Anstupsen gilt nicht. Sie sitzt und sitzt und sitzt. Das wo Fahrbahn und Geländer gleich einem kleine Balkon über das Ufer-Wiesengrün ragen.

Die kleine Eidechse würde schon flitzen, wenn man ihr mit dem Finger auf den Schwanz tippte. Aber sie soll ja gar nicht laufen. Das Tierchen symbolisiert das, was man auf der Leucherhofbrücke erleben kann: Entschleunigung (ein grässliches Wort für ein schönes Gefühl).

Nicht nur, dass man nicht mehr als 30 Stundenkilometer schnell und (samt Fahrzeug nicht mehr als 30 Tonnen wiegen darf - schon am Abzweig von der B 279 bleibt der Blick erst stehen und dann hängen. An einem schnellen Flitzer, der sich keinen Zentimeter bewegt: ein Motorrad aus Stroh-Rundballen.

Unter den Bögen der historischen Brücke plätschert träge die Baunach. Selbst die Vögel im Ufergesträuch scheinen in Sachen Piep- und Zwitscherfleiß einen Gang zurückgeschaltet zu haben.


Moos in rauen Mengen

Botanik-Experten könnten wohl Stunden damit verbringen, all die Moos-Arten zu bestimmen, die auf den Sandsteinquadern dieses in Nordbayern einmaligen Bauwerks wachsen. Auch wenn Moos sehr alt werden kann: Von 1710, als Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn die 110 Meter lange Brücke erbauen ließ, wird nichts Grünes mehr mehr übrig sein.

Damals mag es tatsächlich beschaulich zugegangen sein, auf diesem Zufahrtsweg zum Gutshof. Heute muss man sich nur eines wegdenken: den Autolärm von der nahen Bundesstraße.