Seinen absolut unauffällig-normalen Familiennamen wollte ein Landkreisbürger mit beeindruckenden Zusätzen wie "Seine Exzellenz", "Seine Eminenz" und weiteren Respekt und Bewunderung fordernden Zusätzen wie "zu Rom." aufwerten. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Würzburg vom Mittwoch lag das Landratsamt Bad Kissingen absolut richtig, als es auf die ungewöhnlich Namensänderung nicht reagierte: Die Klage gegen das Landratsamt wurde als unbegründet und
kostenpflichtig abgewiesen.
Es hätte eine Verhandlung mit hohem Unterhaltungswert werden können, mit zumindest virtuellem "rotem Teppich" und Gesprächen über die nach wie vor nicht auszuschließende Wirkung adelsnaher Titel. Fehlanzeige. Ohne die Hintergrundinformationen des nicht erschienenen Klägers blieb es beim juristischen "contra" der Sechsten Kammer des Verwaltungsgerichts Würzburg.

"Königlicher Hofrat"

Die Richter hatten bereits an der Zulässigkeit der Klage Zweifel und danach auch erhebliche Probleme, aus Schriftsätzen herauszufiltern, was der Kläger eigentlich will. Die Titel "Königlicher Hofrat" und "Hofadvokat" wollte er nur vor Gericht führen dürfen, aber nicht auch noch im Namen unterbringen.
Den für eine Namensänderung wichtigen Grund haben die Richter aus den wenigen Schriftsätzen, die vorliegen, nicht erkennen können. Zumal es sich, so der Vorsitzende Richter Gerhard Weinmann, bei "Seine Eminenz" und "Seine Exzellenz" um Anrede-Elemente handelt und nicht um Bestandteile eines Namens. Und ein Minister-Titel war von einer internationalen Kirche verliehen und daher auch nicht mit dem sonst üblichen "Minister" vergleichbar.

"Königreich" im Harz

Mit "zu Rom." sollte der beim Landratsamt Bad Kissingen beantragte neue, erheblich längere und stark aufgewertete Familienname enden. Gemeint war dabei allerdings nicht die Ewige Stadt am Tiber, sondern, wie in Klammern angegeben, "Romkerhall". Da hat Richter Wolfgang Müller, Berichterstatter in dem Verfahren, ein bisschen im Internet gestöbert und alles Wichtige dazu bei "Wikipedia" gefunden. Bei "Romkerhall" handle es sich um das "kleinste Königreich der Welt" mit Sitz im Harz, eine frei erfundene Geschichte zur Förderung des Tourismus. Das "Königreich" bei Goslar besteht aus einem Hotel mit Restaurant auf gemeindefreiem Gebiet, wo eine ganz normale Frau Bauer als Kronprinzessin "zu Rom." firmiert.

Millionenforderung

Übrigens: Dafür, dass ihm die für seinen Fall zuständige Mitarbeiterin des Landrates Bad Kissingen, Regierungsamtsrätin Alexandra Benkert sowohl die "Eminenz" wie auch die " Exzellenz" verweigert und klar gemacht hatte, dass da nichts drin ist, präsentierte der Kläger ihr eine standesgemäß hohe Schadensersatzforderung von über fünf Millionen Euro: Wegen der mit dieser "Fehlentscheidung" verbundenen seelischen Belastung.