Bei einem geselligen Festessen feierte die Rot-Kreuz-Bereitschaft in Steinach in kleinem Kreis ihr 40-jähriges Bestehen. Grußworte von Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) und Kreisbereitschaftsleiter Julian Stürmer sowie Ehrungen der fünf noch aktiven Gründungsmitglieder gaben der Jubiläumsfeier ihren protokollarischen Rahmen.

Nur wenige Gäste wie die bisherige Kreisvorsitzende Bernhilde Sebald-Roth, die Anfang November gemeinsam mit ihren Stellvertretern Michael Brendler und Markus Full von ihrem Ehrenamt zurückgetreten war (wir berichteten), hatten sich zur Feier im BRK-Bereitschaftsraum des Feuerwehrhauses eingefunden. Grund war nicht nur die steigende Corona-Inzidenz, sondern vor allem die Tatsache, dass die Mitgliederzahl der Steinacher BRK-Truppe inzwischen auf nur noch neun Mitglieder höheren Alters geschrumpft ist.

"Früher hatten wir sogar eine 20-köpfige Jugendgruppe", schwärmte Gründer und Bereitschaftsleiter Alois Gundalach von jenen Jahren, die der Gründungsversammlung am 12. November 1981 folgten. Damals hatten sich 28 Männer und Frauen aus Steinach zur offiziellen Gründung eines BRK-Sanitätszuges (13 Männer) unter Leitung Gundalachs sowie einer von Petra Limpert geführten Weiblichen Bereitschaft (15 Frauen) im Gasthaus Adler-Post eingefunden. Die offizielle Gründungsfeier mit Vorführungen auf dem Marktplatz folgte am 21. November in Anwesenheit des damaligen Landrats Marko Dyga (CSU).

An jene Zeiten und die vier Jahrzehnte des Bestehens erinnerte Irene Gundalach, die 1981 zur stellvertretenden Leiterin der Weiblichen Bereitschaft gewählt worden war, in ihrem kurzen Rückblick, nachdem sie Tage zuvor mit Ehemann Alois das umfangreiche Archiv durchforstet hatte. Aus den 40 Jahren gab es allerdings nicht viel Spektakuläres zu erzählen, war der Dienst doch überwiegend von vielen Stunden ehrenamtlichen Einsatzes bei Sportveranstaltungen und Heimatfesten, jährliche Altpapier- und Altkleidersammlungen oder von regelmäßigen Blutspendeterminen in Steinach, Premich, Bad Bocklet und Bad Kissingen geprägt. Hinzu kamen die intensive Ausbildung und Übungen der eigenen Mitglieder.

Ein besonderes Ereignis war allerdings die Übernahme eines gebrauchten VW-Busses als erstes Einsatzfahrzeug im Juli 1983, für dessen Anschaffung der Rauchclub das Geld gespendet hatte, sowie die gleichzeitige Stiftung der heute im Schaukasten ausgestellten Bereitschaftsfahne.

"Wir sind eine kleine Truppe mit großer Wirkung", sagte Alois Gundalach den verbliebenen Mitstreitern. "Unsere Gruppe braucht dringend Nachwuchs", forderte Ehefrau Irene die Steinacher Jugend zum ehrenamtlichen Dienst im Bayerischen Roten Kreuz auf.

"Wir müssen versuchen, junge Mitglieder für das BRK zu gewinnen", meinte auch Kreisbereitschaftsleiter Julian Stürmer und sagte den Steinachern seine Unterstützung zu. Er dankte der Bereitschaft für ihre langjährigen Dienste und gratulierte zum 40-jährigen Bestehen. Er sei erst seit fünf Jahren beim Roten Kreuz. "Da fehlen mir noch 35 Jahre. Aber mir macht es einen Riesenspaß."

Mit einer Ehrenurkunde für 40-jährigen Dienst im BRK zeichnete der Kreisbereitschaftsleiter dann die Gründungsmitglieder Paul Roth, Petra Limpert, Irene und Alois Gundalach aus sowie Rosa Roth, die an der Feier nicht teilnehmen konnte.

Auch Bürgermeister Andreas Sandwall dankte den Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Dienst im Roten Kreuz. "Nachwuchs fehlt leider in allen Vereinen", bedauerte er den Mitgliederschwund. Er selbst verbinde vor allem die Weihnachtsfeier für Menschen mit Behinderung im Landkreis mit der Steinacher Rot-Kreuz-Bereitschaft, die unter Leitung von Alois und Irene Gundalach nun schon seit 33 Jahren durchgeführt wird, auch wenn sie wegen Corona heuer wieder ausfallen müsse. "Eure Truppe ist ein Teil unserer Dorfkultur", ermunterte Sandwall die Rotkreuzler zum Weitermachen. Deshalb sicherte er ihnen zu, dass sie auch in dem geplanten neuen Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus wieder einen eigenen Bereitschaftsraum bekommen.