Der Prozess wegen diverser Todesfälle und Misshandlungen in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf (Kreis Haßberge) hat vor dem Landgericht Bamberg erneut begonnen. Das Verfahren, das eigentlich kurz vor dem Abschluss stand, muss wegen der Erkrankung eines Richters noch einmal neu aufgerollt werden.

Auch in der Neuauflage schwiegen die frühere Heimleiterin, ihr Pflegedienstleiter und der damalige Heimarzt vor Gericht, die Verteidiger stritten alle Vorwürfe ab. Die Aussagen der 32 Zeugen und drei Sachverständigen, die zwischen Juli und November 2019 vernommen worden waren, können aber nun nicht mehr verwertet werden.

Die bisherige Beweisaufnahme hat dennoch Einfluss auf das weitere Verfahren: Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sind sich darin einig, dass wohl in drei von fünf Punkten der Anklage mit einem Freispruch zu rechnen ist. Damit droht den Angeklagten wohl keine Verurteilung wegen Totschlags durch Unterlassen oder vorsätzlicher Körperverletzung mehr. In den noch offenen Punkten geht es unter anderem um die Misshandlung von Schutzbefohlenen und Falschbeurkundung durch den Arzt.

Bis Mitte März sind zunächst 15 Verhandlungstage anberaumt.