Einfach mal hintendran hängen. Der Sechs-Hügel-Tour-Bus erklimmt den Weg zur Altenburg. Rechts in der zweiten Reihe von hinten sitzt eine junge Frau, deren dunkelbrauner Pferdeschwanz von einer Seite zur anderen fliegt, so eifrig betrachtet sie die Aussicht.

Ob sie auch oben einen Blick für die Details haben wird? Achtlos geht sie zunächst an den Live-Bildern aus dem Nest der Turmfalken vorbei. Eine Kamera beobachtet im Bergfried die Vögel bei der Brut. Vielleicht fällt ihr der Bildschirm in einer Ecke des Tordurchgangs auf dem Rückweg ins Auge.

Das erste Mal zückt sie das Handy, um die von Efeu umrankten Fenster des Rittersaals zu fotografieren.
Und nun soll sie mal unbeobachtet weitermarschieren, denn sie hat garantiert länger als zehn Minuten Zeit, um Altenburg-An- und Aussichten im Bild festzuhalten.

Egal, von wo aus man ins Land schaut - stets hat man den Eindruck, dass sich ein Burg-Besuch bei jedem Wetter lohnt.

Um die Lockenpracht würde den steinernen Löwen, der sinnend zu Tal blickt, so manche Frauen-Skulptur beneiden. Die ersten Nieselregentropfen fallen ins steinerne Herzchen-Vogelbad (oder ist es ein Hunde-Trinknapf?).

Im Burggraben wird an der Bühne von "Chapeau Claque" geschraubt und geklopft. Das ist doch fast eine Einladung, bald wiederzukommen. An einem lauen Sommerabend.