Am kommenden Montag, 27. Januar, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. 2005 wurde auf dieses Datum der "Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" gelegt. In Hammelburg, wo bereits jedes Jahr am 9. November an die Reichspogromnacht erinnert wird, werden am Montag die Gepäckstücke für das Projekt "Denkort Deportationen 1941 bis 1944" vorgestellt. Zu den Rednern gehört der aus Hammelburg stammende Pfarrer Burkhard Hose.

Bürgermeister Armin War-muth (CSU) beschäftigt sich seit 2017 mit der Idee: Damals sei er den Weg der Erinnerung in Würzburg gegangen, also den Weg, den die unterfränkischen Juden zu den Zügen in die Vernichtungslager gehen mussten. "Das war so bewegend, dass es mich heute noch schüttelt", erzählt er. Unter die Haut sei ihm auch gegangen, dass Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, ständig von Personenschützern umgeben war. "Es geht nicht darum, irgendwas aufzuwühlen und anzuklagen, sondern darum, ein Zeichen gegen Gewalt und Terror zu setzen", betont der Hammelburger Bürgermeister.

Hammelburg pflege seit vielen Jahren die Erinnerungskultur, erst im vergangenen November hätten sich rund 200 Menschen zum Gedenken am Seelhausplatz versammelt. Warmuth lobt in diesem Zusammenhang auch die katholische und die evangelische Kirchengemeinde. Vor allem Pastoralreferent Markus Waite habe sich auch jetzt in die Vorbereitung eingebracht. Kreisheimatpflegerin Cornelia Mence beschäftigte sich zudem mit der Geschichte: Alleine aus Hammelburg wurden mindestens 40 jüdische Mitbürger deportiert.