Die Mega-Hitze ist zurück: Auf 37 Grad sollen die Temperaturen am 7. August steigen. Gnadenlos brennt die Sonne vom Himmel. Bleibt der obligatorische Wolkenbruch zum Auftakt des Blues- und Jazzfestivals im neunten Jahr etwa aus? Jedenfalls werden auf der Böhmerwiese am Wochenende Sonnen- statt Regenschirme aufgespannt, um dem Publikum bei schweißtreibenden Temperaturen genügend Schattenplätzchen zu bieten.

Regen und Kälte

"It's not raining, it's just the blues": Zum geflügelten Wort wurde Tony Bullucks Seufzer beim ersten Blues- und Jazzfestival angesichts des Dauerregens. "Ja, auf Regen und Kälte konnten wir uns in den vergangenen acht Jahren verlassen. So stellen uns Hitze und sengende Sonne nun vor ganz neue Herausforderungen", sagt Klaus Stieringer als Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, der das Musikevent veranstaltet. Glücklicherweise fänden die ersten Konzerte nicht auf dem Maxplatz statt, wo bei den Familientagen Anfang Juni noch extremere Temperaturen erreicht wurden. "43 Grad herrschten, kein Lüftchen wehte. Helfer bekamen selbst an den Waden Sonnenbrand, weil die Steine so reflektierten."

Zu beschäftigt, um unter der Hitze zu leiden

Geradezu ideal als Open-Air-Location ist im Vergleich dazu die Böhmerwiese: "Genügend Wasser haben wir schon mal in einer Gärtnerei", so Stieringer. (Und andere Erfrischungen, nachdem es nicht an Getränkeständen mangelt.) Bäume würden neben großen Schirmen Schatten spenden. "Auch sind Rettungssanitäter vor Ort", falls bei einem Besucher oder Musiker doch Kreislaufprobleme auftreten. Wie kommt der Stadtmarketingchef eigentlich mit der Hitze klar? "Zwischen ,Bamberg zaubert' und dem Bluesfestival bin ich so eingetaktet, dass ich mir darüber noch keine Gedanken machen konnte."

Welche Gefahren Festbesucher bei subtropischen Temperaturen gern unterschätzen, weiß Johannes Arneth aus langjähriger Berufserfahrung. "Bei ,Bamberg zaubert' hatten unsere Leute vor kurzem erst dank Kreislaufproblemen und anderer Beschwerden bis hin zu Insektenstichen gut zu tun", berichtet der Leiter der Rettungswache Scheßlitz, der darüber hinaus als taktischer Leiter des Kreisausschusses im BRK-Kreisverband tätig ist. Bewährt habe sich somit auf dem Maxplatz der Einsatz eines Notarztes, den Hilfesuchende erstmals gleich vor Ort vorfanden.

Kräfte überschätzt

Auch auf der Sandkerwa geht's alle Jahre wieder heiß her. "2010 war ein Spitzenjahr, bei dem zwölf Gäste alkoholbedingt behandelt wurden und 15 in erster Linie wegen Kreislaufbeschwerden." Beim Weltkulturerbelauf waren es 2011 und 2013 bis zu 15 Besucher, die unter Kreislaufproblemen litten, nachdem sie sich verausgabt und ihre Kräfte überschätzt hatten. "Nicht nur Teilnehmer lagen schon bewusstlos in einem der Zelte und bekamen Infusionen."

Dehydrierung ist das Problem, nachdem viele Menschen bei Hitze zu wenig trinken. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es sein. "Und Alkohol ist ein schlechter Flüssigkeitsersatz", betont der Leiter der Rettungswache Scheßlitz. "Auch bei Kirchweihen in und um Bamberg ballern sich die Leute aber trotz Hitze zu und müssen dann zum Teil noch über Nacht im Krankenhaus bleiben."

Wasser von der Humsera

Ob die Hitze wohl noch in der kommenden Woche anhält, wenn das Bluesfestival ins Stadtzentrum wandert? Schmoren lässt das Stadtmarketing Besucher sicher nicht. "Auf dem Maxplatz werden große Sonnenschirme zur Verfügung gestellt und ein großes Zelt als Sonnenschutz", so Stieringer. "Auch brachten die Stadtwerke freundlicherweise den Humsera-Brunnen für Besucher rechtzeitig wieder ,zum Laufen'."