Vor allem die Seeluft lässt die Nordmanntannen in Dänemark besonders schön wachsen, findet Weihnachtsbaumverkäufer Markus Zettl. "Wir verkaufen seit den 80er Jahren Weihnachtsbäume und holen die Nordmanntannen seitdem aus Dänemark. Vorher hatten wir ausschließlich den Lebensmittelhandel." Im August oder September sucht sein Bruder die Bäume vor Ort aus, die dann ab November in den Landkreis Coburg gebracht werden. Nach Dänemark und zurück zu fahren und die Bäume zu verladen, dauert etwa drei Tage.

Von Dänemark nach Neustadt

"Einen Teil der Bäume holen wir selbst mit dem Lkw, ein Teil wird von Speditionen transportiert", sagt der 33-Jährige. Neben den Nordmanntannen aus Dänemark werden ab dem 4. Dezember auch Fichten, Blaufichten, Kiefern und Nobilistannen in Neustadt, Dörfles-Esbach und Sonneberg verkauft - natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen. Die Kiefern kommen auch aus Dänemark, alle anderen Baumarten werden in Deutschland gekauft. "Nobilistannen schimmern blau und stacheln nicht."

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat Zettl die Weihnachtsbäume auch online über seine Website verkauft. "Die Bäume werden dann über unsere Website bestellt und in der Region von uns ausgeliefert", erzählt der Neustadter. Einmal habe ein Unternehmen aus dem Ruhrpott einen ganzen Schwung Bäume für seine besten Kunden bestellt, die dann mit dem Paketdienst geliefert wurden.

Während Zettl seine Nordmanntannen aus Dänemark holt, verkauft die Herzogliche Revierverwaltung Callenberg Nordmanntannen und Blaufichten aus dem Callenberger Forst. "Unsere Bäume wachsen verteilt auf zwei Kulturen. Eine ist am Trimmdichpfad und die zweite unterhalb von Schloss Callenberg in der Nähe des Parkplatzes. Im Moment stehen in beiden Kulturen zusammen in etwa 15 000 Weihnachtsbäume unterschiedlichsten Alters", teilt die Herzogliche Hauptverwaltung auf Anfrage mit. Von den knapp 900 pro Jahr verkauften Weihnachtsbäumen macht die Nordmanntanne 95 Prozent aus.

Erstmals online verkauft

Damit in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie niemand auf seinen original Coburger Weihnachtsbaum verzichten muss, hat sich das Herzogtum bereits im späten Sommer über mögliche Alternativen beraten. "Wir planen zweigleisig. Wenn kein Verbot erlassen wird, kann man seinen Baum vor Ort kaufen. Da in diesen Zeiten aber nichts fest planbar ist, bieten wir die Bäume erstmals auch online zum Verkauf an."

Der Online-Shop steht ab Freitag, den 27. November, zur Verfügung. "Die Kunden können dann die Art und Größe des Baumes auswählen und diesen in den Warenkorb legen. Der Baum wird dann an die angegebene Adresse geliefert und via Lastschrift, Kreditkarte oder Paypal bezahlt", sagt die Verwaltung des Herzogtums.

Der traditionelle Christbaumverkauf ist derzeit für den 12. und den 19. Dezember geplant. "Es wird eine Einbahnstraßenregelung und eine Maskenpflicht für die Kunden geben. In diesem Jahr werden bereits mehr Bäume schon einen Tag vorher frisch geschlagen und aufgestellt", heißt es auf Anfrage. So werde verhindert, dass sich die Menschen in der Kultur beim Aussuchen zu nahe kommen. Die Maßnahmen dienen auch dem Schutz der Mitarbeiter. Die Ausgabe von Glühwein und Kinderpunsch müsse in diesem Jahr ebenfalls entfallen.

Online-Shop bleibt bestehen

Der Online-Shop soll auch nach der Corona-Pandemie weiterhin bestehen bleiben. "Wir möchten die Möglichkeit auch zukünftig anbieten und vielleicht sogar noch ausbauen."

Zwei Baumarten werden von 90 Prozent der Leute bevorzugt

en gibt es auch im Corona-Jahr eine Konstante. "Der Preis ist seit acht Jahren gleich", berichtet Thomas Emslander, Vorsitzender des Vereins Bayerischer Christbaumanbauer, auf Nachfrage. "Wir sind schon froh in diesem Jahr, wenn die Kunden auf unsere Höfe kommen können."

