MHV Schweinfurt - FC Bad Brückenau 32:27 (17:13).

Im traditionsreichen Main-Rhön-Derby, das binnen weniger Wochen nun schon zum zweiten Mal über die Bühne ging, gelang dem FC Bad Brückenau der ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf trotz starker kämpferischer Leistung erneut nicht. Die Sinnstädter sind von der Leichtigkeit, Unbekümmertheit und Spielfreude vergangener Spielzeiten augenblicklich Lichtjahre entfernt. Gegen die physisch starken Schweinfurter, die einen von Intensität und brachialer Wurfgewalt geprägten Handball zelebrieren, fanden die Bad Brückenauer nicht zu ihren Stärken wie Tempospiel, Körpertäuschung und Positionswechsel.

Die sich häufenden Niederlagen nagen offensichtlich am Selbstvertrauen der FCler, die in den vergangenen Jahren in der Lage waren, jeden Gegner in der Bezirksoberliga an den Rand einer Niederlage zu bringen. Aber mittlerweile stoßen sie auch aufgrund von personellen Problemen an ihre Grenzen.

Selbstbewusster Spitzenreiter

Ganz anders die Lage beim MHV Schweinfurt, der als Tabellenführer mit viel Selbstbewusstsein und Kompromisslosigkeit glänzt und nach langer Durststrecke zu alter Stärke zurückgefunden hat. Trainer Marcus Thalhäuser hat dem routinierten Team seinen Stempel aufgedrückt. Die Schweinfurter setzen nun deutlich weniger auf ein modernes Konterspiel, sondern viel mehr auf ihre enorme Durchschlagskraft am gegnerischen Kreis. Immer auch mit satten Wurfgeschossen aus dem Rückraum.

Beim FC Bad Brückenau zählt körperliche Wucht längst nicht mehr zu den Stärken, denn die Sinnstädter stellen sich seit einigen Jahren mit Spielwitz und Tempo den physisch überlegenen Teams entgegen. Stefan Bott, der mittlerweile als Betreuer fungiert, dürfte der mutmaßlich letzte Brückenauer Vertreter des Typs "Fels in der Brandung" gewesen sein. Jedoch hat er seine aktive Laufbahn beendet und ist im bevorstehenden Abstiegskampf direkt auf der Platte kein Faktor mehr.

In Schweinfurt zu verlieren, ist sicher kein Weltuntergang, denn dort entwickeln die "Schnüdel" einen ganz eigenen Teamgeist, der es jedem Gegner in der Bezirksoberliga schwer macht. Doch der FC wird sich in Sachen Intensität, Konzentration und Kompromisslosigkeit steigern müssen, um den Abstieg in die Bezirksliga zu vermeiden.

Dass die Mannschaft das Zeug zum Klassenerhalt haben müsste, hat sie in den zurückliegenden Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Die Wirren der Corona-Pandemie haben den Sinnstädtern nicht gut getan, denn Automatismen und einstudierte Spielzüge funktionieren nicht so, wie man das in den vergangenen Jahren als Zuschauer noch gewohnt war.

Tore für Bad Brückenau: Tom Schumm (7), Simon Weiner (7), Simon Dietrich (6/1), Nick Schumm (2), Lukas Heil (2), Max Puschner (1), Ben Schumm (1), Nico Schöller (1).