In der Nacht vom Donnerstag auf Dreikönig haben Unbekannte ein mehrere Meter großes politisches Transparent an eine Felswand in Gößweinstein-Behringersmühle angebracht. In großen Buchstaben ist zu lesen: "Merkel geh weg". Darunter steht nur "Alternative" mit dem der AfD (Alternative für Deutschland) nachempfundenen Schriftbild.


In der "Karl-Brückner-Anlage"

Ein Behringersmühler Bürger hatte das Transparent beim Spaziergang am Freitag früh an einem Aussichtspunkt in der "Karl-Brückner-Anlage" entdeckt. Es müsse eine waghalsige Kletterei gewesen sein, es dort anzubringen, meint er. An dem betreffenden Felsen bestehe ein absolutes Kletterverbot. Darüber hinaus gebe es in diesem Felsmassiv den Uhu, der unter strengem Naturschutz steht.

Die Leute hätten, so vermutet der Augenzeuge, wahrscheinlich das Lichterfest in Pottenstein für ihre politische Aussage nutzen wollen. Denn das Transparent ist von der Bundesstraße 470 von Ebermannstadt kommend deutlich zu lesen.

In der Polizeiinspektion Ebermannstadt war am Sonntag dieser Vorfall noch nicht bekannt, jedoch ein anderer: An einer Plakatwand im Gemeindegebiet von Gößweinstein sei ebenfalls ein Plakat in AfD-Manier angebracht worden. Derzeit prüfe das Fachkommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizei in Bamberg den Fall.


AfD: nicht die leiseste Vermutung

Der neue Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Forchheim, Bernd Nägel, sagte am Sonntag zu dem Vorgang: "Mir ist auch von dem Plakat erzählt worden. Ich habe nicht die leiseste Vermutung, wer dahinterstecken könnte. Wir haben nichts damit zu tun. Es muss aber ein sehr, sehr guter Kletterer gewesen sein. "

Im vergangenen Herbst sei schon einmal ein ähnliches Transparent in der Fränkischen Schweiz aufgetaucht. Selbst der Sache nachgehen oder gar Anzeige erstatten wolle die AfD nicht, erklärte Bernd Nägel: "So etwas ist auch auf Bundesebene schon vorgekommen, das verläuft im Nichts."

Das Transparent in Behringersmühle hat unterdessen auch das Interesse der Polizei in Ebermannstadt geweckt, die nach Aussage des diensthabenden Beamten den Fall überprüfen werde.