In Ralf Trukenbrods Hühnerstall herrscht reger Betrieb. Seine Hühner flattern umher, fressen Körner und picken an den im Stall verteilten Karotten.

Ein Hahn kräht. "Ich habe zwei Ställe, in denen jeweils ein Hahn und 2000 Hühner leben", sagt der 55-Jährige. Der Hahn ist kastriert, um zu verhindern, dass die Eier der Hühner befruchtet werden. "Auch, wenn ich keinen Hahn hätte, würden die Hühner Eier legen - das liegt in ihrer Natur."

Der Hahn, den Trukenbrod liebevoll "Gockel" nennt, hat die Aufgabe, unter den Hennen für Ordnung zu sorgen. "Wenn er da ist, picken sich die Hennen nicht gegenseitig." Seinen Stall hier in Zedersdorf hat der Landwirt seit 2008. "Hühner hatten wir schon immer. Mein Vater hatte früher auf unserer Landwirtschaft alles - auch Kühe und Pferde", erzählt der gebürtige Zedersdorfer.

3000 Eier pro Tag

Im Hühnerstall geht jeden morgen um 4 Uhr das Licht an. Um 19 Uhr geht es wieder aus. "So behalten die Hühner ihren Rhythmus auch im Winter bei. Im Sommer ist es durch das Licht von draußen natürlich länger hell", erklärt Trukenbrod.

Pro Tag legen Trukenbrods Hennen rund 3000 Eier. "Pro Huhn muss man im Jahr mit 300 Eiern rechnen, von dennen 270 verkauft werden können, die restlichen sind beschädigt."

Die Hühner kommen im Alter von 18 Wochen in Trukenbrods Stall und bleiben dann für 23 Monate bei ihm. "Je älter das Huhn wird, desto größer werden die Eier. Große Hühnerhalter tauschen ihre Hennen bereits nach einem Jahr aus, weil sie so große Eier nicht brauchen." Damit die Eier innerhalb der knapp zwei Jahre nicht zu groß werden, machen Trukenbrods Hühner nach zwölf Monaten eine sechswöchige Pause.

Nach Kleidergrößen sortiert

"Das Licht wird in dieser Zeit reduziert und das Futter umgestellt. Die Hennen kriegen dann nur noch Hafer und Gerste, sonst fressen sie unter anderem auch Weizen, Kalk und Austernschalen." Die Hühner bekommen während ihrer Auszeit neue Federn und die Knochen werden wieder mit Calcium gefüllt, damit sich die Qualität der Eierschalen wieder verbessert. "Nach der Mauser ist die Schale wieder sehr glatt."

Die gelegten Eier fahren über ein kleines Fließband in eine Sortiermaschine und kommen dann nach den Größen S bis XL geordnet und dem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen auf der anderen Seite wieder raus. "Weil in einem meiner Ställe erst Legepause war, gibt es momentan wieder mehr kleine Eier", erklärt Ralf Trukenbrod.

Kontrollen nehmen überhand

Sogar die Stempelfarbe für das Mindesthaltbarkeitsdatum muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben, sonst dürfen die Eier nicht verkauft werden. "Bei uns finden mindestens acht Kontrollen im Jahr statt. Die Bürokratie ist in den letzten Jahren zu einem großen Problem geworden, man muss wahnsinnig viel aufschreiben", klagt der Landwirt.

Alleine für regelmäßige Wasser-, Salmonellen- und Futterkontrollen entstehen Trukenbrod Kosten von knapp 3000 Euro pro Jahr. Die Kosten sind nicht der einzige Aspekt, die ihn an den Kontrollen stören. "Wir müssen wahnsinnig viel Dokumentieren, die Zeit würde ich lieber anderweitig für meine Tiere nutzen."

Abnehmer kaufen weniger Eier

Neben den zahlreichen Kontrollen hat Trukenbrod in diesem Jahr zusätzlich mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. So musste er zeitweise vier Monate darauf warten, dass die Verpackungen für seine Eier geliefert werden.

"Es wurde weniger produziert und wer nur eine geringere Stückzahl bestellt, steht länger auf der Warteliste." Auch die Verkaufszahlen sind etwas gesunken. Abnehmer aus der Gastronomie, wie etwa Pizzerien hätten einen geringeren Verbrauch.

Fakten über Hühner

Sozialverhalten: Hühner können sich bis zu 100 verschiedene Gesichter ihrer Argenossen merken.

Träume im Schlaf: Hühner träumen im Schlaf ähnlich wie wir Menschen.

Ernährung: Weil Hühner keine Zähne haben, fressen sie kleine Steinchen, die das Futter im Magen zermahlen.

Farbe des Eis: Ob ein Ei weiß oder braun ist, hängt von der Farbe der Ohrscheibe ab. Quellen: Peta, rolling pin.