Im Juli hatte der Bockleter Gemeinderat den Kindergärten noch eine finanzielle Unterstützung beim Kauf von Luftreinigungsgeräten versprochen, diese Zusage aber Anfang Oktober nach Einholung möglicher Angebote mit Ratsmehrheit widerrufen. Zweifel an der tatsächlichen Notwendigkeit solcher Geräte, die zudem auf Dauer durch ihr lautes Rauschen stören, und die Ungewissheit des künftigen Pandemie-Verlaufs hatten das Ratsgremium angesichts hoher Anschaffungskosten inzwischen umdenken lassen: Ausreichendes Lüften und die Installation von preiswerteren CO²-Messgeräten müssten ausreichen. Sollten die privaten Kindergärten Bad Bocklet und Aschach allerdings wider Erwarten doch Lüftungsgeräte anschaffen wollen, müsste im Gemeinderat darüber neu beraten werden, hieß es damals. Entsprechend waren die Trägervereine im Oktober informiert worden.

Der St. Elisabeth-Verein Bad Bocklet war mit dieser Regelung einverstanden. Er wünschte sich lediglich die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten CO²-Messgeräte, die bereits beschafft wurden. Diese werden dem Kindergarten in Kürze übergeben. Der Aschacher Johannis-Verein dagegen berief sich auf die ursprüngliche Zusage der Gemeinde und beantragte nun die einst zugesagte finanzielle Förderung. "Wir sehen die Luftreinigungsgeräte als aktive Lösung zur Pandemie-Bekämpfung und als Notwendigkeit zum geregelten Weiterbetrieb des Kindergartens", begründete der Vorstand seine Mehrheitsentscheidung zur Anschaffung von drei Geräten, jeweils einem für die beiden Gruppenräume und den Turnraum. Der Verein bezog sich dabei auf die Empfehlung des Freistaats Bayern.

Im Sommer hatte der Gemeinderat für die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten den nach Abzug staatlicher Förderung (50 Prozent) verbleibenden Restbetrag der Anschaffungskosten versprochen. Da es nach Marktprüfung durch Kämmerer Patrick Könen aber in Volumen, Technik und Preis unterschiedliche Geräte gibt, schlug die Verwaltung dem Gemeinderat nun vor, dem Aschacher Kindergarten die Restkosten, maximal jedoch 2000 Euro pro Raum zu zahlen. Die Auswahl des gewünschten Gerätetyps und der Geräteklasse soll dem Johannis-Verein überlassen bleiben.

In der kurzen Beratung erinnerte Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) daran, dass die Aufhebung des ursprünglichen Ratsbeschlusses im Oktober nur ein Mehrheitsbeschluss war, also das Gremium "sich auch nicht so einig war". Deshalb empfahl er dem Gremium die Annahme dieses Beschlussvorschlags. Der Gemeinderat folgte seiner Empfehlung und stimmte einvernehmlich zu.