsmanagement bei diesem Vorfall wieder einmal miserabel," moniert der Gräfenberger Stadtrat und Kreisrat Matthias Striebich (Grüne).

Der Grund seiner Verärgerung war die Art und Weise, wie diese Beeinträchtigung angekündigt wurde. Zunächst lautete die Anzeige am Bahnhof, dass der Zug fünf Minuten Verspätung haben würde, dann wurde die Verspätung auf 15 Minuten, schließlich auf 25 Minuten angezeigt, bis dann informiert wurde, dass der Zug komplett ausfällt. "Vertrauen schafft das nicht gerade", findet Striebich.

Mit seiner Petition wurden über 5700 Unterschriften für Verbesserungen auf der Gräfenbergbahn gesammelt. "Im Zusammenhang mit der Petition wurden seitens DB Regio immer wieder Verbesserungen versprochen, aber so richtig spürbar ist das immer noch nicht, da jetzt vielleicht auf der Strecke die eine oder andere Maßnahme umgesetzt wurde, aber dafür die Züge liegen bleiben", betont Striebich.

Mehr Instandhaltung gefordert

Er kann auch nicht nachvollziehen, warum die Zugverbindungen so oft gestört seien und die Behebung von Störungen immer wieder so lange dauere. Er fordert von DB Regio intensive Bestrebungen, durch Instandhaltung und Personalschulung diesbezüglich besser zu werden. Über den Vorwurf eines miserablen Störungs- und Krisenmanagements möchte sich die Deutsche Bahn erst öffentlich äußern, wenn sie das Schreiben des Stadtrats beantwortet hat.

Zug auf der Strecke defekt

Der Grund des jüngsten Ausfalls auf der Gräfenbergbahn war eine technische Störung eines Zugs auf der freien Strecke, wie ein Sprecher der Bahn informierte. "Auf einer eingleisigen Bahnstrecke wie der Gräfenbergbahn können somit erst wieder Züge fahren, wenn der defekte Zug die Strecke geräumt hat", erklärte der Bahnsprecher, warum es zu den zeitlichen Schätzungen der Verzögerungen kam.

Die DB Regio Bayern informiere ihre Fahrgäste über Beeinträchtigungen auf einer gewählten Strecke mit dem "Streckenagenten". "Für die Beeinträchtigungen bitten wir die Fahrgäste um Entschuldigung", bedauerte der Bahnsprecher.