Nach der Zeitrechnung der Fans des HSC 2000 Coburg ist es das Bad Neustadt minus Eins-Spiel. Der Gegner scheint da weniger wichtig. Doch Jan Gorr sieht das völlig anders, obwohl das Hinspiel gegen die SG Köndringen-Teningen mit zwölf Toren Unterschied (30:18) gewonnen wurde: "Dafür gibt es zwei Gründe - von unserer Heimstärke können wir uns auswärts nichts kaufen und in Teningen kannst du locker auch mal verlieren, deswegen verbietet sich für uns der Blick über diese Partie hinaus."
Der Coburger Trainer will aber mit aller Macht den positiven Trend bestätigen, im Hinblick auf den bevorstehenden Saisonhöhepunkt keinen Boden preisgeben. Er fordert vollste Konzentration auf die Partie gegen den derzeitigen Tabellensiebten.
Zurecht - denn auch im Hinspiel hat es lange gedauert, bis der HSC den Widerstand von Köndringen-Teningen, die einen "sehr unbequemen Handball gespielt haben", so Gorr damals, gebrochen hatte.
Ein 7:0-Lauf nach dem 16:12 ebnete den Weg. Coburg‘s Coach weiß natürlich, worauf es besonders zu achten gilt: "Das ist nicht nur der erfahrene Christian Hefter auf der rechten Seite. Da gibt es noch den dynamischen Daniel Warmuth am Kreis und mit Pascal Bührer einen Allrounder, der oft mit Schlagwürfen überrascht und dem man nicht zu viel Platz geben darf."
Köndringen hat insgesamt eine sehr gute Spielanlage, deswegen "dürfen wir sie nicht ins Laufen kommen lassen und müssen wieder eine gute Deckung hinstellen."
Auch für HSC-GmbH-Geschäftsführer Jochen Knauer ist klar: "Das ist ein richtiges Schlüsselspiel. Gegen Bad Neustadt nächste Woche musst du sowieso gewinnen, aber das jetzt wird genauso schwer."

Apfel kündigt Neuzugänge an

Auch Vorstandssprecher Stefan Apfel, der ankündigte, dass es in Kürze Vertragsverlängerungen "mit den meisten Spielern und die ein oder andere Neuverpflichtung geben wird", sieht das ähnlich: "Ein verdammt schweres Auswärtsspiel. Das ist vor dem Bad Neustadt-Spiel noch einmal eine Standortbestimmung, ob die zuletzt gezeigten souveränen Leistungen auch bei solch einem Auswärtsspiel halten."
In Köndringen ist die Einschätzung eine ganz andere. Aus Sicht des SG-Trainers Ole Andersen, der für sein Team keine Siegchance sieht, kann es nur einen Sieger geben und der heißt HSC 2000 Coburg. Trotz dieses Understatements gibt Gorr darauf nicht viel. "Die haben auch keinen Grund sich zu verstecken." Er lässt sich von dieser "Einlull-Taktik" des Gegners nicht beirren, denn in eigener Halle hat die SG in der Rückrunde noch keinen Punkt abgegeben, Bad Neustadt-Bezwinger Friedberg zuletzt klar besiegt.
In der Halle sind im Übrigen Trommeln verboten, die können die HSC-Fans also getrost zu Hause lassen. Vor vielen Jahren warf ein Zuschauer solch eine Trommel von der Tribüne auf
das Spielfeld und seitdem geht ins Sachen trommeln gar nichts mehr. Das sollten die HSC-Fans wissen, da man schon einmal dort antrat. Damals, Mitte April 2007, war der 33:29-Erfolg über Köndringen-Teningen der vorletzte Schritt in die 2. Liga, Torwart Havard Martinsen, auch im Augenblick in bestechender Form, spielte eine überragende Partie und traf zur Krönung sogar zum 26:31 selbst ins Tor.

Martinsen in toller Form

Neben zwei Siebenmeter-Toren das einzige Feldtor in seinen 306 HSC-Spielen. Eine Woche später folgte der Aufstieg nach einem Sieg über Fürstenfeldbruck - so weit ist der HSC noch nicht.


Samstag, 20 Uhr: SG Köndringen-Teningen gegen HSC 2000 Coburg