Obwohl die Steinacher Bergkapelle außerhalb des täglichen Blickfeldes liegt, waren dennoch relativ viele Einwohner der Einladung des Heimatvereins zur Feier ihres 75-jährigen Bestehens auf den Bergskopf am südlichen Ausläufer des Mehlbergs gefolgt. Nach einer Andacht mit Diakon Michael Sell und Brigitta Bäumker begann das gesellige Beisammensein im Grünen vor dem Eingang der kleinen Kapelle.

Für besonderes Interesse sorgte eine kleine Ausstellung mit Fotos, die den Bau der Bergkapelle im Sommer des Jahres 1946 und die jährlichen Arbeiten zur Pflege der Außenanlage zeigten, die in Nachfolge von Paul Roth seit 2018 von Elmar Freibott und Freiwilligen ausgeführt werden. Außerdem waren zwei Gemälde des Illustrators und Malers Horst Käse ausgestellt, die anlässlich der 75-Jahr-Feier dem Heimatverein als Geschenk übergeben wurden.

Am 16. Oktober 1946 war das kleine Bauwerk aus Bruchsteinmauerwerk nach nur viermonatiger Bauzeit vom Würzburger Bischof Mtthias Ehrenfried geweiht worden. Auf Anregung des damaligen Ortspfarrers Johannes Schilling - er wurde 1977 für seine Verdienste zum Ehrenbürger ernannt - begannen heimgekehrte Soldaten und andere Freiwillige nach der Grundsteinlegung am 10. Juni 1946 unter Leitung des Steinacher Poliers Otto Schäfer mit dem Bau ihrer "Kriegergedächtniskapelle" zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Kameraden und an die Toten des dreitägigen Kampfes um Steinach vom 6. bis 8. April 1945.

Außerhalb der Kapelle erinnern heute 101 Holzkreuze auf Scheingräbern an diese Toten. Ergänzt wurde die Gedenkstätte im Jahr 1974 um das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871, das zuvor auf dem Steinacher Marktplatz stand.