Mit dem Verkauf des Golfplatzes an Rudolf und dessen Sohn Marco Weigand beginnt für den historischen Rindhof und das dazugehörige Areal eine neue Ära.
Rudolf Weigand ist seit Beginn der Golfära in Maria Bildhausen ein passionierter und engagierter Golfer und war viele Jahre im Präsidium des Clubs. In einem Pressegespräch nannte der Unternehmer die Gründe für den Kauf, den Umfang und einige seiner Zukunftspläne. "Die alten Gebäude haben mich schon immer beeindruckt, und ihr zunehmender Verfall war nicht zu übersehen. Die liegen mir schon lange am Herzen", sagte Weigand. Auch aus diesem Grund habe er vor einiger Zeit mit seinem Sohn Marco über einen Kauf nachgedacht. Der Anblick einiger prägender Gebäude ist nicht gerade einladend, allen voran das zentrale Haus Nivard mit dem Abtswappen.
Nach langen Verhandlungen mit immer wieder neu auftauchenden Problemen und Überraschungen wurde der Kaufvertrag nun abgeschlossen. "Ich möchte die Gebäude vor dem Verfall bewahren, sanieren und wieder mit Leben füllen", blickt Weigand in die Zukunft. Dabei denkt er kurzfristig an Erweiterung und Umbau des Clubhauses, wo Restaurant, Büro und Umkleidemöglichkeiten vorhanden sind, ebenso an Übernachtungsmöglichkeiten, um den Golfclub und die Anlage noch attraktiver zu machen.
Die Kombination von Golfplatz und unmittelbar angrenzenden Hotelzimmern wäre ideal und weit und breit einzigartig. Zimmer sind dringend notwendig, da die Bettenkapazität in Maria Bildhausen durch das Dominikus-Ringeisen-Werk deutlich reduziert wurde und ein Übernachten über eine ganze Woche nicht möglich ist, zum Nachteil des Golfclubs.


Ländliche Idylle

Pluspunkte für die Golfanlage sind die zentrale Lage in Deutschland, Ruhe, Weitblick und ländliche Idylle. Weigand denkt auch an weitere Freizeitangebote, und dabei nicht nur an Golfer. Auch Wanderer, Radfahrer und sonstige Ausflügler liegen ihm am Herzen. Möglichst schnell erweitern möchte er den bereits vorhandenen Sechs-Loch-Kurzplatz zu einem ansprechenden Neun-Loch-Platz, eine Konstellation, die immer beliebter wird.
Da Rudolf und Marco Weigand die gesamten Immobilien des Rindhofs erworben haben, sind sie jetzt auch Besitzer einer Kirche. Diese Kirche im renovierten Haus Josef, in dem auch zwei Wohnungen vorhanden sind, soll durch regelmäßige, eventuell monatliche Gottesdienste erhalten bleiben. Die jetzt gekauften Ackerflächen, die nicht direkt zum Golfplatz gehören, werden weiterhin von Pächter Michael Derleth aus Salz bewirtschaftet.
Die Flächen des Golfplatzes verpachtet Weigand an den 1992 gegründeten Golfclub Maria Bildhausen. "Wir sind sehr froh, dass mit unserem Mitglied Rudi Weigand ein engagierter und kompetenter Eigentümer gefunden wurde. Seine Ideen zur künftigen Gestaltung des Umfelds unserer wunderschönen Golfanlage lassen uns positiv in die Zukunft schauen. Die Übernahme ist ein einmaliger Glücksfall für unseren Golfclub", freut sich Präsident Volker Mauer.


Überregionale Wettbewerbe

Der Rindhof, rund einen Kilometer östlich von Maria Bildhausen gelegen, war zu Zeiten der Zisterzienser die landwirtschaftliche Außenstelle des Klosters und der Sommersitz der Äbte. Hier starb auch der letzte Abt, Nivard Schlimbach, im Jahre 1812. Weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt wurde der Rindhof durch den Bau des Golfplatzes im Jahre 1994 durch die St. Josefskongregation.
Hier fanden schon verschiedene internationale und überregionale Wettbewerbe statt. Während die Mitglieder des Golfclubs, Gastspieler und Golffunktionäre die hohe Qualität des Golfplatzes sehr loben, verschlechterte sich der Zustand einiger Gebäude, einschließlich der Einfriedung, immer mehr, da die St. Josefskongregation keine Investitionen mehr tätigte.

Historie
Der Ortsteil Rindhof war schon immer Nebenhof des Klostergutes. Auf ihm saßen Halbbauern im Dienste der Zisterzienser. Von den Gebäuden aus dieser Zeit steht nur noch der heutige Mittelbau St. Nivard, um 1790 als Sommerwohnung für den Bildhäuser Abt erbaut. Nach der Säkularisation 1803 war dieses Haus Ruhesitz des letzten Abtes von Bildhausen Nivard Schlimbach, der hier am 5. Mai 1812 starb und im Friedhof in Großwenkheim beigesetzt wurde. Der Rindhof gelangte nach der Säkularisation in private Hände, 1897 in den Besitz der St. Josefskongregation Ursberg. Das Haus St. Nivard wurde 1967/ 68 renoviert. Die übrigen Gebäude fielen fast restlos einem Großbrand im Jahre 1907 zum Opfer. Die umfangreichen Wirtschaftsgebäude wurden rasch wieder aufgebaut. Der westliche Trakt mit der Kirche wurde in den Jahren 1931/ 32 errichtet. (Quelle: Alfons Maria Wirsing, Kloster Maria Bildhausen 1978). mta