Die Christbaumanbauer sind jedenfalls zuversichtlich. Die Natur habe den Bäumen in diesem Jahr gutgetan, sagt Emslander. Und wegen der Corona-Pandemie und der stark eingeschränkten Reisetätigkeit erhofft sich nicht nur er, dass dann zuhause auch bei Alleinstehenden mehr Bäume aufgestellt werden. Mit 18 bis 24 Euro pro Meter hat sich der Preis nicht geändert. Das gilt wohlgemerkt für die mit Abstand beliebteste Art unter den Weihnachtsbäumen: die Nordmanntanne. 80 Prozent aller Käufer wollen genau diese Art von Baum. Er ist gleichmäßig im Wuchs, hat weiche, aber feste Nadeln in glänzendem Grün und hält wochenlang. Und er stachelt nicht.'

Das wiederum kann man vom zweitbeliebtesten Christbaum nicht behaupten. Die Nadeln der Blaufichte - mit dem charakteristischen blauen Schimmer - stechen stark. Vom Wuchs her steht die Blaufichte mit ihren gleichmäßigen Zweig-Etagen allerdings dem Spitzenreiter in nichts nach. Und einen Vorteil besitzt sie darüber hinaus: Sie duftet herrlich nach Nadelwald, was man von der Nordmanntanne nicht behaupten kann.

Der Duft allein überzeugt die Käufer aber seit Jahren immer weniger - der Abstand zwischen Nordmanntanne und Blaufichte ist beträchtlich. Letztere kommt gerade mal auf zehn Prozent Marktanteil, auch wenn sie vom Preis pro laufendem Meter mit 12 bis 15 Euro deutlich darunter liegt. Der Rest an Christbaumarten spielt mit Marktanteilen von einem Prozent und weniger fast keine Rolle - egal, ob Nobilistanne, Kiefer, Coloradotanne, Serbische Fichte oder heimische Fichte. Die heimische Fichte wolle kaum mehr einer, berichtet Emslander.

Vielmehr suchen die Anbauer nach Alternativen, die die Nordmanntanne ablösen könnten. Das Ziel ist dabei klar: Wuchs und weiche Nadeln der Nordmanntanne kombiniert mit einem Duft, den die Nordmanntanne nicht hat. Doch solche Neuerungen seien noch in der Selektionsphase. "Beim Bundessortenamt ist da meines Wissens noch nichts gemeldet", sagt Emslander. "Das dauert dann mindestens noch eine Generation. Und ob es dann eine neue Art schafft, sich zu behaupten, ist fraglich."

Vorteile der Korktanne

Einen Liebling hätte der Vorsitzende der bayerischen Christbaumanbauer schon heute. Die Korktanne vereinige viele Vorteile, sei ein schmaler und dichter Baum mit dichtem Nadelkleid, der überdies lange hält und auch noch zitronenartig duftet. Doch leider sei diese Baumart frostempfindlich, was Spätfröste im April oder Mai angehe, hat Emslander festgestellt. Dann also, wenn die Korktanne gerade austreibe. Rund 400 Anbauer von Christbäumen gibt es laut Landwirtschaftsministerium in Bayern, jährlich werden im Freistaat etwa vier Millionen Christbäume verkauft. Die meisten davon haben eine Größe von 1,80 bis 2,20 Meter. "Je größer die Stadt, desto kleiner die Wohnung, desto kleiner der Baum", sagt Emslander.

Aus Nachhaltigkeitsgründen zu bevorzugen sind Bäume, die aus der Region kommen. Laut Verein Bayerischer Christbaumanbauer seien das ungefähr 80 Prozent der im Freistaat verkauften Bäume. Einen wichtigen Hinweis gibt das Siegel "Geprüfte Qualität - Bayern".

Pflegetipps

Der Verein Bayerischer Christbaumanbauer empfiehlt folgende vier Maßnahmen: Schadstoffe Schützen Sie den Baum beim Transport vor Sprühwasser (Salzwasser) von der Straße. Lagerung Stellen Sie den Baum direkt nach dem Kauf im Netz an einen kühlen Ort in einen Eimer Wasser. Aufstellen Ständer mit Wasserbehälter benutzen und den Baum vorher anschneiden. Er lässt sich leichter schmücken, wenn er tags zuvor aufgestellt wird, damit sich die Zweige senken. Gießen Heizungsnähe vermeiden, regelmäßig gießen.red