"Ehen werden im Himmel geschlossen", sagt ein altes Sprichwort. Oder an einem anderen schönen Ort. Für romantische Naturen gibt es in Pommersfelden jetzt die Möglichkeit, sich in üppig-barockem Ambiente trauen zu lassen. Die "Sattelkammer" im Marstall von Schloss Weissenstein wurde in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend als Trauungsraum gewidmet.

Die Wände des Raumes, der dem Haupttrakt des Schönborn-Schlosses genau gegenüberliegt, sind überschwänglich mit Malerei ausgestattet. 1720/21 erbaut von Maximilian von Welsch ist der Marstall etwas jünger als das Schönborn-Schloss selbst. Die prächtigen Malereien stammen von Francesco Marchini und Rudolf Byss. Als hätten sie nur auf verliebte Brautpaare gewartet, zieren Blumengirlanden die Wände, schwingen sich Putti in die Höhe.

Antoinette Fehlinger, Marketing-Chefin und Leiterin der Schlossverwaltung, hat zusammen mit Bürgermeister Gerd Dallner (FWGS) die Idee geboren. Der Name "Sattelkammer" sei eigentlich nicht richtig, so Fehlinger. In dem prächtig ausgestatteten Raum seien nie Pferde gesattelt worden. Er habe vielmehr zur Präsentation der edlen Tiere gedient.

Drei Hochzeitspakete in Pommersfelden

Bürgermeister Dallner legt Wert darauf, "dass die Kooperation zwischen Schloss und Gemeinde funktioniert". Man sei gewissermaßen miteinander verknüpft, sagt er und nennt etliche Beispiele. Die Erfahrung zeige, dass die standesamtliche Trauung immer häufiger die kirchliche "ersetzen" müsse. Entsprechend werde von den Paaren auch eine gewisse "Dramaturgie" erwartet.

Die Sattelkammer eingeschlossen, bietet das Standesamt in Pommersfelden jetzt drei "Hochzeitspakete" an: Basisangebot ist das - gebührenfreie - Trauzimmer im Erdgeschoss des Rathauses. Bei einer Gebühr von 150 Euro können die Brautpaare im Sitzungssaal des Rathauses den Bund fürs Leben schließen. Für die "Luxus-Variante" mit Schloss-Ambiente sind an die Gemeinde 85 Euro zu entrichten. Die Sattelkammer ist für dreißig Personen zugelassen. Weitere Hochzeitsgäste können jedoch im Ehrenhof stehen. Die Miete für den Raum und zusätzliche Leistungen wie ein Sektempfang sind mit der Schlossverwaltung direkt abzurechnen.

Möglich sei praktisch alles, sagt Antoinette Fehlinger. Catering und Eventfragen könne die "Barock Lounge", also das Café im Marstall, übernehmen. Es stehe aber frei, auch anderswo zu feiern. Die Gemeinde habe etliche schöne Lokale, meint dazu der Bürgermeister. In der Schlosskapelle sei auch die kirchliche Trauung möglich, so Fehlinger. Dazu sei jedoch die Erlaubnis des für die Pfarrei zuständigen Pfarrers notwendig.

Für die "Hochzeitssaison" von März bis Oktober 2021 haben Schlossverwaltung und Gemeinde jeweils das zweite und vierte Wochenende eines Monats für Trauungen "fixiert". Die genauen Termine können bei der Gemeinde, die Preise für die Sattelkammer bei der Schlossverwaltung (Telefon 09549/98180) abgefragt werden. Laut Fehlinger sind die Preise etwa mit denen von Schloss Seehof oder dem Barocksaal im Bamberger Rathaus vergleichbar. Demnächst werde alles auf der Website des Schlosses nachzulesen sein. Wer bereit ist, tiefer in die Tasche zu greifen, kann sich für die Feier übrigens auch im Haupttrakt des Schlosses, im Treppenhaus oder im Marmorsaal, einmieten.