Helau schreien kann jeder. Aber nur in Bischofsgrün kann man dabei um einen riesengroßen Schneemann auf dem Marktplatz tanzen. Der Jakob hat im Jahr 2015 die schier unglaubliche Höhe von 12,65 Metern erreicht. Wie hoch er heuer wird, weiß im Vorfeld niemand. Sicher ist aber: Der Rosenmontag wird mit einer einzigartigen Open-Air-Party rund um den Jakob gefeiert. Vom Krapfen-Wettessen über eine Snowboard- und Ski-Session mitten im Städtchen bis hin zur Partynacht mit Live-Musik eröffnen sich im Herzen des Fichtelgebirges ganz neue Party-Dimensionen.

Wilhelm Zapf ist zwar erst seit kurzem Team-Manager der Tourist-Info, aber ein echter Bischofsgrüner. Er hat jeden der bisher 31 Schneemänner gesehen. Und ist jedes Mal von Neuem tief beeindruckt von den Ehrenamtlichen, die dem Jakob mit vollem Körpereinsatz auf die Beine - beziehungsweise die Kugel - helfen.

Frage: Wieso bauen die Bischofsgrüner jedes Jahr vor Fasching einen Riesenschneemann in ihrer Ortsmitte?
Wilhelm Zapf: Das ist einer Laune von Horst Heidenreich zu verdanken. Der Horst war Skilehrer. Eines Tages in den 80ern hat es geregnet. Deshalb saß der Horst beim Puchtler, also im Gasthof Deutscher Adler. Irgendwann verließ er das Gasthaus und bekam draußen auf dem Marktplatz Lust, einen Schneemann zu bauen. Er hörte erst auf, als der Schneemann über drei Meter hoch war. Das fanden andere Bischofsgrüner cool. Und so war der jährliche Kult um den Jakob geboren...

Frage: Warum heißt der Schneemann denn ausgerechnet Jakob?
Antwort: Der damalige Bürgermeister Franz Sieber hat ihn einfach so getauft, weil ihm der Name gefallen hat.

Frage: Gibt es das Schneemannfest schon seitdieser Zeit? Ist es also quasi gleichzeitig mit den ersten Jakobs entstanden?
Antwort: Ja, genau. Seit Ende der 80er Jahre ist unser Schneemann immer größer geworden - und das Schneemannfest dazu. Ich traue mich zu sagen, dass es zu den schönsten Festen in Franken gehört.

Frage: Habt Ihr überhaupt genug Schnee für eine große, weiße Party?
Antwort: Ja, auf jeden Fall! Es ist noch genug Schnee da, außerdem haben unsere Ehrenamtlichen wie immer geheime Schnee-Depots angelegt, falls es doch mal unerwartet tauen sollte...

Frage: Wie groß wird der Jakob denn heuer werden?
Antwort: Das entscheiden die ehrenamtlichen Schneemannbauer immer erst direkt am Tag des Baus, also heuer am 24. Februar. Nach der Rekordhöhe von 2015 hatten wir viele Nachahmer, die jetzt ebenfalls Riesenschneeskulpturen bauen. Uns freut das, dass wir quasi ganz Deutschland inspiriert haben! Wir gehen jetzt nicht auf die Jagd nach immer neuen Höhenrekorden. Wir wissen: Unser Jakob ist das Original. Und er ist und bleibt der Schönste!

Frage: Ihr habt ihm ja sogar ein eigenes Outfit maßangefertigt...
Antwort: Stimmt, unser Jakob trägt einen Hut aus Blech - der ist zweieinhalb Meter hoch. Im Sommer lagert er auf einem Garagendach und ist für Touristen ein beliebtes Fotomotiv. Jakobs Schal haben Frauen aus dem Ort gestrickt. Er ist knapp 30 Meter lang. Auch sein Gesicht und die Knöpfe sind liebevoll angefertigte Einzelstücke. Eigens ausgetüftelt wurden auch die Schalbretter für die Schneekugeln.

Frage: Allein mit Muskelkraft kann man keinen so hohen Schneemann bauen, oder?
Antwort: Nein, aber wir haben spendable Unternehmer am Ort, die kostenlos ihre Gerätschaften zur Verfügung stellen, zum Beispiel einen Bagger und einen Teleskoplader.

Frage: Wann beginnen die Schneemannbauer mit der Arbeit?
Antwort: Am Faschingsfreitag um 7.30 Uhr geht es los. Viele Schaulustige wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen und säumen bis zum Abend den Marktplatz.

Frage: Wer ist der Chef der Schneemannbauer?

Antwort: Der Horst Heidenreich, der den ersten Schneemann gebaut hat, ist heute noch jedes Jahr aktiv beim Bau dabei - mit 86 Jahren. Sein Sohn Berndt ebenso. Außerdem der Jürgen Greiner, der Armin Hackl und unser "Professor" Peter Schmidt, der jedes Jahr die Statik austüftelt... Aber einen Chef gibt es nicht. Die Leute sind einfach ein super Team. Sie nehmen sich teilweise extra Urlaub, weil der Jakob ihnen so am Herzen liegt.

Frage: Worauf freuen Sie sich heuer besonders?
Antwort: Nach dem Schneemannbauen am Freitag gibt es am Samstag einen Schneemann-RailJam ganz in der Nähe des Marktplatzes: Snowboarder und Skifahrer zeigen coole Tricks. Am Sonntag ist Schnupper-Skifahren direkt neben dem Jakob möglich. Naja, und auf das große Schneemannfest am Rosenmontag mit echtem Bischofsgrüner Schneemannbier freu' ich mich natürlich auch sehr...


PROGRAMM-INFO:

Freitag, 24. Februar: ab 7.30 Uhr Schneemannbau am Marktplatz.

Samstag, 25. Februar: Schneemann-RailJam für Snowboarder und Skifahrer am Hüttenweiher nahe der Ortsmitte, Snowboard- & Freeski-Contest, Party inklusive. Snowboarder und Skifahrer können sich bis zum 20. Februar anmelden unter: info@snow-sports-entertainment.de

Sonntag, 26. Februar: ab 13.30 Uhr Schnupper-Skisprung- und Snowboard-Training am Hüttenweiher nahe des Zentrums, Schnuppertraining Skisprung & Snowboard. Anmeldung: s.o.

Rosenmontag, 27. Februar: das Schneemannfest als große Open-Air-Party mit buntem Programm, einem Eisfiguren-Schnitzer und Aktionen der Molkerei Weihenstephan auf dem Marktplatz vor der Evang. Kirche. Ab 15 Uhr Unterhaltung für Kids & Co. mit dem Team der Tourist-Info Bischofsgrün (bis 17 Uhr auf und vor der Bühne Aktionen & Spiele, einschließlich Krapfen-Wettessen). Um 19 Uhr beginnt der Fackelzug an der Apotheke/Illerswiesen - Fackeln werden kostenlos gestellt. Anschließend: "Acousticmusic live in concert" mit "play again sam". Danach entern die "Birnstengler Dreamboys" die Showbühne. Im Anschluss Openair-Disco mit DJ "Calippo".

Während diejenigen, die es gemütlicher mögen, in den Gasthäusern am Marktplatz einkehren, toben sich die Partywilligen bis spät in die Nacht im Freien bei allerlei (wärmenden) Leckereien aus.

Weitere Infos gibt es online unter: http://www.weissblauimherzen.de/tour oder www.bischofsgruen.de