Keine monatlichen Sprechstunden, keine Mitgliedersitzungen, keine gemeinsamen Aktionen. "Während des ersten Lockdowns haben wir versucht, ruhig zu bleiben", berichtet Renate Gretzbach. Umso erleichterter war die Vorsitzende des Seniorenbeirats Neustadt, als ab September wieder Sprechstunden stattfinden durften: "Wir sind froh, dass wir unsere vorrangige Aufgabe wieder wahrnehmen und Senioren beraten können."

Strenge Hygieneauflagen

Die Sprechstunden finden immer am ersten Montag im Monat statt, erzählt die Vorsitzende des Beirats. In den meisten Fällen lassen sich die Senioren zu den Themen Patientenverfügung oder Pflege beraten. "Zu Sitzungen treffen wir uns sieben bis achtmal im Jahr - je nach Bedarf", sagt die 69-Jährige. In diesem Jahr fanden deutlich weniger Termine statt.

Während der Sprechstunden müssen strenge Hygieneauflagen erfüllt werden. "Wir haben eine Plexiglasscheibe montiert, außerdem tragen wir Masken", zählt sie auf. Darüber hinaus dürfen sich maximal drei Personen gleichzeitig im Raum befinden. An einem Tag werden maximal vier Personen nacheinander beraten."Wenn es nicht anders geht, besuche ich die Senioren auch bei sich zu Hause."

Weniger Belange gemeldet

Neben den regelmäßigen Sprechstunden kümmert sich der Seniorenbeirat als städtisches Gremium außerdem um die Belange der Bevölkerung. "Wenn jemand beispielsweise meldet, dass der Bürgersteig so steil abfällt, dass dieser für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator schwer zu überqueren ist, geben wir das an die Stadt Neustadt weiter", beschreibt Gretzbach den Aufgabenbereich.

Wegen der Corona-Pandemie ist in dieser Hinsicht in diesem Jahr deutlich weniger passiert. "Die Leute sind seltener aus dem Haus gegangen und haben somit auch weniger gemeldet", resümiert die Neustadterin, die sich seit 2014 im Seniorenbeirat engagiert. Eines der wenigen gemeldeten Probleme sei das kaputte Pflaster in der Friedrich-Ebert-Straße, auf dem das Laufen vielen Senioren schwerfällt.

Bei Bauprojekten einbezogen

Um nachträgliche Verbesserungen zu vermeiden, wird der Seniorenbeirat bei Neubauprojekten bereits in der Planungsphase mit einbezogen. "Wir bekommen die Pläne vorgelegt und können Bedenken dazu äußern."

Für die Zeit nach Corona plant der Seniorenbeirat Neustadt einen Rundgang durch die Stadt. "Wir wollen uns gemeinsam ein Bild machen und dann an die Stadt weitergeben, was uns Bedenken bereitet", sagt Gretzbach. Wie sie betont, nimmt die Stadt die Anliegen, die der Beirat anbringt, sehr ernst. So konnte in den vergangenen Jahren in Neustadt zugunsten der Senioren die eine oder andere Verbesserung vorgenommen werden.

Seniorennachmittag abgesagt

"Auf unsere Anregung hin wurden zusätzliche Bänke im Stadtgebiet für kurze Pausen aufgestellt. Außerdem wurde eine Muppberglinie eingerichtet, die von April bis September jeden Freitag fährt", zählt die Neustadterin auf. Darüber hinaus wurden Hindernisse auf innerstädtischen Fußwegen beseitigt, Zebrastreifen eingerichtet und die Geschwindigkeit in der Eisfelder Straße begrenzt.

Gretzbach hofft, dass der jährliche Seniorennachmittag Ende September im nächsten Jahr wieder stattfinden kann. "Bereits während des ersten Lockdowns haben wir die Veranstaltung vorsichtshalber abgesagt", erzählt sie. Normalerweise nehmen jedes Jahr über 100 Personen teil. "Die Stadt spendet Kaffee und Kuchen. Außerdem gibt es ein Programm mit Musik und Unterhaltung."