Seit 40 Jahren gibt es die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) mit Sitz in Kronach. Im Landkreis Bamberg steht in diesen Tagen ein anderes Jubiläum im Blickpunkt: Vor 25 Jahren wurde der "Maintal-Ast" der FWO-Leitung nach Bamberg in Betrieb genommen.

Er hat eine Gesamtlänge von 14,3 Kilometern und wurden in den Jahren 1989 bis 1991 gebaut: zunächst vom Abgabeschacht Kemmern zum Abgabeschacht Unterhaid und weiter von Unterhaid bis zum Erdbehälter in Tütschengereuth.


Vier Gemeinden am Maintal-Ast

Angeschlossen sind folgende Gemeinden: seit Januar 1990 Oberhaid, seit Dezember 1990 Viereth-Trunstadt, seit April 1991 Bischberg und seit April 1995 Lisberg (Teilbereich). Der größte Abnehmer ist Viereth-Trunstadt mit 198 000 Kubikmetern Wasser pro Jahr, gefolgt von Bischberg (195 000), Oberhaid (150 000) und Lisberg (60 000).

Versorgt werden rund 16 000 Einwohner in den vier Kommunen. Zwischen 1200 und 3000 Kubikmeter Trinkwasser fließen täglich in den Maintal-Ast - je nach Saison.

Bei einem kleinen Festakt im Untern Schloss in Bischberg nannte Verbandsvorsitzender Heinz Köhler nicht nur diese Zahlen, sondern sprach auch über die Aufgaben der FWO, die als Zweckverband Oberfranken fast flächendeckend mit Trinkwasser beliefert - entweder in der Vollversorgung oder als Zusatzversorgung. Die vier kreisfreien Städte Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof sind Kunden, sieben von neuen oberfränkischen Landkreisen Mitglieder der FWO.


Oben ist genug Wasser, unten nicht

Landrat Johann Kalb erinnerte an die Neuaufstellung der Wasserversorgung in der Region in den 1990er-Jahren mit allen Bedenken, Ängsten und Vorbehalten, die Bürger, Kommunen und lokale Wasserzweckverbände hatten.
"Wir haben hier das Flussparadies Franken. Das klingt nach wahnsinnig viel Wasser. So ist es aber nicht. In Bischberg beispielsweise ist oben viel Wasser. Aber unten, in den Schichten, die Trinkwasser in guter Qualität liefern sollen, ist nicht genug da."

Bei der Wasserversorgung gehe es um essenzielle Daseinsvorsorge der Gemeinden. Wäre der Wasserversorger FWO als Partner der Kommunen nicht so gesund, "dann wären wir ganz schnell ein Opfer der Privatisierung", so Kalb. "Die Wasserversorgung hat aber nichts in Privathand verloren. Wenn uns das Wasser nicht mehr gehört, dann entwickelt jemand anderer unserer Gemeinden weiter."

2015 sei sehr trocken gewesen, erinnerte Hans Hemmerlein, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kronach. Dank der FWO habe das aber kaum ein Bürger wirklich zu spüren bekommen - ganz im Gegensatz zu manchen anderen Regionen in Bayern, wo Wasser teilweise mit Tanklastern und Milchfahrzeugen zu den Abnehmer habe gebracht werden müssen.

Es gehe aber nicht nur um die Investitionen in die Wasserversorgung, sondern auch um den Erhalt der Strukturen. Was die Reinvestitionen angehe, sei die FWO ein großes Vorbild.


Mehr auf Kooperationen setzen

"Zum Glück haben wir einen Partner an der Seite, der Probleme auch löst", sagte Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis. Regina Wohlpart (Viereth-Trunstadt), Michael Bergrab (Lisberg) und Johann Pfister (Bischberg) sahen das ebenso.

"Wir wollen nicht alle übernehmen und sind nicht für alle die Rettung - dazu sind die lokalen Bedingungen viel zu unterschiedlich", sagte Verbandsdirektor Markus Rauh. Diese Bedingungen würden auch nicht einfacher. In Zukunft müsse noch mehr auf Kooperationen gesetzt werden, um schwierige technische Situationen in den Griff zu bekommen.