Zahlreiche Gebäude in der historischen Altstadt von Münnerstadt stehen schon seit Jahrhunderten. Trotzdem hat sich das Stadtbild immer wieder gewandelt. Diesen Wandel zeigt die Ausstellung "Geschichte im Bild"; diese präsentiert das Hennebergmuseum in den Ausstellungsräumen des Deutschordensschlosses ab Freitag, 30. Oktober. Es ist die einzige Ausstellung, die jetzt schon im Rahmen des auf 2021 verschobenen Stadtjubiläums laufen soll. Museumsleiter und Ausstellungskurator Dr. Nicolas Zenzen hoffte am Mittwoch, dass es möglich sein wird, die Ausstellung wie geplant durchzuführen.

Ursprünglich war die Ausstellung als Teil eines Veranstaltungspakets gedacht, das die Stadt Münnerstadt für dieses Jahr geschnürt hatte. 1250 Jahre ist die Stadt alt. Das sollte groß gefeiert werden. Die Corona-Pandemie hatte alles gestoppt. Der weitaus größte Teil der Veranstaltungen wurde in das Jahr 2021 verschoben.

Museumsleiter Nicolas Zenzen war es deshalb ein Anliegen, zumindest eine Ausstellung im Jubiläumsjahr bieten zu können. Die Planungen dafür sind bereits im vergangenen Jahr angelaufen, damals noch mit Dr. Johannes Becker, der aber im Mai nach schwerer Krankheit gestorben ist. "Sie ist deshalb seinem Andenken gewidmet", erklärt der Museumsleiter.

Ausgestellt werden vorwiegend Fotografien. Sie kommen entweder aus dem Bestand des Hennebergmuseums oder aus dem Archiv des Münnerstädters Toni Hiller. Die ältesten Fotoaufnahmen aus dem Städtchen stammen aus der Zeit um 1870.

Nicolas Zenzen findet besonders interessant, dass er verschiedene Zeitepochen anhand nur eines Motivs darstellen kann. Besonders häufig fotografiert wurde schon immer das Jörgentor. Auf den ältesten Aufnahmen ist noch ein offener Wasserlauf zu erkennen. Jahrzehnte später ist das Wasser einem Gehweg gewichen. Auf frühen Bildern ziehen Schafe durchs Tor. Später sind es die ersten Autos.

Auch die Stadtansicht hat sich verändert. Um 1870 gab es beispielsweise keine Bebauung außerhalb der Stadtmauer. Bilder vom Ende des 2. Weltkrieges zeigen die Zerstörung in der Stadt. "Man sieht an den Gebäuden selbst, was so geschehen ist", resümiert der Ausstellungsleiter. Neben Fotografien werden auch gemalte und gezeichnete Stadtansichten in der Ausstellung zu sehen sein, beispielsweise Arbeiten von Agnes Bals oder Franz Weißhaar, dessen Zeichnungen mit Motiven aus der Stadt gerade in den späten 1970er und 1980er Jahren in vielen Münnerstädter Wohnzimmern hingen.

Eröffnungstage statt Vernissage

Nicolas Zenzen verweist darauf, dass es sich bei den meisten Ausstellungsstücken um Reproduktionen handelt. Das hat sowohl Sicherheits-, als auch konservatorische Gründe.

Statt einer Vernissage soll es am 30. Oktober und 1. November Eröffnungstage geben, erläutert Nicolas Zenzen. Coronabedingt konnte man keine offizielle Auftaktveranstaltung planen. An den beiden Eröffnungstagen wird der Museumsleiter aber zwischen 12 und 17 Uhr anwesend sein, um den Besuchern die Präsentation persönlich zu erläutern.

Auflagen können sich ändern

Die Ausstellung ist im Erdgeschoss des Deutschordensschlosses. Sie darf laut Corona-Verordnung (Stand 28. Oktober Mittagszeit) von maximal zehn Besuchern auf einmal besucht werden. Zenzen weist allerdings daraufhin, dass es kurzfristig striktere Auflagen geben kann. Es besteht zudem Maskenpflicht in den Ausstellungsräumen.

"Geschichte im Boden" und "Geschichte im Buch" heißen zwei weitere Ausstellungen, die das Hennebergmuseum dann 2021 im Rahmen des Stadtjubiläums anbieten will. Bei Geschichte im Boden geht es um archäologische Funde und die frühe Stadtgeschichte. Die Geschichte im Buch wird Schriften aus der Augustinerbibliothek in den Mittelpunkt stellen.