Mindestens zwölf Meter hoch ist die Nordmanntanne, die in diesem Jahr weihnachtliche Atmosphäre am Münnerstädter Marktplatz verbreiten soll. Robert und Theresia Kiesel haben sie heuer der Stadt zur Verfügung gestellt. Es sei ein besonders schönes Exemplar, findet Robert Kiesel. Das haben ihm auch schon einige Münnerstädter bestätigt. Die schlanke Tanne ist rundherum gerade gewachsen und hat auch keine dürren Zweige.

Schon zum dritten Mal ziert eine Tanne aus dem Kiesel´schen Garten in der Weihnachtszeit den Marktplatz. Bereits vor einem Jahr habe sich die Stadt diesen Baum ausgesucht, damit er zu Weihnachten 2020, im Münnerstädter Jubiläumsjahr, das Rathaus schmückt.

Gute Pflege

Das ganze Jahr über hatte vor allem Theresia Kiesel einen besonderen Blick auf den Baum. Sie weiß, dass auf den mageren Böden des Karlsberges Tannen schneller Probleme mit der Trockenheit bekommen und dann dürre Äste ausbilden. Deshalb hatte der künftige Christbaum bei längeren Trockenperioden im Frühjahr und Sommer mindestens zweimal pro Woche eine Sonderration Wasser erhalten.

23 Jahre lang ist der Baum im Garten der Familie gewachsen. Dass er einen so gleichmäßigen Wuchs hat, führen die Kiesels auf den Standort zurück. Mitten im Garten angepflanzt, bekam er von allen Seiten gleichmäßig Licht - ideale Voraussetzungen, um einmal ein stattlicher Weihnachtsbaum zu werden.

Es ist mittlerweile der dritte Baum, den die Kiesels der Stadt zu einem Weihnachtsfest gespendet haben. Ein weiteres Mal hatten sie eine Tanne dem Obst- und Gartenbauverein übergeben, der dann den Kirchplatz schmückte. "Wir machen das gerne für die Stadt", sagt Robert Kiesel. Das Ehepaar ist zudem froh, dass ihre Bäume so noch einen guten Zweck erfüllen konnten. Denn nach mehr als 20 Jahren im heimischen Garten werden die Bäume in der Regel sehr groß, zu groß für einen Hausbaum. Dann ist es Zeit, sie zu fällen.

Ein bisschen Abschiedsschmerz

Das ist jedes Mal auch mit einem gewissen Abschiedsschmerz verbunden, erklärt Theresia Kiesel. Schließlich habe man einen solchen Baum jahrelang gepflegt. "Jetzt ist es im Garten leer", stellt sie fest. Deshalb möchte sie schnell wieder für Ersatz sorgen.

Das Ehepaar erfreut sich nun daran, dasss die Tanne vor dem Rathaus eine gute Figur macht. Bei der Stadt ist man froh über die Baumspende zum Advent und Weihnachtsfest. Denn der Forst habe keine eigenen Bäume, die als Christbaum genutzt werden könnten, erklärt die stellvertretende Kämmerin Manuela Häfner. Im Bauhof gibt es eine Liste von Münnerstädtern, die eine Tanne aus ihrem Garten zur Verfügung stellen würden. Bislang konnte man immer auf einen Baum zurückgreifen. Um das Fällen, den Abtransport und das Aufstellen am Marktplatz kümmern sich in jedem Jahr die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Denen sprechen Theresia und Robert Kiesel ein dickes Lob aus. Sie hätten sehr darauf geachtet, dass dem Baum "kein Ast gekrümmt wurde", sagt Theresia Kiesel.

Einen beleuchteten städtischen Christbaum gibt es in Münnerstadt nur vor dem Rathaus. Das Aufstellen aller anderen Bäume, beispielsweise auf Plätzen in den Stadtteilen, organisieren Vereine vor Ort, so die Auskunft bei der Stadt.