Gut was zu tun, aber keine dramatischen Ereignisse hat der Sturm "Eberhard" am Wochenende den Einsatzkräften im Coburger Land beschert. Den größten Einsatz gab es in der Nacht auf Montag am Watzendorfer Berg im Seßlacher Stadtgebiet, wo die Kreisstraße CO 25 wegen umgestürzter Bäume die komplette Nacht gesperrt werden musste. "Um kurz nach 8 Uhr haben wir die Straße dann wieder für den Verkehr freigegeben", berichtete Edelbert Schöpplein, der Leiter der Coburger Straßenmeisterei, am Tag nach einer windigen Nacht.

Vorbei war die Arbeit von Schöpplein und Kollegen zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht. Bis in den Montagnachmittag hinein dauerten die Aufräumarbeiten, bei denen verschmutzte Straßen durch Waldgebiete gesäubert und umgefallene Schilder wieder aufgestellt wurden. Einen "Nachzügler" gab es zwischen Höhn und Ketschenbach (Stadt Neustadt): Da fiel am Montagvormittag noch ein Baum auf die Kreisstraße. Am Ende aber, bilanzierte Schöpplein, sei das Coburger Land beim Sturm noch glimpflich davon gekommen.

In der Integrierten Leitstelle Coburg (ILS) - die in Ebersdorf ihren Sitz hat und von dort aus nichtpolizeiliche Einsätze in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels koordiniert - hat man schon geahnt, wie die Nacht auf Montag verlaufen könnte: "Wir waren voll besetzt - das heißt: Mit zwölf statt drei Disponenten in der Nacht", berichtete Peter Kunzelmann, der Leiter der ILS.

Weil der Sturm von West nach Ost zog, blieb das Coburger Leitstellen-Team mit den Kollegen in Schweinfurt in Kontakt. So konnte man abschätzen, wann mit den stärksten Böen zu rechnen war. Keine dramatischen Sachen stehen in der Einsatzstatistik - das Übliche halt bei so einer Witterung: Zäune, Bäume, Dächer, Baustelleneinrichtungen - "eben alles, was fliegen kann", sagte Kunzelmann. Schwerpunkt bei den Einsätzen waren die Stadt und der Landkreis Kronach, da insbesondere die Höhenlagen des Frankenwaldes.

Peter Puff und seine Kollegen der Dörfleser Feuerwehr wurden am Sonntag gegen 18 Uhr zu einem Haus in der Eduard-Sommer-Straße gerufen, weil dort Teil eines Dachs abgedeckt und auf die Straße geweht wurden. "Aus Sicherheitsgründen war es uns aber nicht möglich, auf das Gebäude zu steigen", berichtete Puff am Tageblatt-Nachfrage. Deshalb haben die Dörfleser ihre Kollegen der Feuerwehr Coburg alarmiert, die mit ihrer Drehleiter auf das Dach gelangten und dort weitere lose Platten entfernten.

Neben diesen beiden größeren Einsätzen hatte gestern Stefan Probst (Pressesprecher der Coburger Polizei) nur noch zwei markante Fälle in seinem Tagesbericht stehen: "In der Wildbahn zwischen Weidach und Wiesenfeld sowie am Bausenberg zwischen Cortendorf und Rögen mussten ebenfalls umgefallene Bäume beseitigt werden."

Was die Feuerwehr machen muss

Ein großer Teil der Einsätze wird gar nicht in die Statistik der Coburger Polizeiinspektion mit einfließen, weil viele Feuerwehren kleinere lokale Alarmierungen in Eigeninitiative abarbeiteten. Kreisbrandrat Manfred Lorenz weiß jedenfalls, dass seine Kollegen im gesamten Landkreis unterwegs waren. Dafür ist die Feuerwehr auch da, betont der Kreisbrandrat: "Insbesondere dann, wenn es sich um einen Notfall handelt oder Gefahr im Verzug ist." Grundsätzlich aber ist die Rechtslage so, erklärt Lorenz, dass die Baulastträger grundsätzlich die Verkehrssicherungspflicht für ihre Straße haben. "Zum Holzmachen", sagt Lorenz mit einem amüsierten Unterton, "sind die Feuerwehren schließlich nicht da". Deshalb laufen Aufräumarbeiten bei Windbruch wie jetzt am Watzendorfer Berg immer in enger Absprache zwischen der Feuerwehr und (in diesem Fall) der Straßenmeisterei des Landkreises ab. Die hat am Watzendorfer Berg auch die Schilder aufgestellt, die über Nacht die Zufahrt zum Waldstück versperrten. Und am nächsten Tag, als der Sturm vorüber war, die umgebrochenen Bäume entfernt.

Wo auch noch jede Menge los war

Wörlsdorf Der Sonnefelder Bürgermeister Michael Keilich (CSU) berichtet, dass in der Nacht auf Montag ein Baum auf die Gemeindeverbindungsstraße Richtung Plesten stürzte. Die Feuerwehr entfernte den Baum. Kleingarnstadt Gleich zwei Bäume knickten um und fielen auf die Kreisstraße CO11. Als die Mitarbeiter der Straßenmeisterei an den Einsatzort kamen, war die Feuerwehr mit ihrer Arbeit schon fertig - und die Straße wieder frei.

Meschenbach Auf der Allee in Richtung Haarth (Gemeinde Untersiemau) hielten mehrere Bäume dem Wind nicht stand - auch da machte die Feuerwehr den Weg wieder frei. Neustadt Jede Menge Äste und ein paar Bäume auf den Straßen hat der städtische Bauhof am Montag aufgeräumt, größere Schäden - mit Ausnahme von zwei kaputten Dächern über Sitzgruppen im Freizeitpark und der "Knochswustung" - hat es aber nicht gegeben.