von unserem Mitarbeiter Andreas Herzog

Die einstige Brücke über die Lauter am "Inselweg" wird verschwinden. Das beschloss der Gemeinderat von Lautertal in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig.
In Anbetracht der geringen Verkehrsbedeutung - sie wird nur von wenigen Anliegern als Fußgängerbrücke genutzt - sieht das Gremium den hohen Sanierungsaufwand als nicht gerechtfertigt an. Die Anlage wird deshalb zurückgebaut.

Bürgermeister Sebastian Strau bel (CSU) bezifferte die Kosten für eine Reparatur der Brücke mit rund 25 000 Euro. Damit könne dem Wunsch einer Anliegerin, deren Schreiben der Bürgermeister verlas, nicht nachgekommen werden. Sie hatte um den Erhalt gebeten und auch davon gesprochen, dass die Brücke am Inselweg über die Lauter von Spaziergängern genutzt werde.


Kämmerer Horst Engelhardt machte auf den Finanzbedarf der Kommune für dringend erforderliche Bauwerke an den Hauptverkehrsstraßen und anderen stark frequentierten Flussübergängen aufmerksam. Dem stimmte auch Gemeinderat Manfred Menzel (ÜPW) zu: "Wir sollten uns auf die Sanierung der wichtigeren Brücken konzentrieren", betonte er. Dem folgte das Gremium. An den Ufermauern werden vom Bauhof Absturzsicherungen errichtet.

Kinosommer kommt wieder

Den Kinosommer on Tour - initiiert vom Regionalmanagement Coburg Stadt und Land - soll es in Lautertal in diesem Jahr erneut geben. Dafür votierte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme. Wie in den Ausführungen des Bürgermeisters und verschiedener Gemeinderäte deutlich wurde, sei dies 2014 ein großer Erfolg gewesen. Eine war "proppenvoll" und selbst die anderen beiden bei schlechterem Wetter trafen auf gute Resonanz bei der Bevölkerung. Die erforderliche Pauschalgebühr von 4500 Euro wird durch die Kommune wieder bereitgestellt. Als Spielort für die Kino-Veranstaltung soll erneut der Pausenhof oder der Sportplatz der Schule "Am Lauterberg" dienen. Sebastian Straubel bedankte sich bei den Vereinen für die Unterstützung, mit der man sicher auch heuer rechnen könne.

Mit den Zahlen ist alles okay

Einstimmig erfolgten die Feststellung der Jahresrechnung 2013 und die Entlastung der Verwaltung, nachdem Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Bernd Rauschert (PWG) die Ergebnisse der Prüfung vorgetragen hatte, die sämtlich Berücksichtigung fanden. Die Rechnung schließt mit einem Verwaltungshaushalt von 5,589 Millionen und einem Vermögenshaushalt von 2,789 Millionen. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt betrug 578 473 Euro, der Überschuss von 729 061 ist der allgemeinen Rücklage zugeflossen.

Bedenken gegenüber Bürgerbus

Das Gremium diskutierte den Wunsch nach einem bei verschiedenen Veranstaltungen angesprochenen Bürgerbus, mit dem nach einer Kürzung des ÖPNV-Angebotes vor allem in den Vormittagsstunden die Mobilität von Senioren aus den oberen Ortsteilen wieder erhöht werden soll. Der Aufwand ist natürlich nicht unerheblich. Neben den Anschaffungs-, Erhaltungs- und Unterhaltskosten sind entsprechende ehrenamtliche Fahrer mit Befähigungen zur Personenbeförderung notwendig. Bürgermeister Sebastian Straubel berichtete über Erfahrungen aus Landkreiskommunen, die einen solchen Bus fahren lassen. Schließlich sah man im Moment nach Pro und Kontra zunächst davon ab, einen Probebetrieb zu beschließen, sondern beauftragte die Verwaltung und den Bürgermeister, alle rechtlichen und finanziellen Fragen zu klären.
Außerdem sei es sinnvoll, erst die Fahrplangestaltung des ÖPNV für August 2016 abzuwarten.

