Viel Ehre für einen Parkplatz: Als am Montagnachmittag die neue Parkanlage "Kronacher Straße" eröffnet wurde, waren nicht nur der Oberbürgermeister und hohe Beamte anwesend, sondern auch die Geistlichkeit: Die evangelische Pfarrerin Anette Simojoki und der katholische Pfarrer Günter Höfer segneten den neuen Platz.

"Wir sind schon seit einiger Zeit startklar, warten mit der Inbetriebnahme aber noch auf den Fahrplanwechsel", erklärte Klaus Rubach, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg. Die Eröffnung findet pünktlich nach der Urlaubspause statt: Ab Donnerstag kann die Parkanlage in direkter Nachbarschaft zum Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) angefahren werden.

750.000 Euro sind in die neue Parkmöglichkeit am Rand von Bamberg investiert worden.
Keine teuren Dächer, keine goldenen Schilder - die schlichte Parkanlage konzentriert sich auf das Wesentliche: Die Entlastung des innerstädtischen Verkehrs. Auf rund 11.500 Quadratmeter finden Berufspendler, Touristen, Studierende und alle mit dem Auto anreisenden Kunden, die nicht nur kurz in der Stadt etwas erledigen müssen, einen sicheren Parkplatz mit direkter Bus-Anbindung an die Innenstadt.

"Es ist ein Zeichen, ein Signal, an alle Besucher, Gäste und Kunden, die mit dem Auto nach Bamberg kommen, dass sie herzlich willkommen sind", lobte Klaus Stieringer, City-Manager und SPD-Stadtrat, den neuen Parkplatz. "Der Autokunde war, ist und bleibt auch in Zukunft der wichtigste Kunde für die Unternehmen der Innenstadt. Der Kofferraum ist nämlich auch heute noch die größte Einkaufstüte der Welt." Die Arbeit der Stadtwerke, die den Platz gebaut haben, wurde von OB Starke als "gewohnt zuverlässig, finanztreu und unbürokratisch" gelobt.


Mehr Wettbewerbsfähigkeit

Die neue Infrastrukturmaßnahme bietet Ersatz für die P+R-Anlage an der Breitenau, die für die Ansiedlung der Firma Brose weichen muss. Sie liegt direkt am Berliner Ring - nicht weit von der ehemaligen Anlage der Breitenau entfernt - und ist von der Autobahn (A70) aus leicht zu erreichen.

Die neue Bushaltestelle, "P+R Kronacher Straße", wird in der gewohnten Taktfrequenz von den Linien 931, 914 und der Nachtlinie 935 angefahren. Die P+R-Stadtbuslinie 931 fährt ab Donnerstag über die Kärnten- und Feldkirchenstraße in Richtung Bahnhof und ZOB.

Die neue Verbindung entlastet auch den Busverkehr über die Universität in der Feldkirchenstraße - eine neue Haltestelle direkt vor der Mensa wird in Zukunft angefahren. In Hinblick auf die Erreichbarkeit bei Großveranstaltungen und Heimspielen in der Arena stellt die neue Anlage, inklusive kostenlosem Shuttle-Angebot, eine Alternative zu den Parkplätzen vor Ort da.

Der Vorteil von P+R-Anlagen, bei denen der Kunde sein Auto auf einem außerhalb gelegenen Parkplatz sicher abstellen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadtzentrum fahren kann, ist der, dass man nicht ewig nach einem Parkplatz suchen und dafür auch noch teuer bezahlen muss. "Somit stehen P+R-Anlagen auch für ökologisch sinnvolles Parken", sagt Citymanager Klaus Stieringer.

Nach Angaben des Verkehrsbetriebs bleiben die Park-und Bustarife gleich. Dauerparker können ihre gelösten Monats-oder Jahreskarten für die Breitenau zukünftig auch für die "Kronacher Straße" einsetzen. Gelegenheitskunden zahlen für das Parken und die Fahrt zum ZOB und zurück als Einzelperson 2,50 Euro, als Gruppe mit bis zu fünf Personen 4,50 Euro.

Die alte P+R-Anlage schließt am Donnerstag. Dem Bau des Verwaltungszentrums der Firma Brose an der Breitenau steht dann nichts mehr im Wege. Spatenstich soll voraussichtlich Anfang 2014 sein.