Aufgrund der Trainingsleistungen hatte Trainer Peter Müller aber insgeheim auf einen Top-Fünf-Platz für seinen Schützling gehofft, dass nach zwei harten Wettkampftagen sogar die Silbermedaille heraussprang, ist aber auch für den erfahrenen Übungsleiter sensationell. Lange selbst konnte sein Glück kaum fassen.

In allen zehn Disziplinen kam Lange nah an seine persönliche Bestleistung heran und hatte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten keinen Durchhänger. Mit 11,35 Sekunden über 100 Meter startete er prima in den Wettkampf. Es folgten gute 6,72 Meter im Weitsprung und 12,70 Meter mit der 7,26 Kilo schweren Kugel. Nach übersprungenen zwei Metern in seiner Paradedisziplin, dem Hochsprung, haderte Lang mit sich, da er etwas unglücklich an 2,03 Metern scheiterte. Dennoch rückte er vor auf Position 3.


Diesen Rang verteidigte er am späten Abend mit einem starken 400-Meter-Lauf, den er in 50,94 Sekunden beendete. Somit lag er nach dem ersten Tag hinter Matthias Brugger, der für Deutschland bei der EM in Amsterdam am Start war, und Felix Heppele völlig überraschend auf einem Medaillenrang. Da die Punktabstände auf die weiteren Platzierten aber sehr gering waren, hatte dies noch nicht viel zu bedeuten.

Hochmotiviert und konzentriert ging der TSH-Athlet auch in den zweiten Tag und sprintete in 15,34 Sekunden über die 110 Meter Hürden. Nach 37,17 Metern mit dem zwei Kilo schweren Diskus folgte der Stabhochsprung. Hier machte sich der Kraftverlust erstmals bemerkbar, und Lange musste richtig kämpfen. Seine Einstiegshöhe von 4,30 Metern meisterte er erst im zweiten Versuch, für 4,40 Meter brauchte er sogar drei Anläufe. Mit viel Kampfgeist überwand er aber auch noch die 4,50 Meter und stand plötzlich sogar auf Platz 2, da Brugger beim Stabhochsprung dreimal an seiner Einstiegshöhe scheiterte und damit die Goldmedaille verspielte.

Mit einer tollen Steigerung auf 53,95 Meter im Speerwurf hielt Lange seine Gegner auf Distanz und erfreute damit seinen Coach, der extra einige Trainingseinheiten zur Verbesserung dieser Disziplin anberaumt hatte. Somit lag der Herzogenauracher vor dem abschließenden 1500-Meter-Lauf tatsächlich auf Rang 2 und hatte die Medaille vor Augen. Mit Trainer Müller besprach er die Renntaktik: Das eigene Tempo laufen, ohne sich von den anderen verrückt machen zu lassen, die direkten Konkurrenten um die Podestplätze aber stets im Auge behalten.

Die anvisierte Zielzeit sollte um die 4:45 Minuten liegen, das bedeutet jeweils 38 Sekunden auf 200 Meter. Genau dieses Tempo lief Christoph Lange drei Runden lang konstant durch und hatte dann sogar noch die Energie für einen Endspurt, durch den er nach 4:40,97 Minuten ins Ziel kam. Damit stand die Sensation fest, Christoph Lange holte die Silbermedaille und übertraf mit 7253 Punkten sein selbst gestecktes Ziel.