Wenige Bürger Neustadts haben in der jüngeren Geschichte in ihrer Heimatstadt so nachhaltig Spuren hinterlassen wie Max Oscar Arnold. Ein Platz und eine Straße tragen den Namen Arnolds. Mehr noch: Eine weit über Neustadt hinaus bekannte Auszeichnung beim alljährlich ausgerichteten Puppenfestival wird in seinem Namen vergeben.

Präsident des Coburger Landtages

Als Unternehmer wie als Politiker setzte sich Arnold für seine Heimatstadt ein, prägte aber auch darüber hinaus das Coburger Land. Denn der am 29. März 1854 in Neustadt geborene Arnold brachte es zum Geheimen Kommerzienrat und war ab 1884 Mitglied des Coburger Landtages, dessen Vizepräsident er 1897 und dessen Präsident er 1904 wurde. Als Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei vertrat er von 1914 bis 1918 das Herzog Sachsen-Coburg und Gotha als Mitglied des Deutschen Reichstags in Berlin. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte sich Arnold entschieden für den Anschluss des Coburger Landes an Bayern ein und wirkte konsequenterweise von 1920 bis 1924 als Mitglied des Bayerischen Landtags.

Verarmt gestorben

Parallel zu seinen vielfältigen politischen Aktivitäten prägte Max Oscar Arnold seine Heimatstadt als zunächst sehr erfolgreicher Unternehmer. Unmittelbar nach seiner Heirat gründete Arnold als 24-Jähriger 1778 ein Unternehmen zur Produktion von Puppenbekleidung. Diese Manufaktur expandierte rasch und war um die Jahrhundertwende einer der wichtigsten Arbeitgeber Neustadt. In der Zeit des Ersten Weltkriegs stellte Arnolds Firma die Produktion um und stellte Geschosskörbe und Stielhandgranaten her. Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Arnold erkennen, dass es in der Puppenindustrie kein ausreichenden Absatzmarkt mehr gab. Die Umstellung auf die Herstellung von Möbeln und elektrotechnischen Artikeln brachte jedoch mittelfristig nicht den erhofften Erfolg. Im Oktober 1928 musste das Unternehmen schließen.

Vielfältig engagiert

Der bekannteste seiner sieben Söhne war Karl Arnold, der als Zeichner der weit verbreiteten Satirezeitschrift Simplicissimus in die Geschichte ein. Regional aber machte sich auch Albert einen Namen - als einer der bekanntesten Mundartdichter Neustadts.

Max Oscar Arnold setzte sich in vielfältiger Weise für seine Heimatstadt ein, engagierte sich in der Tourismuswerbung und für die Verschönerung des Muppbergs. So war ihm der Bau einer Schutzhütte auf dem Muppberg zu verdanken. Arnold war treibende Kraft für den Bau der Steinachtalbahn und machte seinen Einfluss geltend, dass die Trasse über Neustadt geführt wurde nicht nicht - wie anfangs geplant - über Sonneberg.

Auch in Coburg engagierte sich Arnold, war eine der treibenden Kräfte bei der Restaurierung der Veste Coburg, die 1909 nach Plänen Bodo Ebhardts begann. Für diese Sanierung spendete Arnold einst 40000 Mark.

Hintergrund

Geschichte Die Serie "Neustadts Stadtgeschichte in Straßennamen" beleuchtet am Beispiel wichtiger Personen verschiedene Aspekte in der Entwicklung der Bayerischen Puppenstadt. Den Anfang macht Max Oscar Arnold.