Eine von Jahr zu Jahr größer werdende Zuschauerkulisse kam am gestrigen Sonntag voll auf ihre Kosten, als beim Faschingsumzug im - nach Aussage des Hauptorganisators, Ortssprecher Jörg Faber - "kleinsten Dorf der Republik" wieder einmal die Hölle los war.
Bei strahlendem Vorfrühlingswetter zog der Gaudiwurm über die beidseitig vom jubelnden närrischen Volk belagerte Ortsstraße von Unter- nach Oberweischau. Und weil der Weg so kurz ist, drehten bunt gestaltete Wagen und Fußgruppen die Runde gleich dreimal.
Das Doppeljubiläum, "50 Jahre Zwangshochzeit mit Sonnefeld" und der inzwischen zehnte Umzug, bot reichlich Stoff, den es humoristisch aufzuarbeiten galt.


Bürgermeister als Ortssheriff

Unter Verweis auf die vor ihrer Fertigstellung stehende Domänenhalle war "die teuerste Scheune der Welt" thematisiert.
"50 Jahre sind genug" verkündete eine Gruppe, die das "glücklich verheiratet" in glücklich für Sonnefeld und verheiratet für seinen heutigen Gemeindeteil differenzierte. Das Begrüßungsgeld hatten die Akteure im Beutel gleich dabei. "Für allein waren wir zu klein" war von Gruppen aus der Stammgemeinde und umliegenden Ortschaften ebenso dokumentiert wie der sanfte Zwang, mit dem die erste derartige Maßnahme in Bayern über die politische Bühne gezogen wurde.
Bürgermeister Michael Keilich führte im braunen Kostüm als Ortssherif eine Gruppe "gefangener Ortsteile" an der langen Kette vor. Die auf einem Wagen mit Gefolge präsenten Faschingsregenten wurden durch WWK-Spätlese, die Weischiche-Wein-Königin, ergänzt.
Immer wieder ertönte der närrische Schlachtruf durch den Straßenzug. Selbst Landart Michael Busch ließ es sich nicht nehmen, den Umzug mit seiner eigenen Kapelle zu bereichern. Die Stimmung ließ zum zehnten Mal nichts zu wünschen übrig.