Normalerweise steht Stefan Franz in der Sparkasse, in seiner Freizeit verwandelt sich der Banker aber in einen Regisseur, Schauspieler, Bühnenbilder und Drehbuchautor. Seit 32 Jahren steht Franz an der Spitze der Trächer Laienschauspieler aus der Sportvereinigung Eicha, und dies tut er mit Begeisterung. Im Sportheim proben er und elf Akteure in diesen Tagen leidenschaftlich am neuen Stück. "Ohne Qual, keine Wahl" heißt der Schwank, der allerlei Turbulenzen, Verwirrungen und eine Überraschung verspricht.
Das Theater sei seine Leidenschaft, sagt Franz. "Es ist mein Baby," schwärmt er. In mehreren Laientheater-Gruppen mischt er mit, auf der Waldbühne Heldritt hat er mitgespielt. Er ist Bauchredner und Zauberer und wurde sogar schon mal für eine Oscar Wild Verfilmung gecastet.


Start ist schon im Frühjahr

Die Vorbereitungen der Trächter Laienspieler beginnen im Frühjahr des Jahres, wenn Franz mit der Auswahl des Stückes beginnt. Um 15 bis 20 Texte fordert er an, liest sie und entscheidet welches heitere Werk auf die Sportheimbühne kommt. "Das dauert, bis ich das Passende gefunden habe", sagt er. Schließlich soll das Stück beim Publikum ankommen und auf die Akteure passen. Die Pointen müssen sitzen und die Charaktere sollen zu den Darstellern passen.
Nach den vielen Jahren, erzählt er, wisse er wie die Darsteller ticken. "Beim Lesen des Textes sehe ich vor meinem geistigen Auge, wer was spielt." In den Tagen vor der Premiere erhält das aktuelle Stück den Feinschliff. Worum es geht ? "Es ist das übliche Muster mit Verwirrungen, nur diesmal wird es anders verlaufen. Es gibt am Ende eine Überraschung", verspricht der Regisseur.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Fritz, ein Bürgermeister, der Landrat werden möchte und dafür sogar seine Ehe opfern würde. Seine Zukunft sieht er in der neuen PR-Managerin. Aber nicht nur die hat ein Auge auf Fritz geworfen. Der Wahlkampf erfasst die ganze Familie und gipfelt schließlich in einem Faschingsball, der im Sportheim der Sportvereinigung Eicha zum Schicksalstag wird.


Zurück zu den Wurzeln

Apropos: Das Sportheim verwandelt sich bereits zum fünften Mal in ein Theater. "Wie es scheint, dieses Jahr zum letzten Mal", sagt Franz. Da das Freizeitzentrum Witzmannsberg saniert wird, hoffen die Akteure im nächsten Jahr - wie in alten Zeiten - wieder dort zu spielen. "Wenn es planmäßig läuft, soll es schon im Jahr 2018 wieder ein Theater auf der großen Bühne geben", freut sich Franz.
Emely Schigg aus Gossenberg gehört zum ensemble. "Ich habe schon als Kind beim Laientheater zugeschaut und wollte mitmachen. Als ich gefragt wurde, habe deshalb auch gleich zugesagt. Den Text lerne ich nebenbei. Ich freue mich auf die Premiere."
Als Ausgleich neben derVorbereitung auf das Abi sieht Amelie Kotschy aus Eicha das Laientheater: "Laienschauspiel begleitet mich schon immer, weil Mama auch gespielt hat. Wenn ich alte Videos gesehen habe, wollte ich das auch machen. Seit ich 16 Jahre alt bin, bin ich dabei. Am liebsten spiele ich vorlaute Rollen, die einen gewissen Witz haben."