Ein großzügiger gepflasterter Außenbereich empfängt Schüler und Lehrer am Neubau des Münnerstädter Berufsbildungszentrums (BBZ). Gerade an grauen Novembertagen vermittelt der Campushof derzeit aber noch eine gewisse Nüchternheit. Denn noch fehlt das Grün. Das wird aber kommen. Denn seit knapp einer Woche läuft eine umfangreiche Pflanzaktion. Hecken, Bäume, Sträucher und Gräser sollen die Anlage auflockern.

Angelegt werden nach Angaben des zuständigen Landschaftsplaners Stefan Kettlitz (Büro GTL Landschaftsarchitektur Kassel) attraktive Pflanzflächen. Großbäume sind ebenso vorgesehen wie eine Gräser- und Strauchpflanzung an der Gebäudefassade sowie Heckenreihen an den Grundstücksgrenzen. Im westlichen Grünbereich des BBZ wird außerdem direkt an der Schulküche ein Kräutergarten angelegt, erläutert Landkreis-Pressereferentin Nathalie Bachmann. Dieser liefert ab dem nächsten Jahr dann frische Zutaten für die Hauswirtschaft.

Hoffen auf Winterfeuchtigkeit

"Da geht was", stellt Oberstudiendirektor Georg Gißler fest. Denn wenn er derzeit ins oder aus dem Haus geht, fallen ihm die zahlreichen Sträucher und Bäume auf, die in den nächsten Tagen gesetzt werden sollen. Mit dem Pflanztermin sei wegen der Sommertrockenheit bewusst so lange gewartet worden, erläutert der Schulleiter. Er hofft, dass die frisch gepflanzten Bäume und Sträucher über den Winter mit ausreichend Feuchtigkeit durch Regen und Schnee versorgt werden, um gut anzuwachsen. Schön findet Georg Gißler, dass der Campushof mit Solitärbäumen bepflanzt wird. "Dadurch wird er aufgelockert", stellt Georg Gißler fest. Auf den befestigten Aufenthaltsflächen des Campushofs und im Lesehof werden zehn japanische Schnurbäume (Sophora japonica) gepflanzt. Es seien repräsentative Großbäume von ca. 20 Metern Höhe, so die Auskunft von den Gartengestaltern aus Kassel. Die ausladenden Äste sollen eine markante Krone entwickeln, die durch die gefiederten Blätter einen lichten Schatten wirft. "Große, aufrechte Blütenrispen tauchen den Baum im Juli und August in ein weißes Blütenmeer", so die Ausführungen von Stefan Kettlitz.

Begrenzung und Unterschlupf

Die natürliche Abgrenzung zum Studienseminar St. Josef übernehmen einheimische Rotbuchen. Sie würden nicht nur die beiden Schulbereiche voneinander unterscheiden, sondern bieten auch Schutz für Kleintiere sowie Nistplätze für Vögel, erläutert der Gartenplaner. In der kalten Jahreszeit biete das bronzefarbige Laub der Hecke einen schönen Farbkontrast zum Grau der Wintertage.

Im Eingangsbereich werden Grasflächen entstehen. Entlang der Stützwand wurden bereits Kletterhortensien gepflanzt. Diese und weitere einheimische Gehölze sollen einen einladenden Gesamteindruck vermitteln. Ergänzt wird die bestehende Bepflanzung auf der West- und Südseite durch Gehölze wie Walnuss, Esche, Vogelkirsche oder Spitzahorn. Auch selten gewordene Baumarten wie die Wildbirne und der Speierling bekommen einen Platz. Dadurch würde der Parkcharakter unterstrichen, findet Georg Gißler. "Hier eröffnet sich ein Bienen- und Insektenparadies, das weitere Nutznießer der Nahrungskette nach sich zieht", schreibt Landschaftsplaner Stefan Kettlitz. Die gesamte Bepflanzung soll eine hohe Aufenthaltsqualität gewährleisten, heißt es. Bei der Bepflanzung sei ein großer Wert darauf gelegt worden, dass die Grünanlagen extensiv gepflegt werden können. Das Dach bleibt nach Angaben aus dem Landratsamt unbegrünt. Ungenutzt ist die Fläche jedoch nicht. Dort erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom. Die Leistung beträgt 22,57 KWp. In Teilbereichen deckt der Strom den Eigenverbrauch. Der Rest wird eingespeist.