Nur drei Tage nach Erteilung der Baugenehmigung begann Anfang August vorigen Jahres der Erdaushub zum Bau der Nüdlinger Seniorenwohnanlage am Ümpfig. Nach 15 Monaten Bauzeit zogen nun Anfang Oktober die ersten Mieter ein. Momentan wird noch die Außenanlage hergerichtet und gärtnerisch gestaltet.

"Der Bau hat viel Anstrengung gekostet", blickt Investor Gunnar Hiller (Hiller Immobilienservice KG, Niederwerrn) auf das vergangene Jahr zurück. Kurzfristig hatte der Bau wegen archäologischer Untersuchungen sogar unterbrochen werden müssen. "Trotz dieser Verzögerung, einiger Beschaffungsprobleme und bekannter Kapazitätsengpässe in der Baubranche ist unsere Seniorenwohnanlage termingerecht fertig geworden und bis auf zwei Wohnungen vollständig vermietet."

Bewohner der Seniorenwohnanlage: Anfangs skeptisch, jetzt begeistert

Zu den ersten Mietern gehören Egon (67) und Erika Krug (72), die wie von Vermieter Hiller vertraglich zugesagt, am 1. Oktober ihre 75 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung bezogen haben. Drei Monate zuvor hatten sie sich den Rohbau angesehen und damals nicht so recht an den versprochenen Einzugstermin glauben wollen. "Ich war 50 Jahre als Elektriker in der Baubranche unterwegs. Ich weiß, wie es oft läuft", war Egon Krug anfangs skeptisch. Umso größer war die Freude über die pünktliche Fertigstellung. "Was Herr Hiller hier hingestellt hat, ist wirklich sensationell", ist die frühere Verkäuferin Erika Krug kaum in ihrer Begeisterung zu bremsen. "Die Wohnung ist für uns ein Traum."

Gefunden hatten sie das Objekt bei ihrer Wohnungssuche im Internet. Drei Jahre hatten sie in Ungarn in einem Bungalow mit Garten am Plattensee gelebt, wo das aus Wertheim (Baden-Württemberg) stammende Paar schon früher über viele Jahre ein Ferienhaus hatte. Doch die politische Lage unter Ministerpräsident Viktor Orbán und die mangelnde medizinische Versorgung hatten sie zum Rückzug nach Deutschland bewogen.

Alles da, vom Metzger und Bäcker bis zum Arzt

Nachdem sie auf die Nüdlinger Wohnanlage aufmerksam geworden waren, verschafften sie sich vor Ort einen Überblick. "Alles ist zu Fuß erreichbar", fasst Egon Krug ihre damaligen Eindrücke zusammen. "Metzgerei, Bäckerei und Arzt - alles da." Nicht nur ihr zufälliges Treffen mit Bürgermeister Harald Hofmann, sondern vor allem der günstige Mietpreis von sieben Euro pro Quadratmeter hat beim Paar letztlich den Ausschlag gegeben: "Wir haben sonst keine so günstige Wohnung gefunden."

"In Bad Kissingen muss man mit zehn oder elf Euro rechnen", bestätigt Investor Hiller. Ihm war es wichtig, seriöse Mieter zu finden, die sich notfalls die Miete auch leisten können, wenn mal ein Ehepartner allein zurückbleibt. Der Quadratmeterpreis ist bei allen 34 Wohneinheiten mit Balkon gleich, egal ob es sich um eine der 20 Dreizimmer-Wohnungen, um eine Zweizimmerwohnung (56 Quadratmeter), Vierzimmer-Wohnung (95) oder eine der zwei 120 Quadratmeter großen Penthouse-Wohnungen mit Dachterrasse handelt, von denen eine das Ehepaar Ursula (65) und Rolf Voigtländer (63) aus Bischofsheim bewohnt.

Genügend Platz für Besuch

"Wir hatten früher eine Wohnfläche von 260 Quadratmetern mit 900 Quadratmetern Garten zu pflegen", nennt Ehefrau Ursula als Grund für den Umzug. Nach dem Herzinfarkt ihres Mannes, früher als Handwerker tätig, war jetzt körperliche Schonung angesagt. Aber gänzlich wollten sie sich nun auch wieder nicht einschränken, sondern ein zusätzliches Gästezimmer für die Kinder oder anderen Logierbesuch haben.

Auch die Voigtländers hatten das Angebot der Firma Hiller im Internet gefunden. Vor allem Ursula wollte nach dem Verkauf ihres Bischofsheimer Anwesens nicht immer daran vorbeifahren müssen und deshalb etwas weiter wegziehen, weshalb die Wahl auf Nüdlingen fiel. Den Ort kannte sie schon, da sie früher als Einzelhandelskauffrau in Bad Kissingen tätig war.

Schöne Umgebung zum Wandern

"Wir wandern gern, und Nüdlingen hat eine hübsche Umgebung." Außerdem freut sich Ehemann Rolf, auf dem nahen Bad Kissinger Golfplatz seinem Hobby nachgehen zu können. Ihre Entscheidung zum Umzug in die Seniorenwohnanlage haben die beiden "Jung-Senioren" ganz bewusst getroffen: "Auch wir werden älter. Wenn einer von uns allein zurückbleibt, kann er in eine kleinere Wohnung umziehen. Überzeugt hat uns vor allem die integrierte Tagespflege im Haus."

Die Räume für die integrierte Tagespflege mit einer Gesamtfläche von 370 Quadratmetern befinden sich rückseitig im Untergeschoss. Hauptmieter dieser Räume ist die Gemeinde, die sie aber gleich an den Nüdlinger Pflegedienst Flip von Vanessa und Justin Onstad weitervermietet hat. So entstehen der Gemeinde keine Kosten, sie behält aber als Hauptmieter die Verantwortung über den ordnungsgemäßen Betrieb. Die Tagespflege sowie der angeschlossene ambulante Pflegedienst stehen natürlich nicht nur den Mietern der Wohnanlage, sondern allen Einwohnern der Gemeinde Nüdlingen und Umgebung offen.

Platz für Feiern, E-Autos und Wohnmobile

Mit dem integrierten Zusatzangebot der Tagespflege und des ambulanten Pflegedienstes bietet die Seniorenwohnanlage am Ümpfig nach Überzeugung von Investor und Vermieter Gunnar Hiller alle Voraussetzungen, um auch im Alter selbstbestimmt und selbstständig in der eigenen Wohnung leben zu können. Für kleinere Feiern steht den Mietern zusätzlich ein 30 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Da heutige Senioren auch im Alter mobil bleiben, gibt es nicht nur ausreichend Pkw-Stellplätze und zehn Garagen mit Ladestationen für Elektro-Autos, sondern sogar fünf hauseigene Wohnmobil-Stellplätze.