"Demokratie lebt vom Ehrenamt" - mit diesem Ausspruch des ersten Bundespräsidenten Dr. Theodor Heuss brachte Bürgermeister Sebastian Straubel bei der Ehrung von verdienten Sportlern und langjährigen Funktionären zur Gemeinderatssitzung deren Bedeutung und seine Anerkennung zum Ausdruck. "Es sind außergewöhnliche Leistungen, die hier für den Sport vollbracht werden und verdienen Würdigung durch die Gesellschaft."
Das betonte Straubel in seiner Laudatio. Sport sei eine gemeinschafts- und persönlichkeitsbildende Freizeitbeschäftigung, die außerdem noch gesund sei. Er versicherte, dass die Gemeinde alles Machbare tun werde, um die perfekten Rahmenbedingungen für die Sportvereine mit ihrer besonders wichtigen Arbeit für Erwachsene und die Jugend zu schaffen.
Herausragende sportliche Leistungen wurden gewürdigt: So gewann Max Keller vom TSV Unterlauter die oberfränkische Meisterschaft der C-Schüler im Tischtennis. Anna Merkel (TSV Unterlauter) wurde oberfränkische Meisterin im Tischtennis-Doppel der C-Schüler.
Etwas nahezu Einmaliges gelang der Sportschützin vom SV Rottenbach: Sie schoss beim Oktoberfest-Landesschießen im September 2014 in München einen 0,0-Teiler unter 2847 Sportlern ihrer Klasse. "Das war sicher wie ein Lottogewinn", sagte der Bürgermeister anerkennend.
Die Tischtennis-Jugendbetreuer Rüdiger Stang, Rainer und Sebastian Probst (alle TSV Unterlauter) haben innerhalb von sieben Jahren zum sechsten Mal den Joachim-Franke-Pokal für die beste Jugendarbeit Oberfrankens erhalten.
Mit dem Deutschen Sportabzeichen wurden Helmuth Durst (25-mal), Dieter Scheler (35-mal) und Günter Engel (36-mal) ausgezeichnet.

Ende einer Ära

Über dreieinhalb Jahrzehnte leistete Günter Engel ausgezeichnete Arbeit als Sportbeauftragter der Gemeinde und war zugleich Kampfrichter. Bis zum Jahre 2003 stand er an der Spitze bei der Ausrichtung der jährlich 14 Ortsmeisterschaften bis hin zur Punkteauswertung und zum Schreiben der Urkunden. In 36 Jahren hat er über 5000 sportliche Leistungen der Teilnehmer ausgewertet und Platzierungslisten erstellt. Als Sportabzeichenprüfer hat er die Leistungen von 1500 Teilnehmern bewertet. Außerdem war Günter Engel im Sportausschuss der Gemeinde verantwortlich für die Auswahl und Durchführung der Ehrungen.
Der Bürgermeister bedankte sich für diesen außerordentlichen Einsatz zum Wohle der Bürger und des Sports in dieser langen Zeit. Sein Lob galt zudem den beiden Mitstreitern: Dieter Scheler und Claus Forkel waren als Kampfrichter bei den Breitensportwettbewerben der Gemeinde tätig. 36 Jahre lang organsierten und bewerteten sie die sportlichen Leistungen der Bürger, erst im Rahmen der "Sportlichen Gemeinde", später im Zuge der Ortsmeisterschaften. "Ihr seid beste Vorbilder für unsere Jugend", sagte Straubel.

Dauerhaft im Ehrenamt

Seit mehr als 30 Jahren ist Günther Ehrlicher vom TSV Oberlauter bei jeder Bautätigkeit aktiv - vom Sportheimaufbau nach dem Brand bis hin zu jeder handwerklichen Tätigkeit ist er immer da, wenn er gebraucht wird. Weit über 1000 ehrenamtliche Stunden hat es so für den TSV geleistet.
Jahrzehnte für den TSV Unterlauter aktiv ist Josef Menzel. Von 1952 bis 2205 war er Platzkassier, war im Vergnügungsausschuss und dem Saaltrupp gehörte er noch bis 2013 an. Klaus Taubmann war bereits 1968 im TSV Unterlauter Jugendbetreuer des Vereins, von 1975 bis 1998 Platzkassierer danach Platz-Hauptkassierer. Im Vergnügungsausschuss und im Saaltrupp ist er bis heute aktiv. Alle erhielten eine Erinnerungsurkunde und einen Geschenkgutschein der Gemeinde.