Ein Neuling in eigener Halle - da sollte für den HSC 2000 Coburg kurz vor Weihnachten doch hoffentlich nichts anbrennen, oder? Aber die TGS Pforzheim ist der beste Aufsteiger, hat sich nach einem 0:8-Punkte-Start längst gefangen und hat zuletzt viermal hintereinander nicht verloren.

Mit einem ausgeglichenen Punktekonto liegt der Coburger Gegner zum Hinrundenschluss auf Platz Sieben der Tabelle. Es ist also Vorsicht kurz vor dem dritten Advent geboten.

Da hat ein Weltmeister anscheinend ganze Arbeit geleistet. Denn auf der Pforzheimer Trainerbank sitzt mit Andrej Klimovets der Kreisläufer des Titelträgers von 2007. Er war damals mittendrin, statt nur dabei - in Köln.
Jetzt kommt er nach Coburg. Pforzheim ist seine erste Trainerstation und vor seinem Team hat Jan Gorr gehörigen Respekt: "Pforzheim hat als Aufsteiger bisher kein Spiel deutlich verloren und zuletzt auswärts in Friedberg überzeugt."

Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Pforzheimer sind Valentin Hörer und Nils Brandt. "Nils Brandt hat viele Jahre Erfahrungen in der 2. Liga, wie auch Valentin Hörer. Die müssen wir auf jeden Fall an die kurze Leine nehmen."

Aber neben diesen beiden Routiniers gibt es mit Florian Taafel einen weiteren, nicht weniger erfahrenen Akteur, den die Coburger Abwehr nicht außer Acht lassen darf. Mit 110 Treffern liegt er derzeit auf Platz zwei der Torjägerliste der Liga.

Im Angriff werden es die Coburger schwer haben, die 6:0 Abwehr, die defensiv unheimlich kompakt steht, zu knacken. Gorr: "Wir müssen da sicherlich immer wieder neue Lösungen finden. Aber durch die Verletzungen auch akzeptieren, wenn Dinge mal nicht so funktionieren. Es ist auch Improvisation und Geduld gefragt."

16 257 von 61 618 in Coburg

Auch gegen Bad Neustadt verlor Pforzheim nur mit 32:34, warf dabei die mit Abstand meisten Tore gegen die Nummer Eins der Liga - der HSC 2000 dürfte also gewarnt sein. 16 257 Zuschauer von insgesamt 61618 in den bisherigen Vorrundenpartien haben ein Spiel des HSC in der HUK-Coburg-Arena verfolgt. Das sind deutlich mehr als ein Viertel, genau 26,38 Prozent. HSC-Spielführer Ronny dazu: "Es ist Wahnsinn was bei uns los ist und wie viele Zuschauer uns jedes Mal unterstützen. Wir werden am Samstag versuchen, das mit einer ansprechenden Leistung zurückzuzahlen."

Auch Gorr setzt gegen Pforzheim auf die Fan-Schar: "Wir müssen zusammen mit den Zuschauern die Ärmel hochkrempeln und uns als kompakte Einheit zeigen." Zudem hofft Gorr, von weiteren Hiobsbotschaften verschont zu bleiben. Diesmal war bis Donnerstag nur Nikola Franke mit einem Infekt zwei Tage außer Gefecht gesetzt. Somit werden gleich vier Philip(p)s in den Mannschaften auflaufen.

HSC mit vier Philip(p)s

Auffällig ist in den letzten Wochen, dass es zahlreiche rote Karten gab, was Gorr auf die Leistungsdichte in der Liga zurückführt. "Da musst du immer aggressiv an der Grenze decken und dann kommt es eher zu solchen Aktionen, die Strafen nachsichziehen." Deswegen muss Pforzheim auf Michal Wysokinski verzichten.