Blähglas ist ein Produkt, das überaus vielseitig einsetzbar ist. Hergestellt wird es aus recyceltem Altglas. Die Firma Dennert Poraver ist Marktführer in Herstellung und Vertrieb von Blähglas. Bereits seit 1983 stellt das Unternehmen Blähglas in seinem Werk in Postbauer-Heng her. 2007 kam als weitere Produktionsstätte Innisfil in Kanada hinzu. Derzeit entsteht im Schlüsselfelder Gewerbegebiet ein drittes Werk. Im Juli 2021 soll die Produktion anlaufen.

Jetzt wurde ein hochmoderner, indirekt beheizter Drehrohrofen angeliefert und installiert. "Das Herzstück der neuen Fertigungslinie", wie die Geschäftsführer David Veit Krafft und Matthias Gebhardt erklären. Der 20 Meter lange und fünf Meter hohe Spezialofen sei eigens für die Anforderungen des Unternehmens geplant und gebaut worden. Mit einem Schwerlasttransporter wurde der Koloss in die 28 Meter hohe Halle bugsiert.

"Andere müssen der Natur etwas entnehmen. Wir nehmen Recyclingglas und machen daraus ein tolles Produkt", sagt Krafft. Blähglas habe deutlich weniger Gewicht als andere Baustoffe, sei gleichzeitig aber sehr stabil. Eingesetzt werde es in den verschiedensten Bereichen: Als "Leichtzuschlag" für unterschiedliche Baustoffe, im Automobilbereich, im Brandschutz, für Akustikanwendungen und vieles mehr. Beim fertigen Produkt handle es sich um ganz feine Bläh-Glaskügelchen. Dafür werde das Ausgangsmaterial - Recyclingglas, das die Industrie nicht mehr wirtschaftlich wiederverwerten könne - im Spezialofen unter sehr hohen Temperaturen aufgebläht.

Hans Veit Dennert, Erfinder und Eigentümer von Poraver, sei es Anfang der 1980er Jahre nach langen und intensiven Forschungen gelungen, dieses Produkt aus ressourcenschonendem Altglas zu erschaffen. Teil der Unternehmensstrategie sei seit jeher der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen. Die Optimierung der Produktionsprozesse spiele ebenso eine Rolle wie die Reduktion von Emissionen und die nachhaltige Nutzung des Werksgeländes. Es werde eine Photovoltaikanlage installiert, ebenso sei eine Bienenzuchtstation und eine auf Insekten ausgelegte Begrünung geplant.

Poraver steht in Schlüsselfeld eine 55 000 Quadratmeter große Gewerbefläche zur Verfügung. Bei entsprechender Entwicklung könnten darauf sieben Produktionslinien entstehen. Für eine Produktionslinie würde das Werk 20 bis 25 Mitarbeiter benötigen. Bereits im August 2020 wurde das "Technikum" in Betrieb genommen, in dem neue und umweltschonende Produkte und Verfahren entwickelt werden.