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Neustadt bei Coburg
Kündigung

Gesucht: Ein neuer Hüttenwirt auf dem Muppberg

Der bisherige Pächter der Arnoldhütte hat den Vertrag mit dem Verschönerungsverein gekündigt. Jetzt heißt es einen Nachfolger zu finden.
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Die Arnoldhütte, beliebtes Ausflugsziel auf dem Muppberg, steht wieder für eine Verpachtung zur Verfügung. Fotos: Rainer Lutz
Die Arnoldhütte, beliebtes Ausflugsziel auf dem Muppberg, steht wieder für eine Verpachtung zur Verfügung. Fotos: Rainer Lutz
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Über das Schild am Eingang zur Arnoldhütte auf dem Muppberg dürfte sich im Augenblick niemand wundern. Es weist darauf hin, dass die Hütte geschlossen hat. Doch wenn die Maßnahmen, die das Coronavirus in seiner Verbreitung bremsen sollen, so weit gelockert werden, das Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen, wird das Schild an der "Schutzhütt" nicht verschwinden. Sie ist geschlossen, weil der Pachtvertrag gekündigt wurde, wie Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) auf Anfrage bestätigt.

Verpächter ist der Verschönerungsverein, in dem der Oberbürgermeister den Vorsitz hat. Als die Gastronomenfamilie Stöwer Ende 2016 einen Pachtvertrag unterschrieb, war die Freude groß. Die Stadt hatte damals nicht zu hoffen gewagt, dass in so kurzer Zeit ein neuer Pächter gefunden werden würde. Nach zwölf Jahren als Wirtin auf dem Berg hatte Claudia Suffa gebeten, den Pachtvertrag zu lösen. Seit 2013 hatte sie die Hütte alleine bewirtschaftet. Doch dann wurde ihr der Aufwand zu viel.

Gefreut hatte sich auch die Familie Stöwer, die in der regionalen Gastronomie einen Namen hat - vor allem auch als Caterer. Jochen Stöwer sagte bei der Vertragsunterzeichnung: "Wir wollten schon lange so etwas wie die Hütte, wo wir für die Gäste frisch kochen können."

Über die Wintermonate 2016/17 wurde die Hütte noch renoviert, dann ging der Betrieb in eine neue Phase, und die Arnoldhütte wurde wieder zu einem beliebten Ausflugsziel. Jetzt ist Schluss. "Der Pachtvertrag wurde fristgerecht gekündigt", bestätigt Peter Fröber. Er ist der Geschäftsführer des Verschönerungsvereins. Joachim Stöwer habe persönliche Gründe für seine Entscheidung genannt. Eine Entscheidung, die der Verein akzeptieren muss.

Warten auf das Ende der Krise

Jetzt geht es darum, wieder einen neuen Pächter für die Hütte zu finden Doch das gestaltet sich im Augenblick schwieriger als normal. Denn, da wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid 19 Epidemie alle Gastronomiebetriebe geschlossen sind und das Ende dieser Beschränkungen nicht klar abzusehen ist, könne der Verein einem Interessenten auch keine klare Perspektive bieten.

Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Sommer, in dem womöglich noch immer Reisebeschränkungen gelten, wäre es wünschenswert, mit der Arnoldhütte ein attraktives Ziel vor der Haustür zu haben. Bisher war die Hütte im Sommer bis auf zwei Ruhetage täglich geöffnet. Im Winter gab es mehr Ruhetage. Für einen neuen Wirt gilt mit Blick auf die Öffnungszeiten laut Peter Fröber: "Je öfter desto besser." Doch das müsse eben der Wirt entscheiden, den es jetzt zu finden gilt.

Turm als Ausflugsmagnet

Nicht nur die Hütte lockt auf den Berg. Beliebtes Ziel ist auch der 28 Meter hohe Prinzregententurm, der nicht weit von der Arnoldhütte entfernt steht. Die Aussichtsplattform des Bauwerks, das in der Verantwortung des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten liegt, ist der höchste Punkt des Cobuger Landes. Schließlich steht der Turm auf dem ohnehin schon 516 Meter hohen Muppberg. Die Sennigshöhe im Gemeindegebiet von Meeder ist zwar als Berg mit 523 Metern über Meereshöhe, die höchste Erhebung des Landkreises, doch sie hat eben keinen Aussichtsturm mehr. So kann Neustadt mit seinem Prinzregententurm behaupten, dass im Coburger Land niemand höher hinaus kommt, als auf dieser Aussichtsplattform.

Den Schlüssel für den Turm konnten Besucher bisher in der Hütte empfangen. Das könnte mit einem neue Pächter wieder so sein - und wie bisher mit der Hoffnung verbunden, dass die Gäste, die den Schlüssel zurückbringen auch gleich einkehren.

Wer nicht gut zu Fuß ist, muss übrigens nicht auf den Besuch von Turm und Hütte verzichten. Eine Buslinie fährt regelmäßig auf den Berg.