Es hat eine Zeit gedauert, bis der HSC 2000 Coburg bei der HBW Balingen-Weilstetten endgültig auf der Siegerstraße war. Nach einer torarmen ersten Halbzeit drehte der HSC dann so richtig auf, und dabei stach einer besonders heraus. Mit neun Treffern war der vom Rückraum immer wieder toll in Szene gesetzte Dominic Kelm ohne einen Fehlwurf der "Schrecken der Alb" für die Jung-Gallier, wie sich die Balinger nennen.
Vor allem dank einer grundsoliden Abwehrleistung wurde die Basis für den 30:22-Sieg gelegt. Nach Kronau und Hochdorf hat der HSC damit schon die dritte hohe Auswärtshürde in dieser Saison genommen.

HBW Balingen-Weilstetten II - HSC 2000 Coburg 22:30 (10:12)

Schon nach den Spielen am Samstagabend war klar, dass der HSC seinen 3. Tabellenplatz nur theoretisch würde verlassen können.
Dann nämlich, wenn er einen Sieg mit mehr als zwölf Toren landet oder eine Niederlage mit mindestens 16 Treffern kassiert.
Mit Linkshänder Michael Kintrup aus dem Kader der Bundesliga-Mannschaft, vor der Saison vom West-Drittligisten Gladbeck nach Balingen gewechselt, hatte HSC-Trainer Jan Gorr vor der Partie schnell eine Unbekannte beim Gegner ausgemacht, aber: "Auch darauf sind wir natürlich vorbereitet."
Wie gewohnt, gab es während des Aufwärmens noch einmal letzte Instruktionen für seine Spieler. Gorr war nach fünf Minuten ob der diskussionswürdigen SR-Entscheidungen, die alle zu Lasten seiner Mannschaft gingen, schon recht aufgebracht, aber die Szenerie beruhigte sich wieder. Immer wieder bemängelte Gorr nicht nur die unterschiedliche Strafauslegung. Vor allem durch Kelm am Kreis, der mehrmals von Riehn, Barsties oder Vitek in Position gebracht wurde, war Coburg zunächst erfolgreich.
Doch nach einer Viertelstunde hatten sich die Gastgeber besser darauf eingestellt, so dass nun der direkte Wurf aus dem Rückraum gefragt war. Denn die Außenspieler kamen kaum zum Zug. Das klappte aber zu selten, und immer wenn man dachte, Coburg kann sich endlich etwas absetzen, kam der Fehler oder Fehlwurf. Deswegen gab es für Sebastian Roth kurz nach dem Pausenpfiff auch einiges zu hören, denn Gorr war mit den letzten beiden Minuten vor dem Wechsel zu Recht unzufrieden.
Denn die Coburger ließen sich durch die offensive Deckung aus dem Konzept bringen, und statt einer möglichen Fünf-Tore-Führung zur Pause war Balingen wieder dran.
Während die Gastgeber bereits nach acht Minuten aus der Kabine zurückkehrten, nutzte Gorr seine Beratungsoption zum "Pausentee" deutlich länger aus. Das schien auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Schnell hatte man wieder vier Tore zwischen sich und den Gegner gebracht, der nun in der Abwehr wieder defensiver stand. Aber im Angriff das Tempo forcierte. Doch bis auf einen Konter zeigten die Coburger nicht nur ein gutes Rückzugsverhalten, sondern standen in der Deckung sehr gut. Und vorne wurde immer wieder Kelm in Position gebracht.
Hätten die Coburger Mitte der zweiten Halbzeit ihre schön herausgespielten Möglichkeiten über die Achse Riehn-Barsties genauso konsequent genutzt wie Kelm die seinen am Kreis, hätte man sich früh beruhigt zurücklehnen können. Aber wieder schlichen sich gegen die nun wieder offensiv operierende HBW-Deckung Fehler ein.
Die konnte Coburg aber schnell abstellen. Acht Minuten vor dem Abpfiff versuchte HBW-Trainer Nothdurft, mit seiner letzten Auszeit der Partie noch einmal eine Wende zu geben - vergeblich.


Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "Wir sind mit großem Respekt hierher gefahren, aber mit unserer konsequenten Verteidigung haben wir viel erreicht. Auch die Gegenstöße von Balingen konnten wir erfolgreich verhindern. Zum Glück hat sich der Durchhänger vor der Pause nicht gerächt."
HBW-Trainer Eckard Nothdurft: "Der Sieg der Coburger geht absolut in Ordnung. Sie hatten hinten super verteidigt. In unserer Deckung haben wir es nicht hinbekommen, Kelm zu kontrollieren und die Anspiele zu ihm zu unterbinden."
HSC-Spielführer Ronny Göhl: " Unsere Abwehr ist dieses Jahr das Prunkstück, und vorne hat Dominic seine Freiräume optimal genutzt."
HSC Kreisläufer Dominic Kelm: "Hinten haben wir unsere Abwehr dicht gemacht und nicht sehr viel zugelassen. Im Angriff habe ich die Abwehr von Balin-gen eigentlich noch viel aggressiver erwartet."
HSC Vorstandsprecher Stefan Apfel: "Unser großes Faustpfand war auch dieses Mal unsere Deckung. Wir haben auch diesmal wieder nur 22 Tore kassiert, das auswärts und bei einem starken Gegner."