In den vergangenen 18 Jahren hat Ekkehard Hojer die Geschicke der Stadt Baunach gelenkt. Bereits im vergangenen Sommer hatte der CBB-Mann bekannt gegeben, dass er für keine weitere Amtszeit zur Verfügung steht und Platz für Jüngere macht. So tritt aus seiner Gruppierung, der Christlichen Bürgerschaft Baunach, nun der amtierende Dritte Bürgermeister Tobias Roppelt bei der Bürgermeisterwahl am 15. März an. Neben ihm erheben aber auch zwei Damen Anspruch auf den Chefsessel im Rathaus: Andrea Weigler von der CSU und Manuela Fößel als gemeinsame Kandidatin von SPD und FBB.

Nach der Ära Hojer sehen alle Kandidaten Ansätze für Veränderung. Tobias Roppelt möchte eine bessere Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgern, will Entscheidungen transparenter, nachvollziehbarer machen, wozu er regelmäßige Bürgerversammlungen und Sprechstunden abhalten sowie ein kostenloses Mitteilungsblatt für alle Haushalte einführen möchte. Im Stadtrat würde Andrea Weigler gerne eine "Kultur des Diskutierens und Beratens" einführen. Dafür soll das Gremium vorab zur Verfügung stehende Informationen erhalten, damit es " um die besten Lösungen ringen" kann.

Auch Manuela Fößel will mehr Bürgernähe durch Transparenz, dabei bildet die Einrichtung eines Bürgerinformationsportals eine Option. Sie möchte zudem die Meinung jedes Einzelnen hören, abwägen und in Entscheidungen einfließen lassen.

Während sich alle Drei bei mehr Bürgernähe und Transparenz als dringendes Handlungsfeld nahezu einig sind, sieht Manuela Fößel auch bei der Verbesserung der Lebensqualität im Ortskern Bedarf. Etwas getan werden müsse ihrer Ansicht nach auch bei der Verkehrssituation an der Bundesstraße aus. Notwendig ist für Manuela Fößel die Förderung von Betriebsneuansiedlungen und des Einzelhandels im Ortskern. Für Klima und Umwelt ist für sie die Unterstützung alternativer Mobilitätskonzepte (Bürgerbus/-mobil, Radwegausbau) erforderlich. Hier gibt es Gemeinsamkeiten mit Andrea Weigler.

Für sie stehen eine leistungsfähige Infrastruktur und Mobilität (z.B. Rufbus, gut funktionierendes Mobilfunknetz) sowie ein Einzelhandelskonzept und sichere Schulwege mit ganz oben auf der Agenda. Für Familien und Soziales fordert sie ein Konzept zur Wohnbedarfsentwicklung mit Berücksichtigung der Aspekte Bauplätze und Wiederbelebung des Leerstandes. Ebenfalls bedarf es eines Konzeptes zum demografischen Wandel: Plätze für Mittags- und Ferienbetreuung, Tagespflege, Betreutes Wohnen, Mehrgenerationentreffs, Mehrgenerationenwohnen. In der Generalsanierung der Schule wiederum sieht Tobias Roppelt "das Großprojekt der kommenden Jahre". Der Erhalt des Schulstandortes "ist enorm wichtig für unsere Stadt".

Endlich entstehen müsse auch die langersehnte Mehrzweckhalle. Der aktuelle Stadtrat hat bereits die Weichen gestellt. Intensiv will Roppelt sich zudem für die Ortsumgehung einsetzen, um die Baunach schon lange kämpft. Sie muss im Osten entstehen, um das Industriegebiet anzubinden und innerorts die Wohnqualität zu erhöhen. Sollten die drei Bürgermeister-Kandidaten wider ihre Bemühungen doch nicht den Chefsessel im Rathaus erobern, so sehen sie für sich jeweils durchaus auch andere Wege, um der Stadt Baunach zu helfen.

Für Vereine und Ehrenamtliche

Tobias Roppelt würde sich weiterhin aktiv für die Vereine mit ihren ehrenamtlichen Helfern einsetzen, so wie er es bisher getan habe. Für Manuela Fößel steht fest, dass sie als "kritisch konstruktive Bürgerin" politisch aktiv und engagiert bleibt. Wenn sie wieder in den Stadtrat und Kreistag gewählt wird, will Andrea Weigler die Themen ihres Wahlprogramms einbringen und sich aktiv dafür einsetzen, Mehrheiten zu gewinnen.

