"Wartet ab": Bamberger Retter üben Ernstfall – und warnen Spaziergänger

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Um vorbereitet zu sein, probte die Wasserwacht jüngst ein Einsatzszenario. In diesem Zusammenhang warnen die Retter auch vor einer aktuell großen Gefahr.

Auf der gefrorenen Regnitz in Bamberg kämpfen sich am Samstagnachmittag (3. Januar 2026) Retter der Wasserwacht durch die eisige Kälte. Der Grund für den Einsatz: Personen sind im Eis eingebrochen. Was am Wochenende glücklicherweise nur eine Einsatzübung unter realen Bedingungen darstellt, kann laut den Einsatzkräften zur aktuellen Zeit jederzeit auch unter echten Umständen passieren. 

Denn die winterlichen Temperaturen in Franken halten vorerst an. Verschneite Rodelhänge in Bamberg oder der Fränkischen Schweiz laden zum Schlittenfahren ein. Winterliche Wälder bieten ein echtes Winterwunderland für Spaziergänger. Die Wasserwacht Bamberg macht die Bevölkerung jedoch auch auf mögliche Gefahren aufmerksam, die mit dem frostigen Wetter einhergehen. 

Lebensgefährliche Eisidylle: Wasserwacht Bamberg übt Ernstfall auf gefrorener Regnitz

Eine verschneite Winterlandschaft mit zugefrorenen Seen ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch verlockend für Spaziergänger, die einen Weg über das Eis wagen möchten. Doch genau solch ein Ausflug ist laut der Wasserwacht Bamberg lebensgefährlich, denn die Eisflächen sind bislang nicht tragfähig genug, um mehrere Spaziergänger und Wintersportler zu tragen. Die Wasserretter raten daher dringend davon ab, gefrorene Wasserflächen zu betreten, die nicht freigegeben wurden. Die Gefahr, im Eis einzubrechen, sei groß und könne lebensgefährlich werden. 

Am Samstag wurde ein solcher Ernstfall durch die Einsatzkräfte der Wasserwacht Bamberg unter realen Bedingungen geprobt. Dazu wurde eine Wasserretterin auf die bereits größtenteils zugefrorene Regnitz geschickt und brach an einer Stelle des Sees ins Eis ein. Eine Puppe stellte eine weitere Person dar, die ins Eis eingebrochen, aber bereits unter der Eisschicht verschwunden war.

"Wir nahmen an, dass zwei leichtsinnige Spaziergänger auf dem Eis gelaufen und beide eingebrochen sind. Eine Person konnte sich auf dem Wasser oder am Wasser nahe an der Einsturzstelle noch halten und die zweite Person ist unters Eis gekommen", erklärt Einsatzleiter Marcus Petermann am Samstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur News5.

"Wartet ab, bis die Eisflächen freigegeben sind": Wasserwacht Bamberg warnt vor Gefahren

Drei Wasserretter simulierten anschließend die Rettung der beiden Personen mithilfe eines Eisschlittens. Die erste Person konnte nach rund 15 Minuten gerettet werden, für die zweite Person, die durch die Puppe dargestellt wird, kam alle Rettung allerdings zu spät. In dem Szenario gehen die Retter davon aus, dass die Person, die unter das Eis geraten ist, im Ernstfall nur noch hätte geborgen werden können, wie Petermann erklärt. 

Die Gefahren, die das Eis birgt, seien groß, wie der Einsatzleiter gegenüber News5 erklärt. Bricht man im Eis ein, werde der Körper massiv unterkühlt und man habe keine Kraft mehr, sich zu halten. "Man wird recht schnell absacken und untergehen und dann auch von oben nicht mehr auffindbar sein, wenn es schlecht läuft", so Petermann. Helfer sollen daher keine eigenständigen Rettungsversuche unternehmen, denn "man bringt sich auch selbst in Lebensgefahr", erklärt der Wasserretter. 

Laut Petermann sollten Außenstehende dem Verunfallten höchstens schwimmfähige Gegenstände, Seile oder Ähnliches zuwerfen, aber niemals selbst aufs Eis gehen. Die Gefahr, selbst im Eis einzubrechen, sei zu groß.  Helfer sollen immer sofort die 112 anrufen und den Ort möglichst genau angeben, erklärt Einsatzleiter Marcus Petermann und appelliert zum Schluss noch einmal: "Wartet ab, bis die Eisflächen freigegeben sind von der zuständigen Gemeinde, von der zuständigen Behörde, und geht erst dann drauf, wenn sie freigegeben sind." 

Vorschaubild: © NEWS5 / Ferdinand Merzbach