In zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen warten mit den Bundesliga-Reserven der Rhein-Neckar Löwen und zunächst an diesem Samstag um 19.30 Uhr der HBW Balingen-Weilstetten zwei kompakte Gegner auf den HSC 2000 Coburg.

Die "Jung-Gallier von der Alb" aus Balingen haben es dem HSC schon im Hinspiel nicht leicht gemacht. Deren Trainer, Eckhard Nothdurft, hatte damals mit immer neuen Variationen in seiner Abwehr und auch im Angriff versucht, die Mannschaft von Jan Gorr aus dem Tritt zu bringen.

"Das ist so etwas wie das Markenzeichen der Balinger, verschiedene Optionen auszuprobieren um den Gegner immer wieder neu zu fordern." Jan Gorr rechnet auch diesmal damit, dass sich Riehn, Barsties und Co. immer wieder neuen Aufgaben gegenübersehen und bereitet sie darauf vor.

"Aber wir müssen zu allererst unser Spiel machen, auf uns schauen." Auch von der Favoritenrolle, die Nothdurft, eindeutig wie kein anderer zuvor, dem HSC zuschiebt, lässt sich Jan Gorr nicht blenden: "Das ist eine junge Truppe. Als Bundesliga-Unterbau sind sie bestens ausgebildet, spielen tollen, modernen Handball, legen ein hohes Spieltempo an den Tag."

Gorr weiß genau, was auf ihn zukommt, ist sich nur unsicher, wie der Gegner anreist. Denn da die 1. Mannschaft in der DKB-Handball Bundesliga bereits am Mittwoch gespielt hat, "bleibt abzuwarten, welche Anleihen dort genommen werden."

Doch da braucht sich Coburg's Coach eigentlich keine Gedanken zu machen. Noth-durft stellt klar: "Die 1. Mannschaft steckt in einer schwierigen Situation. Deswegen wird in Coburg das gleiche Team auflaufen wie in der Hinrunde - also ohne Aleksandar Stevic, der auch schon einmal hinter vorgehaltener Hand als Trainer beim HSC Coburg gehandelt wurde."

Jetzt ist Stevic Zweitligatrainer in Neuhausen, ersetzte dort Markus Gaugisch der nach der Freistellung von Rolf Brack ein halbes Jahr früher die abstiegsgefährdete Balinger Erstliga-Mannschaft übernahm. Gorr kann wieder auf die zuletzt erkrankten Ronny Göhl und Hajck Karapetjan setzen, schlechter sieht es bei Steffen Coßbau aus, der seine Schulterverletzung aus dem Herrenberg-Spiel noch nicht auskuriert hat.

Gorr will die Balinger Rückraumschützen möglichst weit von seiner Deckung entfernt halten. Von weiter hinten dürfen sie durchaus werfen, aber neun Meter sollten es mindestens sein. Und dann soll seine Mannschaft auch wieder Konter setzen und ihre zuletzt gezeigten Qualitäten, wie schnelles Rückzugsverhalten und starke Abwehrleistung in die Waagschale werfen.

Beim Hinspiel erwies sich Dominic Kelm mit neun Treffern als "Schrecken der Alb". Der Kreisläufer ist weiter in bestechender Form. Mit seinen acht Toren aus der letzten Woche hat er sich mit 544 Treffern auf den 4. Platz der ewigen Torschützenliste des HSC 2000 vorgearbeitet und jagt jetzt seinen Co-Trainer Anton Lakisa (3. Platz/685).

Damit hat Kelm Jens Pussert (536), den "Potsdamer-Klassenverbleib-Helden" vor elf Jahren und jetzt Jugend-Trainer beim HSC verdrängt. Pussert wird seinen Top-Fünf Platz bald verlieren, liegt ihm doch Johann Andersson (529) im Nacken.