INTERVIEWS:

Andrea Weigler (CSU)

Walken und Singen im Chor sind die Hobbys von Andrea Weigler, die für die CSU als Kandidatin antritt. Die 49-Jährige ist selbstständige Projekt-Managerin und hat einen erwachsenen Sohn. Politisch engagiert sie sich seit zehn Jahren, konkrete Vorbilder hat sie dabei keine. Was motiviert Sie, sich in der Politik zu engagieren? Andrea Weigler: Kritik üben kann jeder. Ich engagiere mich politisch, weil ich dabei etwas bewirken kann - gerade die kommunale Ebene bietet viele Einflussmöglichkeiten dazu, denn die Errichtung beispielsweise eines Waldkindergartens wird nicht auf Landes- oder Bundesebene beschlossen. Ich möchte aktiv gestalten, mit den Menschen etwas bewegen. Was hat Sie im vergangenen Jahr im Bezug auf Ihre Stadt am meisten geärgert und wieso? Wie das Thema "Hölzerne Männer kommuniziert wurde, und dass die Unterbringung in der Zentscheune mit diesen hohen Kosten beschlossen wurde. Die Möglichkeit einer Replik wurde nicht in Betracht gezogen; für das Original hätte man zu gegebener Zeit einen andere Platz finden können. Die Zentscheune hätte einer anderen Nutzung dienen können. Warum sind Sie die richtige Bürgermeisterin für Ihre Stadt? Ich verfüge über die notwendige berufliche und kommunale Erfahrung für dieses vielschichtige Amt und bin auf vielen Ebenen sehr gut vernetzt. Meine Politik wird offen, transparent, sozial und bürgernah sein. Ich interessiere mich für die Anliegen meiner Bürgerschaft und werde diese ernst nehmen.

Manuela Fößel (SPD/FBB)

Für SPD und FBB (Freie Bürger Baunach) tritt Manuela Fößel als Bürgermeisterkandidatin an. Die 50-Jährige ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und ist Diplom-Betriebswirtin und Prozessmanagement-Leiterin. Zu ihren Hobbys zählen Lesen, Laufen und Gartenarbeit, zudem ist sie Fan der Baunacher Damen-Basketball mannschaft. Ihr politisches Engagement begann 2017 im Rahmen einer Initiative, politische Vorbilder hat sie keine. Was motiviert Sie, sich in der Politik zu engagieren? Manuela Fößel: Mich motiviert das hohe gestalterische Potenzial in der Kommunalpolitik, insbesondere mit den Bürgern und Bürgerinnen zusammen die Zukunft der Stadt Baunach und ihrer Ortsteile zu gestalten. Was hat Sie im vergangenen Jahr im Bezug auf Ihre Stadt am meisten geärgert und wieso? Nicht nur im letzten Jahr hat es mich geärgert, dass die Einbindung und Information der Bürger und Bürgerinnen bei kommunalpolitischen Entscheidungen viel zu gering war. Warum sind Sie die richtige Bürgermeisterin für Ihre Stadt? Mit einem Blick von "außen" kann ich unvoreingenommen neue und bekannte Themen angehen. Wichtig ist mir dabei eine parteipolitisch unabhängige und sachliche Kommunalpolitik.

Tobias Roppelt ist der amtierende Dritte Bürgermeister der Stadt und 37 Jahre alt. Der Dispositionsleiter ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zu seinen Hobbys zählen ehrenamtliches Engagement, Sport und Musik. Politisch engagiert er sich seit 2002, zu seinen politischen Vorbildern zählt insbesondere Helmut Schmidt. Was motiviert Sie, sich in der Politik zu engagieren? Tobias Roppelt: Ich möchte nicht nur kritisieren, sondern gerne etwas bewegen und mitgestalten. Besonders in der Kommunalpolitik sieht man konkret vor Ort, was man erreichen kann, um seine Heimatstadt weiter voranzubringen. Diese Erfolge motivieren mich. Ich bin niemand, der nur redet, sondern einer der handelt. Was hat Sie im vergangenen Jahr im Bezug auf Ihre Stadt am meisten geärgert und wieso? Dass behauptet wurde, man braucht ein Parteibuch, um Einflusskanäle auf Landes- und Bundesebene für die Erfüllung der Aufgaben vor Ort besser zu nutzen als unabhängige Wählergruppierungen. Es gibt im Landkreis genausoviele freie wie CSU-Bürgermeister. Diese Kommunen stehen sicher nicht schlechter da. Baunach ist das beste Beispiel. Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Ihre Stadt? Ich bin seit mittlerweile 18 Jahren kommunalpolitisch engagiert, davon sechs stellvertretender Bürgermeister. Mir sind die Abläufe im Verwaltungs- und Rathausalltag sehr gut bekannt. Baunach ist für mich eine Herzensangelegenheit. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Generation von Politik - modern, nachhaltig, zukunftsorientiert.