Die Fortsetzung des Zukunftsdialogs und der Ausbau seiner Präsenz in den sozialen Netzwerken sind die beiden vorrangigen Ziele des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege im kommenden Jahr. Dies nannte Kreisvorsitzender Markus Stockmann bei der Jahreshauptversammlung in Bad Bocklet den Delegierten der Ortsvereine als Aufgabenstellung. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden Ruth Geyer (Maßbach) als 3. Vorsitzende und Eberhard Reiter (Reichenbach) als Kassier neu gewählt.

Schon zweimal musste die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege verschoben werden. Jetzt konnte sie endlich nach langer Corona-Pause im Bad Bockleter Kursaal nachgeholt werden. So war es verständlich, dass Vorsitzender Markus Stockmann in seinem Tätigkeitsbericht auf die durch die Kontaktbeschränkungen verursachten Probleme im Vereinsleben einging: Seit März vergangenen Jahres hatten alle Vereinstreffen abgesagt werden müssen, das gesellschaftliche Leben stand still. Beliebte Veranstaltungen wie der "Tag der offenen Gartentür" mussten sowohl 2020 als auch 2021 abgesagt werden. "Wir hoffen, dass wir diese Veranstaltungen im kommenden Jahr endlich wieder durchführen können." Zwar hätten manche Ortsvereine ab September 2020 ihre Versammlungen unter Corona-Beschränkungen wieder aufgenommen, doch überwiegend habe man die Vereinsarbeit auf Online-Formate umstellen müssen. In den vergangenen 18 Monaten habe man deutlich gespürt, wie notwendig im ehrenamtlichen Bereich der persönliche Kontakt ist. "Jetzt tut es gut, wieder unter Menschen zu sein."

Gärten als Orte der Entfaltung

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, fuhr Stockmann in seinem Bericht fort, "welchen Stellenwert der Garten haben kann". Er war ein Ort der persönlichen Entfaltung, zugleich einer der wenigen Orte, an den man sich in der Pandemie zurückziehen konnte. Für viele sei der Garten sogar Urlaubsersatz gewesen. Das Interesse an Pflanzen und Obst, das Anlegen eines Kleingartens oder das Gärtnern auf dem heimischen Balkon habe in dieser Zeit bei vielen Menschen zugenommen. "Hier sehe ich eine gute Chance für uns, als Obst- und Gartenbauvereine anzusetzen, unsere fachliche Unterstützung und Beratung verstärkt anbieten zu können."

Die Werbung um Neumitglieder ist nach Aussage des Kreisvorsitzenden umso notwendiger, da manche Ortsvereine um die Verjüngung ihrer Vorstände oder sogar um ihren Weiterbestand kämpfen. So haben sich die beiden Ortsverbände in Wartmannsroth und Platz aufgelöst, bei zwei anderen Ortsvereinen wird aktuell nach einer Lösung für den Fortbestand gesucht. Eine Möglichkeit, sich stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, ist nach Meinung des Vorstands die verstärkte Aktivität in den sozialen Netzwerken. Weitere Möglichkeiten künftiger Vereinsarbeit sollen sich aus der Fortsetzung der Zukunftswerkstatt ergeben. Hier lauten die Fragen: "Wie hat sich die Vereinslandschaft nach Corona entwickelt? Wie müssen wir unsere Arbeit entsprechend ausrichten?"

Eine wichtige Maßnahme sei die Förderung des Interesses bei Kindern und Jugendlichen, würdigte der Kreisvorsitzende die vorbildliche Neugründung der "Naturkids" im Ortsverein Oberthulba. Deren Vertreterinnen Margot Schottdorf und Hannah Schießer überreichte Stockmann im Namen des Kreis- und des Bezirksverbandes gerahmte Urkunden und Geldspenden als Zeichen der Anerkennung.

Geschäftsführer Dieter Büttner, hauptberuflich Kreisfachberater im Landratsamt für Gartenkultur und Landespflege, verwies auf die Notwendigkeit, die Verbandsmitglieder nach langer Corona-Pause wieder aktivieren zu müssen. Hierzu würde sich vor allem der am 26. Juni in Motten angesetzte "Tag der offenen Gartentür" eignen. Aber auch Bewerbungen der Ortsvereine um eine vom Bezirk Unterfranken für das kommende Jahr ausgelobte Förderung für Projekte der Kinder- und Jugendarbeit oder für die Grünpflege um Bildstöcke und Kapellen würden sich lohnen. Bewerbungen müssen bis April beim Kreisverband eingereicht werden.

Seinen Garten als willkommenen Rückzugsort hatte Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) während seiner einjährigen Krankheitsphase schätzen gelernt, wie er in seinem Grußwort sagte. Der Umgang mit Obst und Blumen gehöre zu den elementarsten Freuden des Lebens. "Ein direkt vom Baum gepflückter Apfel steht immer noch hoch im Kurs", meinte er hinsichtlich des zunehmenden Bio-Trends. Landrat Thomas Bold (CSU) nahm dieses Stichwort auf, fragte aber: "Was nützt uns ein Bio-Apfel aus Neuseeland?" Nur regionale Produkte seien ein Baustein für den Umweltschutz. Während der Pandemie habe sich gezeigt, "dass die Lebensqualität im ländlichen Raum wieder mehr geschätzt wird". Auch wenn wir noch ein Stück von der Normalität entfernt seien, sprach Bold die Hoffnung aus, dass der "Tag des Baumes" oder das Erntedank-Fest wieder auf übliche Weise gefeiert werden können. Der neugewählte Vorstand: Markus Stockmann (Vorsitzender), Alexander Schneider (2. Vorsitzender), Ruth Geyer (neu, 3. Vorsitzende), Eberhard Reiter (neu, Kassier) und Geschäftsführer Dieter Büttner.