200 Plätze für den Coburger HSC, drei Busse aus der Vestestadt, drei bis vier Dutzend Privatfahrzeuge und wohl Hunderte vor dem Radio oder Computer - das sind die Rahmendaten vor dem Topspiel der 3. Handball-Liga Süd. Es geht um Platz 1 - der Sieger ist oder bleibt Spitzenreiter.
Morgen Abend steigt also das Derby beim noch verlustpunktfreien HSC Bad Neustadt. Die Vorfreude auf das Gipfeltreffen ist groß.
Für die Partie gegen den direkten Verfolger HSC 2000 Coburg hätte der Veranstalter leicht doppelt so viele Kartenwünsche erfüllen können.
Bad Neustadts Pressesprecher Christian Hüther sagte: "Wir kennen ja die Problematik. Bei Spielen gegen Coburg oder gegen Rimpar kommen wir an die absoluten Grenzen unser Kapazitäten."
Fakt ist, dass am Samstag "nur" 970 zahlende Besucher in die Halle dürfen.
Mit einem guten Fünftel an Karten für Coburg war man in der Saalestadt großzügig, das betonen auch Coburgs Verantwortliche. "Mehr geht einfach nicht. Wir hätten auch gerne so eine sensationelle HUK-Arena," betont Hüther. Doch das Coburger Kartenkontingent war trotzdem schon knapp zwei Wochen vor der Partie vergriffen und auch viele Fans der Saalestädter bleiben außen vor. Unbestätigten Informationen zu Folge ist es jedoch einem treuen HSC-Fan gelungen, 50 weitere Tickets in Bad Neustadt zu erwerben, so dass sich die Coburger Handballer vielleicht sogar auf die Unterstützung von mehr als 300 Fans freuen dürfen.

Ein schlitzohriger HSC-Fan!

Viele, die eine Karte ergattert haben, können sich wohl auf ein spannendes und enges Spiel einstellen. Das erwartet auch Coburgs Trainer Jan Gorr: "Beide liegen eng beisammen. Da kann die Tagesform den Ausschlag geben, aber letztendlich entschieden viele Faktoren."
Gorr weiß, dass der Gegner über "sehr viel Qualität verfügt", verweist aber auch darauf, dass "wir uns keinesfalls verstecken brauchen. Wir haben uns von Spiel zu Spiel weiter entwickelt. Jetzt freuen wir uns auf diese Nagelprobe."
Vielleicht haben die Coburger auch den kleinen Vorteil, dass sie insgesamt ausgeglichener besetzt sind als die Saalestädter, die zuletzt nur mit zehn Feldspielern agiert haben. Auch eine Niederlage wäre nach Meinung von Gorr "normal". Gewinnen die Coburger dieses Spiel aber, wäre das für den weiteren Rundenverlauf ein klarer Vorteil.
Aufgrund der Heimstärke des Gegners sieht Gorr Bad Neustadt als leicht favorisiert an. Zuletzt gewann Coburg im November 2006 in Bad Neustadt, das sogar deutlich mit 36:30 bei zeitweiliger Neun-Tore-Führung. Danach gab es allerdings nichts mehr zu holen. Aus der damaligen Mannschaft sind nur noch Ronny Göhl und Havard Martinsen dabei.
Sebastian Kirchner, der bei diesem Coburger Sieg noch drei Tore für Bad Neustadt warf, meint: "Es wird Zeit, dass wir da gewinnen, es ist einfach fällig. Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich. Ich komme von dort und ich freue mich drauf."
Doch die Heimstärke der Badstädter ist bekannt. In der Saison 2011/12 mussten sie sich nur den Spitzenteams und dem derzeitigen Zweitligisten EHV Aue und DJK Rimpar Wölfe geschlagen geben, in der vergangenen Saison blieb man in eigener Halle ohne Niederlage, nur Rimpar nahm einen Zähler mit.
Auch HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel, beim letzten Sieg in der Saalestadt selbst noch im HSC-Tor, gibt sich zuversichtlich: "Bad Neustadt hatte bisher das leichtere Programm. Selbst wenn wir verlieren, ist noch alles offen, die Saison ist ja noch lang. Aber wenn die Abwehr so steht wie zuletzt, schlägt uns in dieser Liga keiner."
Und schließlich würde ja ein guter Angriff ein Spiel gewinnen, aber eine gute Abwehr die Meisterschaft." Und am eigenen Kreis sind beide Teams Extraklasse - es ist also angerichtet.

Samstag, 19.30 Uhr: HSC Bad Neustadt - HSC Coburg