FC Bad Brückenau - SG Garitz/Nüdlingen 15:15 (9:11).

Einen extrem harten Fight hatten sich die Rhöner Rivalinnen im Hinspiel in der Schlossberghalle geliefert. Nicht weniger schonungslos und kämpferisch ging's am Dienstagabend beim neuerlichen Aufeinandertreffen in der Römershager Dreifachturnhalle zu. Die sportliche Brisanz nährte sich nicht allein aus der jahrzehntelangen Derby-Historie, sondern vor allem aus dem fortwährenden Bad Brückenauer Abstiegskampf, während für die Gäste das ursprünglich erhoffte Titelrennen in dieser Saison schon längst komplett gelaufen ist.

Und diesmal präsentierten sich die Sinnstädterinnen wesentlich nervenstärker, abgezockter und robuster als noch beim glasklaren SG-Triumph in der Vorrunde, als die Garitzerinnen und Nüdlingerinnen ziemlich gnadenlos und fast nach Belieben das Spielgeschehen dominiert hatten. Die Gäste starteten erneut deutlich effektiver in die Partie und erkämpften sich frühzeitig einen Drei-Tore-Vorsprung, was vor allem daran lag, dass die Bad Brückenauerinnen die unermüdliche Anführerin Theresa Kleinhenz zunächst überhaupt nicht in den Griff bekamen. Was sich aber im Verlauf der Begegnung noch entscheidend ändern sollte.

Kurz vor der Pause kamen die Sinnstädterinnen durch die routinierte und umsichtige Maike Peter auf 9:9 heran, um sich sofort zwei schmerzhafte Gegentreffer durch die technisch versierte Melina Schmitt einzufangen. So ging es mit einem 9:11 in die Kabinen. Im zweiten Durchgang ließ das Bad Brückenauer Trainer-Duo Thomas König und Yvonne Paul ordentlich Beton in der diesmal sehr stabilen und kompromisslosen FC-Abwehr anmischen. Und das Rezept ging voll auf. Nachdem Melissa Schäfer einen Strafwurf gegen die starke Bad Brückenauer Ersatzkeeperin Denise Fischer versemmelt hatte, kämpften sich die Sinnstädterinnen durch Theresa Löser und Melissa Kalmund auf 11:11 heran.

Ausgleich mit der Schlusssirene

Was folgte, war eine wahre Abwehrschlacht auf beiden Seiten. Nichts für schwache Nerven, aber auch nicht unbedingt ein sportlicher Leckerbissen. Dass die SGlerin Melissa Schäfer ungewöhnlicherweise einen weiteren Siebenmeter versemmelte, sollte ebenso den FClerinnen in die Karten spielen wie die Zeitstrafe gegen "The Wall" Theresa Kleinhenz in der Schlussphase, als das Match auf des Messers Schneider stand. Der zwischenzeitliche Zwei-Tore-Vorsprung der Gäste schmolz nun endgültig dahin. Als die junge Mareike Schneider den Treffer zum 14:14 markierte (55.), war der Ausgang der hart umkämpften Partie noch völlig ungewiss.

Melissa Schäfer brachte die SG mit dem 14:15 rund dreißig Sekunden vor Schluss vermeintlich auf die Siegerstraße, doch mit der Schluss-Sirene versenkte Sophie Gundelach das Spielgerät per Freiwurf im Kasten der SG-Keeperin Mercedes Dörr. Schiedsrichter Bernd Liebsch aus Hammelburg hatte das ewig junge und stets äußerst turbulent-emotionale Derby mit seiner ganzen Routine und Gelassenheit bewundernswert unaufgeregt über die Bühne gebracht. Das muss man auch erstmal so hinkriegen...

Tore für Bad Brückenau: Sophie Gundelach (3), Maike Peter (3), Mareike Schneider (2), Jennifer Frank (2), Lena Übelacker (2), Theresa Löser (1), Melissa Kalmund (1), Madeleine Henkel (1).

Tore für Garitz/Nüdlingen: Theresa Kleinhenz (4), Melissa Schäfer (4/2), Pia Steinegger (3/1), Milena Schmitt (2), Theresa Przybilla (1), Gina-Sophie Veth (1).