Natascha Wallace & All 4 Jazz machen den Anfang: Mit ihrem Auftritt beginnt am 6. August das 9. Blues- und Jazzfestival, das in und um Bamberg rund 70 Konzerte bietet. Bis zum 16. August läuft ein Veranstaltungsreigen, der im Mediengarten der Mediengruppe Oberfranken startet. Hier unsere Vorschau auf die ersten Bands, die in der Domstadt zu erleben sind, nachdem wir uns in der vergangenen Woche Musikern widmeten, die im Landkreis den Ton angeben.

Es ist eine fränkische R&B-Sängerin, die Festivalfans am 6. August in der Gutenbergstraße auf das größte Bamberger Musikevent des Jahres einstimmt. Dabei ist Natascha Wallace ein wahres Energiebündel. Früh zeigte sich das Talent der Künstlerin, die acht Jahre lang in einem amerikanischen Gospelchor sang. Zur Soulband Spinnich stieß Wallace im Jahr 2000 und profiliert sich nun auch mit dem Jazz Quartett Natascha Wallace and Band. "My Magic Spell" heißt übrigens die Debütscheibe der Sängerin, die wir allen empfehlen, die sich keine Tickets mehr für das Zusatzkonzert sichern konnten.

Polka-Punk-Beat
Kantig und schrägt geht's am 7. August weiter: Dann wird die Böhmerwiese zur Bühne, auf der zunächst Red Manhole Polka-Punk-Beat spielen (ab 17 Uhr). "Erlaubt ist, was gefällt", ist das Credo des Neustadter Trios, das gerade mit seinem Album "Neue Schuhe" auf Deutschlandtour ist.

Gipsy Jazz erwartet Besucher in der Heiliggrabstraße 57 noch am gleichen Abend. Ab 20 Uhr serviert der New Hot Club de Ruhr einen Soundmix, der sich am Gipsy Swing von Django Reinhardt orientiert - einem Mitbegründer des europäischen Jazz. Mit seinen Kompositionen sollen weltbekannte Jazz Standards, Film- und Musical-Melodien, Samba, Bossa Nova und Musette beim Konzert des New Hot Club de Ruhr verschmelzen.

Gipsy Swing spielen Cordes Swing am 9. August ab 13.30 Uhr an gleicher Stelle. Mit Leidenschaft widmet sich die Bamberger Formation einem Musikstil, der Anfang der 30er Jahre in Mode kam - als Soundmixtur aus Swing, Blues und Gipsy Jazz.

Jenseits des Mainstreams
"Flux" nennt sich ein ausgefallenes Musikprojekt, das Festivalbesucher am 8. August ab 17 Uhr auf der Böhmerwiese kennenlernen. Beim Jazz, bei R 'n' B, Rock und Pop bedient sich Paul Gehrig, der verschiedenste Instrumente spielt und sammelt - "wie andere Briefmarken". Mit der Hammond Orgel kreiert der 28-Jährige aus Sulzbach am Main einen Retro-Sound, der sich wohltuend vom Mainstream abhebt. Begleitet wird der Organist von Claus Heßler (Drums) und Thomas Langer (E-Gitarre, Akustik-Gitarre).

Kommen wir vom Retro-Sound Gehrigs zur Musik der derzeit dienstältesten Oldtimeband Frankens: der Famous Down Town Street Paraders Revival Jazzband, die am 8. August ab 20 Uhr auf der Böhmerwiese spielt. 1956 gründeten sich die "Down Towns" als Hauskapelle des Jazz Studios Nürnberg. Wobei sich die Formation an legendären Musikern wie Louis Armstrong, Jack Teagarden, Bud Freeman, Lu Watters und der frühen DSC-Band orientierte. Jazz-Evergreens wechseln sich beim Auftritt der Franken mit urigen Ragtimes und sentimentalen Blues-Titeln ab. Egal, welche Richtung das Sextett auch bedient: "Die Musik muss swingen", so die Down Towns.

Blues wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Zwischen Swing, Latin und Fusion entwickelte sich der Stil der Jazz Colors, die vor einem Jahr der Jazz-Combo der Bamberger Universität entsprangen. Am 9. August betritt die Band ab 11 Uhr die Böhmerwiesen-Bühne, gefolgt von Cordes Swing. Mit drei Hessen geht's um 16 Uhr weiter: Papa Legba's Blues Lounge nennt sich das Trio, das handgemachten Blues wie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts spielt. An Größen wie Leroy Carr, Scrapper Blackwell oder Sony Boy Williamson erinnert die Formation, die "ohne elektronische Tricks" den Klang von Bluesharp, Blechgitarre und Kontrabass zur Geltung bringt. Dazu singen Jürgen Queissner, Reiner Lenz und Thomas Heldmann teilweise dreistimmig "wie das legendäre Big Three Trio von Willie Dixon".

Zum krönenden Abschluss spielen auf der Böhmerwiese acht Musiker, die das Blues- und Jazzfestival zusammenbrachte: Gableman's Groove. Auf der Gabelmann-Bühne trafen sich die Protagonisten aus Bamberg und Umgebung beim Jammen. Und fanden beim Publikum so viel Anklang, dass es nicht beim einmaligen Zusammenspiel blieb. Klassiker des Blues, Jazz, Soul und Funk der vergangenen drei Jahrzehnte sollen beim Konzert von Gableman's Groove aufleben, die sich dem Motto verschrieben: "Musik ohne Groove ist möglich, aber sinnlos!"