Bamberg
Ukraine-Krieg

Ankerzentrum Bamberg: Stadt hilft bei Registrierung von Geflüchteten

Die Stadt Bamberg leistet fortan Unterstützung bei der Registrierung von Flüchtlingen im Ankerzentrum. Oberbürgermeister Starke betonte, dass es wichtig sei, "bei der Registrierung Geflüchteter zügig voranzukommen".
Bamberg: Stadt leistet Unterstützung bei Registrierung ukrainischer Geflüchteter
Bamberg: Elias Sczesny erklärt einer jungen Ukrainerin, wie sie ihre Hände auf das Fingerscan-Gerät legen muss. Oberbürgermeister Andreas Starke schaut indessen mit Isabelle Schubert vom Ausländeramt der Anwärterin Sarah Andersch über die Schulter. Foto: Michael Memmel / Stadt Bamberg
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Noch vor wenigen Tagen gingen Sarah Andersch und Elias Sczesny im Rathaus ihrer Arbeit in der Verwaltung nach. Aufgrund der Ukraine-Krise wurden die beiden Beamtenanwärter nun vorerst in die ANKER-Einrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg-Ost abberufen, um eine zügige Erstregistrierung der Geflüchteten zu ermöglichen, die vor einer Woche mit mehreren Bussen in Bamberg angekommen sind und auch in Bamberg bleiben wollen, so die Stadt Bamberg.

Oberbürgermeister Andreas Starke machte sich in dieser Woche vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation und überzeugte sich von der „deutlich verbesserten personellen Ausstattung bei der Erstregistrierung von Geflüchteten“, so Starke.

Aufgrund der örtlichen Nähe hat die Stadt Bamberg mit der AEO grundsätzlich eine Kooperation zur Mitnutzung der dortigen Registrierungsstruktur. Da jetzt viele Ukrainerinnen und Ukrainer ankommen, unterstützt auch die Stadt Bamberg die Registrierung in der AEO.

Geduldig und mit flüssigem Englisch erklärt Elias Sczesny einer jungen Ukrainerin, wie sie ihre Hand auf das Scan-Gerät legen muss, damit dieses problemlos ihre Fingerabdrücke einlesen kann. Der Vorgang wird an einem

sogenannten PIK-System vollzogen, von dem es in der AEO fünf Stück gibt – eines davon dient seit Mittwoch der Stadt Bamberg zur Erfassung der Daten von Schutzsuchenden aus der Ukraine, die im Stadtgebiet untergekommen sind.

PIK steht für Personalisierungsinfrastrukturkomponente. Darunter zu verstehen ist die Erfassung von definierten Daten, sogenannten Kerndaten, die dann ins Ausländerzentralregister (AZR) eingepflegt werden.

„Das AZR ist ein bundesweites Programm, in dem geflüchtete Menschen registriert werden, die sich länger in Deutschland aufhalten“, erklärt Jürgen Wolf, der Leiter der AEO. Ebenfalls genutzt werden diese Daten für zwei weitere Programme: das integrierte Migrantenverwaltungssystem, eine rein bayerische Komponente für Einrichtungen wie die AEO, und für das System Easy, das für die „Erstverteilung von Asylbewerbern“ steht.

Um das Verfahren nachvollziehen zu können, ließ sich Oberbürgermeister Starke die Abläufe von Wolf und Isabelle Schubert vom Ausländeramt erklären. „Es ist wichtig, dass wir als Stadt Bamberg ein eigenes PIK-System betreiben, um zügig mit der Registrierung der in der Stadt Bamberg untergekommenen Geflüchteten voranzukommen“, erklärte Starke.

Schließlich ist die Registrierung auch eine Voraussetzung für einen längerfristigen Aufenthalt. Auch die bundesweite Verteilung der Geflüchteten wird auf dieser Basis vorgenommen. „Ich bin unseren zwei jungen Nachwuchskräften sehr dankbar, dass sie diese wertvolle Aufgabe kurzfristig übernommen haben.“

Starke betonte, dass noch weitere Kräfte aus der Verwaltung abgezogen wurden, um in der Stadt bei der Organisation der raschen Aufnahme leidgeplagter Menschen aus der Ukraine zu helfen: „Das ist unsere humanitäre Pflicht.“

Bei der Registrierung werden neben Daten wie Name, Herkunft, Geburtsdatum etc. eben auch Fingerabdrücke genommen, und es wird ein biometrisches Bild angefertigt. Die Registrierung dauert in der Regel knapp 15 Minuten.

Bei einem Arbeitstag von rund neun Stunden schaffen es Sarah Andersch und Elias Sczesny 30 bis 35 Personen zu registrieren, die nur auf Einladung zu Terminen in die AEO kommen dürfen. Etwa 700 Schutzsuchende aus der Ukraine halten sich bereits jetzt außerhalb der AEO im Stadtgebiet auf – somit steht den beiden noch reichlich Arbeit bevor.