Er ist eines der meist fotografierten Motive Bad Kissingens, doch der Springbrunnen im Rosengarten ist so altersschwach, dass er nur noch eine Saison durchhalten wird. Nachdem die Stadt als Eigentümer eine Sanierung beziehungsweise einen Neubau jahrelang vor sich hergeschoben hat, muss sie nun Nägel mit Köpfen machen. Am Dienstag genehmigte der Bauausschuss die Planungen und Ausschreibungen für einen Neubau.
Laut eines Vorkonzeptes sind für einen Neubau um die 600 000 Euro fällig. Baubeginn soll im Herbst dieses Jahres sein, um den Nachfolger zur Saison 2015 in Betrieb nehmen zu können.

Einig waren sich die Stadträte, dass der neue Brunnen das gewohnte Bild bieten soll. "Wir wollen ihn in der bisherigen Form erhalten und wieder bunt beleuchten", betonte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), der auf diese Bemerkung hin keinerlei Einwände erntete.


Technisch bedenklich

Der Leiter der Tiefbauabteilung, Thomas Hornung, verdeutlichte den desolaten Zustand des Brunnens. Die Abdichtungen sind schadhaft, der Beton löst sich auf, das Wasser versickert im Boden, die Unterhaltskosten steigen von Jahr zu Jahr. Teile der Elektrotechnik sind sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Gutachter Jürgen Fiedler vom Ingenieurbüro für Wassertechnik (Berlin) spricht gar von Gefahrenpotenzial. Die Beleuchtung wurde aus Sicherheitsgründen bereits abgeschaltet.

Nicht mehr dem Sicherheitsstandard entsprechen auch die Pumpen, die sich im Brunnen selbst befinden. Neue Pumpen müssten laut Fiedler in einem separaten, noch zu bauenden Keller untergebracht werden.

Die Kosten, die der Gutachter prognostiziert, liegen zwischen geschätzten 606 000 und 628 000 Euro, je nachdem, ob die Betonwanne komplett angebrochen und neu gebaut werden muss, oder ob ein Neubau des Beckenrandes und eine Sanierung des Bodens genügen. Das ist jedoch noch "grob geschätzt", wie Thomas Hornung betonte. Wobei Jürgen Fiedler in seinen Gutachten nicht verhehlt, dass neben dem Einbau einer dem aktuellen Stand entsprechenden Technik nur ein kompletter Neubau des Brunnenbeckens sinnvoll sei.

In diesem Zusammenhang wies Klaudia Schick (CSU) darauf hin, dass eine Großbaustelle im Rosengarten den empfindlichen Untergrund schädigen könnte. Es sollte untersucht werden, ob an anderer Stelle gegossene Betonfertigteile verwendet werden können.


Wieder eine Effektbeleuchtung

In seinem Gutachten schlägt Fiedler eine "Effektbeleuchtung mit energiesparenden LED-Unterwasser-Scheinwerfern" vor. Klaus Bollwein (CSU) könnte sich sogar mit Musik unterlegte Wasserspiele vorstellen.

Zuschussfähig ist der Neubau des Brunnens nicht, beantwortete Thomas Hornung die entsprechende
Frage von Klaudia Schick. Auch die Staatsbad GmbH, die den Brunnen in den vergangenen Jahren bewirtschaftet hat, werde keine Mittel beisteuern. Die Baulast liege zu 100 Prozent bei der Stadt.

Das Becken des inzwischen rund 50 Jahre alten Springbrunnens hat eine Fläche von rund 600 Quadratmetern. Laut Thomas Hornung würde ein Einfamilienhaus samt Vorgarten ganz gut hineinpassen. Dennoch denkt der Bauausschuss nicht ernsthaft daran, die Beckenfläche zu verkleinern. "Darüber sollten wir gar nicht nachdenken", sagte Herbert Schulze von den Freien Wählern.