Früher kam der Gast vor allem wegen des heilenden Wassers nach Bad Kissingen. Er pflegte die Trink- und Badekur, und bis 2001 konnte er Rakoczy und Co. sogar in Flaschen abgefüllt mit nach Hause nehmen. Seit 2001 ist das nicht mehr möglich. Die Abfüllanlage wurde aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Fatal, meint die Arbeitsgruppe Wasser und Natur im Touristischen Leitbild.

Schon seit Jahren setzt sich die Gruppe dafür ein, dass zumindest das Maxwasser wieder in Flaschen zu haben ist. Doch seit einem guten halben Jahr, seit dem Weggang von Kurdirektor Gunter Sauer, haben die Aktivisten eine Zwangspause eingelegt, sagt Sprecherin Anna Krug. Sie wollen auf Sauers Nachfolger Frank Oette warten, der im Juni sein Amt antritt. Denn ohne den Staat, dem die Heilquellen gehören, und ohne die Staatsbad GmbH geht nichts.

Ein Partner war gefunden

Dabei war die Arbeitsgruppe schon recht weit gekommen, hatte Kontakte zu einem potenziellen Partner geknüpft. Die Brauerei Metzler im thüringischen Dingsleben war bereit, zu Testzwecken 1000 Liter Maxwasser in Flaschen abzufüllen.

Unter anderem war daran gedacht, das Wasser kurgemäß in 0,33-Liter-Flaschen abzufüllen, es evetuell später einmal per Sixpack zu verkaufen. Doch zuerst wollte die Arbeitsgruppe einfach einmal testen, wie ein solches Angebot bei den Menschen ankommt.

Klar war von vorne herein, dass man nicht mit den Limonade-Herstellern in Konkurrenz treten will. Es soll ein Getränk bleiben, das mit Gesundheit assoziiert wird.

Nicht zuletzt sieht die Arbeitsgruppe im Heilwasser, dass der Gast nach seinem Aufenthalt abgefüllt mit nach Hause nehmen oder in Bad Kissingen bestellen kann, auch ein Marketing-Instrument für Bad Kissingen. So, wie es zum Beispiel die tschechischen Bäder mit großem Erfolg nutzen.

Juristische Probleme

Doch dann kamen juristische Fragen ins Spiel. "Wenn jemand eine Flasche abfüllt, einen Stöpsel draufmacht und die Flasche dann selbst leer trinkt, dann ist das kein Problem. Aber wenn jemand einen Stöpsel draufmacht, die Flasche weitergibt, und der Konsument kriegt Bauchweh, dann ist es ein Problem", sagt Anna Krug: "Wir müssen erst einmal die rechtlichen Fragen klären."

Zwischen sieben und zehn Ehrenamtliche kamen bisher stets zu den Treffen der Arbeitsgruppe, und alle sind sich darüber klar, dass sie nur Anstöße geben können. Doch das wollen die Mitglieder trotz der derzeitigen Zwangspause auch in Zukunft tun. "Steter Tropfen höhlt den Stein", sind sich Anna Krug und ihre Mitstreiter sicher.

Heilwasser-Folder

Mit diesen steten Tropfen hat die Arbeitsgruppe durchaus schon etwas erreicht. Zum Beispiel hat die Staatsbad GmbH einen Heilwasser-Folder über Trink- und Badekuren herausgegeben, in mehreren Sprachen. Und bei den Brunnenfrauen liegt ein Blatt auf, in dem auf russisch bzw. englisch auf die wichtigsten Fragen rund um die Bad Kissinger Quellen eingegangen wird.

Nun will man also abwarten, den künftigen Kurdirektor in Bad Kissingen Fuß fassen lassen, und dann in Sachen Heilwasser-Abfüllung auf ihn zugehen.

Ärzte und Kliniken gewinnen

Aber die Mitstreiter um Anna Krug haben noch ein Anliegen. Kurhäuser und Kliniken und vor allem die niedergelassenen Ärzte sollten die ortsgebundenen Bad Kissinger Heilmittel wieder mehr empfehlen. Und zwar so lange, bis die Patienten und Gäste die Chance habe, die positive Wirkung zu erfahren, so lange, bis sie den Wunsch haben, das Wasser mit nach Hause zu nehmen. Spätestens dann sollte klar sein, ob und wie Maxwasser und eventuell Rakoczy und Bitterwasser wieder in die Flasche kommen.