In unzähligen Leserbriefen, Anträgen und Stellungnahmen wurde in den vergangenen Wochen die Fassadengestaltung des Hauses Albertsplatz 4 diskutiert und auch immer wieder kritisiert. Stadtbild Coburg etwa regte an, durch eine farbliche Gliederung der Fassade "zumindest eine optische Verbesserung" zu erreichen. Zuletzt hatte Stadtbild-Vorsitzender Hans-Heinrich Eidt darauf hingewiesen, bei dem Neubau seien die Vorschriften der Gestaltungssatzung missachtet worden. Dem hielt nun der langjährige Stadtbaudirektor von Krefeld, Thom Roessler, in einer Stellungnahme am Dienstag im Tageblatt entgegen, die Gestaltungssatzung von 1974 sei überholt und nicht mehr geeignet, modernes Bauen in historischer beziehungsweise denkmalgeschützter Umgebung zu regeln.
Roessler hatte unter anderem bemängelt, dass diese Satzung etwa die Höhenentwicklung eines Gebäudes nicht regle, andererseits aber Bauten zulasse, die im Altstadtbereich störend wirken könnten, obwohl andere, sehr kleinliche Vorschriften eingehalten wurden.
Stadtbild Coburg hat die Gelegenheit ergriffen und Stadtplaner Thom Roessler gleich für eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung gewonnen. Am Dienstag, 20. März, wird es ab 19 Uhr im Saal des Hexenturms, Ernstplatz 12, am Beispiel des Hauses Albertsplatz 4 um die Frage gehen, ob die Gestaltungssatzung tatsächlich überholt ist. Angesprochen sind alle Interessierten, Kritiker wie Befürworter. Der Eintritt ist frei.
"Als langjährig erfahrener Stadtkonservator hat sich Herr Roessler bereitgefunden, seine Kritik und zukunftsweisende Empfehlungen darzustellen", schreibt Hans-Heinrich Eidt in einer Pressemitteilung. "Damit sollte es gelingen, eine sachbezogene Darstellung des Themas auch hinsichtlich des Hauses Albertsplatz 4 zu erreichen."