Der Brand im Sägewerk am Samstagabend hielt die Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden in Atem. Die Ursache ist bislang ungeklärt. Ein Großaufgebot der Feuerwehr hat die Nacht hindurch das Feuer bekämpft, Wassermangel erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Fünf Landwirte unterstützen die Feuerwehrleute und schafften Wasser in ihren Gülletanks herbei. Am Ende waren fünf verletzte Feuerwehrleute zu beklagen, davon mussten zwei zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Sachschaden geht in die Millionenhöhe.

Die bemerkenswerte Arbeit der Feuerwehr, dokumentiert in einer Bildergalerie!

Das Feuer auf dem Betriebsgelände des Sägewerkes in der Brückenauer Straße wurde gegen 19.45 Uhr bemerkt. Zunächst hatte eine Lagerhalle samt Inventar gebrannt. Die Flammen griffen schnell auf weitere Gebäude und nach und nach auch auf Holzstapel auf einem Lagerplatz im Freien über. Neben dem THW und Sanitätern des Rettungsdienstes waren die Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis mit insgesamt etwa 270 Einsatzkräften vor Ort. Diese kämpften gegen eine Feuerwalze und die sich entwickelnde enorme Hitze.


Mit Mann und Gabelstapler
Ein Großaufgebot der Freiwilligen Feuerwehren aus Hammelburg, Bad Kissingen, Unterer- und Obererthal, Diebach, Oberthulba, Thulba, Bad Brückenau, Untereschenbach, Fuchsstadt, Aura, Euerdorf, Langendorf, Oerlenbach und der Bundeswehr Hammelburg bekämpften mit vereinten Kräften das Feuer. Sie versuchten unter anderem mit Gabelstaplern noch nicht entzündetes Holz von den brennenden Holzstapeln zu entfernen, um eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

Als das Wasser aus den Versorgungsleitungen und der angrenzenden Thulba knapp wurde, wurde nach Rücksprache mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt Löschwasser aus der Skinautika in Thulba in den Flusslauf gepumpt und somit auf natürliche Weise zum Brandort geleitet.

Bemerkenswert war die Hilfsbereitschaft von Landwirten aus dem Altlandkreis Hammelburg. Mit etwa 15 Traktoren und großen Wasserfässern transportierten sie über Stunden hinweg unermüdlich Wasser aus der Thulba und Saale zum Brandort und unterstützten hierdurch erheblich die Feuerwehr bei ihrer Arbeit. Um mit den Tanks nah genug an die Flammen heranfahren zu können, mussten die Feuerwehrleute die Reifen der Traktoren mit Wasser abspritzen, damit das Feuer nicht auf die Gummireifen übergriff.


B27 gesperrt
Neben den 200 Feuerwehrleuten waren auch über 50 Rettungsdienstkräfte im Einsatz. Ein Hubschrauber der Polizei flog ferner über den Brandherd, um den Funkenflug sowie die Brandausbreitung aus der Luft zu beobachten. Für den gesperrten Bereich der B27 hatte die Feuerwehr ab dem Ortsausgang Hammelburg eine Umleitung eingerichtet. Die Straße ist inzwischen wieder befahrbar.

Die Löscharbeiten auf dem Gelände des Sägewerkes dauerten noch den gesamten Sonntag. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten unter anderem Teile aus dem zusammengebrochenen Stahlkonstrukt einer ehemaligen Trockenhalle einzeln entfernen, um zahlreiche Glutnester zwischen den Trümmerteilen zu löschen.

Die Brandursache ist bisher noch völlig unklar. Neben Beamten der Hammelburger und Bad Kissinger Polizei waren am Sonntag bereits die Ermittler der Kriminalpolizei Schweinfurt vor Ort, die die Sachbearbeitung des Brandfalles übernehmen werden.